8. August 2009

Reisebericht Fourka 4. bis 11. Juni 2009

Reisebericht von Claudia Uschi Veith (claudiaveith at yahoo.de)
FROSCH Reiseziel Sportclub Hotel Tropical – Club 30+/- für Singles und Alleinreisende

Ein großer, hässlicher Hotelklotz, ein kleiner, verdreckter Pool, der Strand eine Tageswanderung entfernt, das Sportprogramm selbst für die eigene Oma zu öde, fades Essen und nervtötende Mach-dich-zum-Affen-Animateure….. all das kann man getrost von seiner Das-Kann-Im-Urlaub-Alles-Schiefgehen-Liste streichen, wenn man sich ins Flugzeug setzt und gen Frosch-Sporturlaub in Fourka abhebt.
Etwas skeptisch war ich ja schon, als ich irgendwann im Frühjahr meinen ersten Frosch-Urlaub buchte. Sport- und Partyprogramm für Singles und Alleinreisende… In meinen Alpträumen sah ich mich schon inmitten „Übriggebliebener„, die den lieben langen Tag nichts anderes machen, als dilettantisch baggern – auch und vor allem fernab des Beachvolleyballfeldes.

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In der Hoffnung, vorab ein wenig herauszufinden, mit wem ich mich eine Woche am Pool des Hotels Tropical aalen und in den Bergen von Chalkidiki auf dem Bike quälen würde, setzte ich einen Eintrag ins Frosch-Chatboard. Die erste angenehme Überraschung folgte: Prompt meldete sich Petra, ein Mädel aus Stuttgart – an dieser Stelle: Petra, mein G.Punkt, du bist die Beste! Einige E-Mails später stand unsere Verabredung am Flughafen Stuttgart. Gemeinsames Ziel: Feuchtfröhliche Reise nach Fourka – idealerweise mit einem Cocktail-to-go in der Hand. Fourka, wir kommen, lautete unsere Mission.
In Thessaloniki angekommen, mussten wir noch eine kleine Hürde nehmen, bevor unser Urlaub starten konnte: die Taxifahrt. Freundlich begrüßte uns der Taxifahrer mit den Worten: „Kommen Deutschland? Stuttgart? Gute Auto Mercedes, gute Auto. Deutschland, gute Land.„ Grinsend hielt er uns seinen gen Himmel zeigenden Daumen vor die Nase. Dann stieg der übergewichtige, freundliche Grieche ins Taxi und gab Gas…. Während wir panisch nach den Kotztüten im Vordersitz suchten.

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„Herzlich willkommen!„ Mit diesen Worten strahlte uns Teamerin Ina im Hotel Tropical entgegen. Petra, die anderen drei Stuggi-Mädels und ich bezogen unsere Zimmer und richteten uns dann umgehend am Pool heimisch ein. Eine Stunde später hatten Petra, Alex, Simone, Sabine und ich unsere jeweiligen Lebens- und Liebessituationen kurz und knackig erörtert und diskutiert und waren von dem Zeitpunkt an unzertrennlich (Mädels, ihr fehlt mir!). Am Abend stand das Essen-Testen auf dem Programm. Nachdem wir das abendliche Büffet mit griechischen Spezialitäten für exzellent befunden hatten, ging es an die Pool-Bar zum „Beschnuppern„ der anderen (männlichen) Frösche – jede Menge Ouzo und „Jamas!„ inklusive. Den ersten sportlichen Programmpunkt, das gemeinsame Joggen am nächsten Morgen, absolvierte ich mit einem dezenten Brummen im Kopf . In den folgenden Tagen sollte sich der morgendliche Kater in einem ausgewachsenen Übelkeitsgefühl bemerkbar machen – ein wenig hinderlich bei den ausgedehnten Bike-Touren am Vormittag.

Eines wurde uns schnell klar: Bei Frosch ist alles bestens organisiert. Ich – als Frosch-Neuling – war beeindruckt. Fourka, ein kleiner, netter, typisch griechischer Ort mit schönen Strandbars, liegt ein paar Kilometer entfernt von der Hotelanlage Tropical. Gut zu erreichen ist er mit den Bikes, aber auch zu Fuß innerhalb von 15 bis 20 Minuten. Dennoch: Literweise Mineralwasser aus dem Ort in die Hotelanlage zu schleppen, macht bei den griechischen Temperaturen (zu unserer Reisezeit im Juni konstant 27 bis 30 Grad) nur bedingt Spaß. Gut also, dass es an der Hotelrezeption Sixpacks stilles Mineralwasser zu kaufen gab. Ab damit in den (großen) Kühlschrank auf dem Zimmer – Wasserversorgung gesichert.

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Die sportlichen Aktivitäten reichten vom Biken und Laufen über Beachvolleyball, Tischtennis und Nordic Walking bis hin zu Aqua Fit („Jetzt stellen wir uns auf die (Pool-)Nudel unseres Nachbarn“), Boccia und BMW (Bauch muss weg) – es blieben keine Wünsche offen. Auch Taucher und Schnorchler kamen auf ihre Kosten. Als Bike-Neuling hatte ich bereits vor meiner Anreise diverse Horrorgeschichten gehört – „Da hat’s einige übel reingelegt, die sahen schlimm aus„, „Die Bike-Touren sind echt nur was für die Harten„. Mit meinem Fahrradhelm im Gepäck war ich dennoch guten Mutes, wenigstens die leichten Touren zu absolvieren. Übrigens: Helm-Pflicht besteht nicht – die Teamer gehen aber mit bestem Beispiel voran, Micha oder Dani sah man nie ohne Helm auf dem Rad, und wer keinen eigenen Helm dabei hat, der setzt sich einfach einen aus dem Frosch-Sortiment auf den Kopf. Meine Ängste waren völlig unbegründet: Die Touren wurden abends gut beschrieben, so dass jeder abschätzen konnte, ob sie für ihn machbar ist oder nicht. Possidi-Beach, Kassandra und Schwefel-Quellen – ich bin überall angekommen und nahezu unverletzt ins Hotel zurückgekehrt. Lediglich ein blauer Fleck am Hintern blieb – und wuchs von Tag zu Tag. Mein Tipp: Unbedingt gepolsterte Höschen einpacken. Wenig sexy, aber viel bequem.

„Ena ouzo parakalo“ – eines kommt im Club Tropical bestimmt nicht zu kurz: das Feiern. Jeden Abend machten wir uns nach dem leckeren Abendessen gen Pool-Bar auf. Marta, Vera und Co. versorgten uns mit Ouzo, Weißwein und Cocktails (wenn auch der Long Island Ice Tea für Verwirrung sorgte… kam er doch seltsam anmutend in orange daher. Teamer Micha beeilte sich zu erklären, der Long Island sei nicht gerade des Griechen Spezialität und man täte gut daran, sich einfach an den Ouzo zu halten). Höhepunkt der Pool-Bar-Abende war die Pool-Party. Ena, thio, tres… und platsch… ging es mit Klamotten in den Pool. Ein Vergnügen, das wir einen Abend später wiederholten – bis wir darauf hingewiesen wurden, der Pool sei soeben erst gechlort worden. Rucki-Zucki waren wir raus aus dem Pool und mit den Klamotten unter der Dusche. Danach folgte der bange Blick in den Spiegel, ob die blonden Haare das Chlor-Bad heile überstanden hatten. Hatten sie!

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(Nicht-Blondinen sei an dieser Stelle erklärt, dass blonde Haare auf Chlor gerne mal mit Giftgrün reagieren) Am vorletzten Abend stand die Sunset-Bootstour auf dem Programm. Vorab: Keiner sollte sich dieses Vergnügen entgehen lassen! In familiärer Runde enterten wir mit 16 Fröschen das Boot von Janni und seinen Leuten. Es erwartete uns – Überraschung – Ouzo, gutes Mythos-Bier, chillige Musik, jede Menge gute Laune und eine gehörige Portion Romantik. In der ersten Bucht ging es zu südländischen Rhytmen vom Boot kopfüber ins kühle Nass.
Und zwar so schwungvoll, dass selbst das knackigste Bikini-Oberteil nachgeben musste – danke Ralf, dass du auch unter Wasser gefilmt hast… 😉 In
der zweiten Bucht ließen wir uns das Büffet schmecken, beobachteten geschätzte Millionen von Möven und bestaunten einen phänomenalen
Sonnenuntergang. Als wir schließlich im Dunkeln an der Chalkidiki-Skyline entlangschipperten und die Musik auf unserem Bacardi-Feeling-Boot ruhiger wurde, wurde zumindest in einer Ecke des Bootes heftig geknutscht.

Drei Dinge nehme ich aus dem Fourka-Urlaub mit nach Hause:
Erstens: Auch nach Ouzo-getränkten Nächten machen Bike-Touren rund um Fourka Laune.
Zweitens: Man kann in Fourka den ganzen Tag sporteln und will abends dennoch nicht ins Bett – jedenfalls nicht alleine.
Drittens: Nirgendwo lassen sich so tolle Spitznamen kreiren wie in Fourka – nicht wahr, Füxle, Porno-Ralle, G.Punkt und Laugenweckle?

Fourka, ich komme wieder! Deine Uschi;)

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