26. Juli 2004

Ein Sommer in Dalyan – oder: Mir geht langsam der Schweiß aus

Reisebericht von Frank Prange (frank.prange at web.de)
FROSCH Reiseziel Sportclub Holiday Calbis, Dalyan – Naturparadies in der Türkei

Es ist Ende Juni als ich mich mit einer anderen Fröschin dazu entschließe nach Dalyan zu reisen, um dem tristen Wetter in Deutschland zu entfliehen. So kamen wir also voller Erwartung am Dalaman-Airport an wo uns nicht nur unsere kleine quirlige Teamerin Silvia empfing, sondern auch der Sommer mit seinem stärkstem Attribut: Hitze! Somit diktierte uns das Wetter gleichmal die Spielregeln für die kommenden 14 Tage. Zusammen mit den anderen Neufröschen und der Hitze ging es dann ins Holiday Calbis, einem schmucken Hotel mit mittlerweile zwei Pools, davon einer eigens für Frosch. Doch dazu später mehr. Kaum da beäugten uns die Altfrösche und nahmen uns sogleich freundlich auf. Sie halfen auch gleich mit Mückenschutz aus – zurecht! So wie die Hitze sollten auch die Mücken ständige Begleiter werden und fanden wohl unter einigen von uns ihre Lieblinge. Ein gemeinsames Abendessen und Verweilen an der Poolbar rundeten den Ankunftstag ab. Wer wollte konnte aber noch mit den Altfröschen downtown Dalyan ausgehen.

Dalyan

Am nächsten Tag nahm uns Teamer Stephan mit auf Erkundungstour durch Dalyan. Per MTB klapperten wir die Sehenswürdigkeiten des Ortes ab, der erst seit knapp 15 Jahren so etwas wie Tourismus kennt und daher auf seine ganz eigene Art eine Mischung aus verschlafener Idylle und erwachender Geschäftigkeit ausstrahlt, weit davon entfernt eine Touristenhochburg zu sein – Gott sein Dank – dafür ausgestattet mit viel Freundlichkeit und Gelassenheit. Gerne kamen wir Stephans Empfehlung nach in den nächsten Tagen mal bei „Pan Cake Mama“ Pfannkuchen zu essen oder sich in „Gerdas Cafe“ einen Drink zu genehmigen. Andere sollten sich von „Golden Hands Ali“ oder im örtlichen Haman, ein typisch türkisches Badehaus, mal so richtig durchkneten lassen. Ebenso bot sich die Gelegenheit zu einem Microlightflug, einer Art Motorlenkdrachen, der einem die Sehenwürdigkeiten Dalyans von oben zeigt. Ganz in der Nähe des Hotels (ca. 200 m) gibt es auch einen kleinen Shop. Hier holten wir uns die großen 5 l-Wasserkanister, da sie vom Preis-Leistungsverhältnis günstiger waren als kleinere Flaschen.

Dalyan

Heute sollten wir auch schon Käptain Ali kennenleren. Ali schipperte mit uns zum Iztuzu-Beach, einem Badestrand mitten im Naturschutzgebiet der Caretta-Caretta-Schildkröte, den alle Touristen aber gegen 20 Uhr zu verlassen haben, damit besagte Schildkröten in Ruhe ihre Eier ablegen können. Immer wieder hieß es dabei mit Ali durch meterhohes Schilf zu fahren, vorbei an den lykischen Felsengräbern, die abends angeleuchtet in einem ganz eigenen Licht erstrahlen und man so den Eindruck gewann, daß hier die Geschichte nochmals durchatmete.

Dalyan

Auf unserer Welcome-Party machte Teamerin Silvia dann den DJ. Dabei wurde getanzt und gelacht und die Gruppen hatten Etliches gegenseitig zu hinterfragen. Am Mittwoch morgen unternahmen wir mit den Teamern eine Wanderung zu den Wasserfällen von Toparlar mit anschließendem Bad in einem kleinem kühlen Gebirgssee. Eine echte Abkühlung bei den hohen Temperaturen! Naja, der Autor dieses Textes hatte bereits vorher unfreiwillig für eine ganz besondere Art der Kühlung gesorgt: Irgendwo auf der Tour riß vor Silvias Augen an ungünstiger Stelle die Naht der ach so beliebten Cargo-Hosen. Und wer Silvia einmal lachen sieht kann nicht umher und so mußte auch ich gleich mitlachen. Wieder im Hotel angekommen nahm uns Stephan mit auf eine MTB-Tour durchs Hinterland von Dalyan. Auf Schotter und weichgekochtem Asphalt ging es vorbei an Zitrus- und Obstplantagen zu einem gemütlichen Naturrestaurant, das seine Gäste mit einem schönen Garten erwartete. Niedlich auch die Sitzgelegenheiten: mit Polstern ausgestattete Holzböden luden zum Verweilen ein. Bei Ayran und O-Saft konnten wir so den Temperaturen trotzen. Abends wurde zum ersten Mal auswärts gegessen. Dafür setzten wir mit Käptain Ali unweit vom Hafen Dalyans über auf die andere Seite wo am Steg bereits für uns gegrillt wurde. So genossen wir einen lauen Sommerabend mit leckerem Essen inmitten der Natur.

Dalyan

Donnerstag Nachmittag stand die Tour zum Garten Eden in Sultaniye an, einem anderem Naturrestaurant. Wer wollte konnte dorthin wandern oder auf einer anderen Route auch radeln. Oder man ließ sich einfach gegen Abend von Ali dorthin tuckern. Ich entschied mich für die Radtour, die sehr anstregend war, weil es zunächst mal nur bergauf ging. Erwähnte ich, daß es knapp zwei Stunden vorher in Gerdas Cafe noch 39°C im Schatten war? Ich kam mir vor wie ein radelnder Hirtenspieß. Ok, die Vorbereitung sollte auch anders aussehen als sich am Vorabend bis drei Uhr morgens mit dem Hotelpersonal an der Poolbar festzugurten. 😉 Aber einmal auf der höchsten Stelle angekommen erwartete einen eine fantastische Aussicht auf grün bewaldete Berge und den türkis-blau schimmernden Köycegiz-See. Die Abfahrt zum Garten Eden entschädigte dann für die vorherigen Strapazen. Beim abendlichen Essen im Garten Eden traf man dann auch die „Wanderfrösche“ wieder und jeder hatte dem anderen was von seiner Tour zu berichten. Mit Ali gings dann per Boot zurürck nach Dalyan, begleitet von Myriaden von Sternen, die vom Himmelsrund herableuchteten – eine beeindruckende Atmosphäre.

Dalyan

Der Freitag war ein teamerfreier Tag und jeder Frosch tat wonach ihm gerade war. Einfach nur am eigenen Pool abhängen oder etwa nach Ephesus fahren? Vielleicht auch an einer Truck-Safari teilnehmen, im Schlammbad nach Verjüngung suchen oder auf einer 12-Insel-Tour einen ganzen Tag auf dem Meer verbringen? Alles war möglich. Am Abend luden die Teamer zur Mottoparty am Froschpool ein, die im späteren Verlauf zur Poolparty umfunktioniert wurde – für einige freiwillig, für andere unfreiwillig. 😉 Samstag unternahmen wir zusammen eine Tour nach Ekincik in die gleichnamige Bucht. Ein Teil wanderte, der andere ließ es sich auf Alis Boot gut gehen. Die Wanderung nach Ekincik war dabei wohl das Highlight. Silvia führte uns vorbei an Obstplantagen, dem antiken Kaunos und durch wohlduftende Pinienwälder. Unterwegs boten sich dann fantastische Ausblicke auf grüne Wälder, türkises Wasser und schöne Küsten. Und Ali empfing uns mit Mittagessen auf dem Boot. Wieder zurück in Dalyan ging es dann über den Wochenmarkt, denn samstags ist Basar. Hier übten wir uns im Feilschen und waren überrascht wie ungestört man über diesen Markt schlendern kann.

Dalyan

Am Sonntag nahm ich mit anderen Fröschen an Silvias Aquarobic-Übungen teil. Später am Tag folgte noch eine Wellness-Stunde. Und hier erlebten wir Silvias großen Auftritt. Ich erwähnte ja schon den zweiten Pool. Eigentlich für uns Frösche vorbehalten teilten wir ihn uns praktisch mit den anderen Hotelgästen. Wir ließen uns also von Silvia Quarkmasken und Gurkenscheiben aufs Gesicht legen, das ganze untermalt bei angenehmer Entspannungsmusik. Mehrere Hotelgäste wollten aber gerade zu einer ausgedehnten Wasserballschlacht ansetzen, doch Silvia, dieser kleine Wirbelwind hinter der jeder Orkan zu einem lauen Lüftchen verkommt, geigte den Gästen nett aber bestimmt ein paar Takte und kurz darauf verließen gestandene Männer den Pool – noch heute bewundere ich sie dafür. Überhaupt waren die Teamer gut drauf und vermittelten nie das Gefühl irgendeiner aufgezwungenen Freundlichkeit. Im Gegenteil, wir haben herzlich miteinander gelacht, und gerade Stephan war immer froh „wenn man ihm die Stange hielt“, um es mal mit seinen eigenen Worten zu beschreiben. J Gut gelacht hab ich auch mit meinem mir zugewiesenen Zimmerkollegen. Genau wie ich mit leichtem Hang zur Albernheit glaubte mancher, daß wir uns schon lange kennen würden. Dies erging aber auch anderen so. Und da war es wieder, das Frosch-Prinzip: lern nette Leute kennen und hab einfach Spaß mit Gleichgesinnten ohne Zwang! Ohne Zwang, aber mit gemischten Gefühlen fand dann abends die Abschiedsparty für die Altfrösche statt. Denn nun sollten wir ja die Altfrösche werden und wie würden die Neuen sein? Und so kam der Montag, die Uraltfrösche flogen heim, wir Altfrösche warteten derweil auf die Neuen – und auf unsere neue Teamerin Johanna, die Stephan nach einer Woche ablösen sollte. Die Ärmste durfte auch gleich in ihrer ersten Woche so ziemlich alle MTB-Touren und die Hausbergwanderung mitmachen, um für die Folgewoche gerüstet zu sein. Aber sportlich wie sie nun einmal war, war es es nicht wirklich ein Problem für sie.

Mit den neuen Fröschen zogen wir ebenfalls abends durch Dalyan. Gerade abends erwacht der Ort erst mal so richtig zum Leben und für jeden Geschmack sollte etwas dabei sein, ob nun Shoppen, Essen, Trinken, Wasserpfeife rauchen oder Live-Musik. Was also folgte war eine weitere schöne Woche bei tropischen Temperaturen. Das Programm der Folgewoche ähnelte in etwa der Ersten, so daß einige Altfrösche entweder auf eigene Faust tourten oder die neuen Programmpunkte wählten, die eh erst in der zweiten Woche angeboten wurden. Dienstag war natürlich wieder Welcome-Party für die neuen Frösche und am Mittwoch folgten wir Altfrösche Stephan auf die Hausbergwanderung mit der Möglichkeit Schildkröten, Krebse und kleine Schlangen aus nächster Nähe zu sehen. Gemeinsam ging es dann aber am Abend zur Forellenfarm, wo wir in den Genuß fangfrischer Fische kamen.

Dalyan

Am Donnerstag erlebten wir alle ein schönes Barbecue am Iztuzu-Beach vor romatischem Sonnenuntergang. Hier sollten wir dann auch mal springende Fische sehen! Die Mottoparty am Freitag Abend wurde für einige wiederum zur unfreiwilligen Begegnung mit dem Froschpool. J Wer die Wanderung nach Ekincik bereits gemacht hatte konnte nun am Samstag alternativ die Bootstour dorthin wählen. Dabei steuerte Käptain Ali mehrere Buchten an und legte Badestopps ein, was zu einem schönen relaxten Tag auf See führte. Natürlich hatten wir am Sonntag dann unsere eigene Abschiedsparty und am letzten Tag, sozusagen zum Abschluß, besichtigten wir dann noch die antike Ruinenstätte von Kaunos, die wir ja schon auf unseren Wanderungen und Radtouren von weitem sehen konnten. Da Kaunos auf der anderen Seite des Flußes liegt, setzt man am besten mit dem Boot über. Aber Vorsicht! Die offiziellen „Public Boats“ wollten für die paar Meter 15 Mio. TL (ca. 8 €) pro Person. Von Ali wußten wir aber, daß man einfach bis ans Ende der Hafenpromenade geht und dann quasi gegenüber den Felsgräbern steht, wo einen ein kleiner knuddeliger Mann namens „Dada“ erwartet. Er ruderte uns dann in seiner Nußschale auf die andere Seite und das für 2,5 Mio. TL (laut Ali kann man es auch für 1 Mio. schaffen).

Dalyan

Die Überfahrt war dann auch umso erlebnisreicher! Immer irgendwo zwischen Kentern und Kollision mit anderen Booten ist man froh wenn man schließlich das andere Ufer erreicht hat. J Kaunos ist dann zu Fuß noch etwa 15 Gehminuten entfernt. Wenn man dann im Halbrund des antiken Theaters sitzt, so ist man noch mehr beeindruckt von den alten Bauten. Und so mancher von uns stellte sich vor wie es wohl damals gewesen sein muß, als das Leben hier pulsierte. Noch schwieriger fiel uns die Vorstellung diesen Ort schon in ein paar Stunden verlassen zu müssen. Was bleibt sind Erinnerungen an einen tollen Urlaub, indem es viel zu sehen und zu entdecken gab, 1a-Klasse Teamer, lustige neue Bekanntschaften, prächtige Natur und eine gnadenlose Sonne, die scheinbar in den letzten beiden Tagen noch schnell ein Flair von Wüstenstimmung verbreiten wollte – schon mal einen Fön bei Stufe 3 im Nacken gespürt? 😉 Wie auch immer, wir waren uns einig: Dalyan war wahrlich eine Reise wert.

Ein Gedanke zu „Ein Sommer in Dalyan – oder: Mir geht langsam der Schweiß aus

  1. sema sahin

    Schönen abend habe gerade ihre urluabs bewertung angesehen und sehr erfreut das sie “ die türkei“ auch mal anders kennengelernt haben.ich bin selber türkin und habe vor im juli einen urlaub nach dalyan zu machen.es ha mich sehr gefreut das sir so viel psitives über dalyan berichtet haben allerdings würde mich auch mal das nachtleben ( falls es eins gibt ) interessieren ich habe auf vielen seiten zu dalyan bilder gefunden allerdings keine von clubs oder bars .gibt es dort so etwas???? über eine antowrt würde ich mich sehr freuen .

    Mit freundlichen grüßen

    sema sahin

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