6. Juli 2004

Orientalisches Zwischenspiel

Reisebericht von Sami Abu-Bakr (sami.abu-bakr at gmx.de)
FROSCH Reiseziel Sportclub Holiday Calbis, Dalyan – Naturparadies in der Türkei

Angekommen aus fernen Landen
Trafen wir uns um zu träumen
Der Gedanken Phantasie zu folgen
Zu lachen, reden, hasten und warten

Der Frösche Runde noch so jung
Nach wenigen Tagen
Doch schon vergangen
Jeder von uns war ein Teil des Tagesrades

Der Frühstückstisch am Morgen
Die Augen schreiben den Abschied
Voll wehmütiger Gedanken
Zurück der Tage Spaß und Freud

Auch wenn die Nächte kalt und der Regen Taufe
Das Ziel nicht immer klar und weise
So waren es doch wunderschöne Tage
Es war schön mit Euch

Habt Dank dafür!

DalyanVom Beckenrand des in einem außergewöhnlichen Designs gestalteten Pools des Holiday Calbis, dem Frosch Domizil in Dalyan, beobachtete in einer erstaunlichen Ausdauer eine in hellbeigem Stein gehauene Schildkröte aufmerksam das ungewohnte Treiben kurz nach Sonnenaufgang.

Gerade hatte der Muezzin der in einer typischen Bauweise unweit des kleinen Hafens von Dalyan gelegenen Moschee zum Morgengebet gerufen und der Hall seiner Stimme drang weit über den Ort mit seinen kleinen Läden, den vielen Restaurants, dem Markt, den weitläufigen Feldern, die in ihrer ganzen Farbenpracht die Zitronen- und Orangebäume in dem rotgelben Licht des beginnenden Tags erscheinen ließ. Der natürliche Wecker setzte pünktlich um 5 Uhr früh ein und vermittelte einen Hauch der orientalischen Kultur und Gepflogenheiten.

Dalyan
Dalyan

Dalyan steht ganz im Zeichen der Schildkröte, sowohl der etwa tellergroßen Landvariante, der wir vielfach einzeln oder auch zu mehreren begegnet sind, als auch die Caretta-Caretta Meerschildkröte. Diese legt jedes Jahr zwischen Ende Mai und September ihre Eier in dem feinen, weißen Sand des Mittelmeeres ab. Zum Strand fährt man von Dalyan mit einem der vielen Boote, die am Hafen auf Kundschaft warten. Unser Wassertaxi wurde immer von Kapitän Ali gesteuert, der wohl im Schlaf den Weg durch die vielen verwirrenden, natürlichen Kanäle kannte, die beidseitig von hoch gewachsenem Schilf gesäumt waren. Vorbei ging es an kleinen Bootswerften und den monumentalen Felsengräber der Lykier, eines der bedeutendsten Zeitzeugen von Kaunos, die ihre eigene Geschichte zu vermitteln suchten. Der Grillabend bei Sonnenuntergang mit einer sich anschließenden Bootsfahrt bei Mondesschein dürfte zweifelsohne jeden Romantiker mit Freude erfüllt haben.

Dalyan
Dalyan

Gerade dieses Fleckchen Erde der türkischen Ägäis, rund um das verträumte Naturschutzgebiet Dalyan, nur etwa eine Bootsstunde von dem griechischen Eiland Rhodos entfernt, vereint unterschiedliche Epochen mit einer pikanten Mischung aus südländischer Gelassenheit und historischer Ideologie.

In dem kleinen Ort Sultaniye an dem Köycegiz-See liegt ein Restaurant mit dem tragenden Namen „Garten Eden“. Hier trafen sich die Wanderer und Radfahrer, um am Abend gemeinsam unter einer mehr als 200 Jahren alten Plantane die türkische Landküche zu genießen. Zuvor luden Hängematten und die kleinen, schattigen Sitzecken zum Verweilen bei einem original türkischen Kaffee ein.

Als wahrlich traumhaft kann die mehrstündige Wanderung nach Ekincik bezeichnet werden, die durch die landschaftliche Vielfältigkeit einen besonderen Akzent erhielt. Vorbei ging es an der einstigen Hafenstadt Kaunos, benannt nach Kaunos, Sohn des Miletos. Sehenswert sind das antike Theater, der Hafen sowie die Akropolis. Am Ziel Ekincik angekommen, werden wir mit dem kristallklaren Wasser belohnt, in dem das Schwimmen viel mehr als nur eine Wohltat darstellt. Was gibt es Schöneres als danach das Mittagessen auf dem Boot von Kapitän Ali einzunehmen.

Dalyan
Dalyan

Zurück in Dalyan blieb noch Zeit für einen ausgelassenen Bummel über den Samstagsmarkt, dessen typisch orientalischer Basarcharakter zum Handeln anregte.

Fethiye, eine bekannte Hafenstadt war das Ziel eines eintägigen Ausfluges, welchen wir mit dem hoteleigenen Kleinbus in einer knappen Autostunde erreichten. Fethiye hat eine wunderschöne Altstadt und auch der Besuch des Basars sollte auf jeden Fall auf dem Programm stehen.

Unweit von Fethiye befindet sich die verlassene Stadt Kayaköy, die bis Anfang der 20ziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts von Griechen bewohnt war. Daher sind auch mehrere Gotteshäuser christlichen Glaubens zu besichtigen. Es ist einer Zeitreise gleich durch die verlassenen Häuser und Straßen zu spazieren und in Gedanken die Zeit fast 100 Jahre zurückzudrehen.

Der Besuch des legendären Strandes von Ölügeniz, mit seinem glasklaren Wasser und der bekannten Bucht, unweit von Fethiye gelegen ist ebenso ein Besuch wert wie die vielen anderen Attraktionen und Sehenswürdigkeiten, Land und Leute, Traditionen und Veränderungen. Seien es die Thermalquellen oder das Schlammbad, eine Jeep-Safari oder Rafting, den Wochenmarkt in Köycegiz oder eines original türkischen Hammam oder … oder …. oder ….

Dalyan
Dalyan

Am Samstag Abend haben wir eines der vielen einheimischen Restaurants im Ort aufgesucht. Dabei wurden wir mehr zufällig Zeugen einer türkischen Hochzeit, die auf dem Dorfplatz von Dalyan, nahe der Moschee in einer ausgelassenen Stimmung gefeiert wurde. Es war schon ein ungewohntes und doch vertrautes Erlebnis dem südländischen Temperament eines solchen Festes zu folgen.

Es wurde ein abwechslungsreiches und mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden versehenes Wander- und Mountainbike Programm angeboten, das in diesem fantastischen Land mehr als einfach nur Sport war. Immer wieder wurden wir mit einzigartigen Ausblicken belohnt, die nicht selten einem Stilleben gleich nach Steigerung verzweifelt suchen werden.

An vier Abenden in der Woche gab es ein reichhaltiges und abwechslungsreiches Essen, wobei stets frisches Gemüse und raffiniert zubereitete Salate auf dem Speiseplan standen. Als besonders empfehlenswert ist ein Essen auf einer Fischfarm zu erwähnen.

Unsere ärgsten Feinde waren die Fliegen und andere Stechinsekten, die allabendlich ganz gegen unseren Willen Bekanntschaft mit uns knüpfen wollten. Schutz ist unbedingt angebracht, da auch das Verbotsschild Kleidung nicht in ihrem Wortschatz vorhanden war.

Dalyan
Dalyan

Somit hat auch meine vierte Frosch-Reise, die mich in ein Gebiet geführt hat, dem ich anfänglich skeptisch gegenüber stand, ein Ende gefunden.
Zusammengefasst kann ich sagen, dass die Türkei ein interessantes und vielseitig unbekanntes Urlaubsziel ist, wobei ich in den 2 Wochen viele neue Eindrücke und Erfahrungen gesammelt habe. Der Rückflug in das kalte Berlin kam mir fast wie eine Bestrafung vor.

Dieser Bericht ist unserer Gruppe gewidmet, namentlich Ute und Peter, Tatjana und Walter, Ivonne, Jeannine, Inka, Robert, Iris, Christina, Reinhard, Dieter, Uwe, Ralph, Lisa, Reinhard, Bernd 1, Bernd 2 sowie unseren Teamern Silvia und Stephan.

Sami Abu-Bakr

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