19. Juli 2007

Meine Woche Kalabrien

Reisebericht von Brigitte Brand (b.brand07 at web.de)
FROSCH Reiseziel Ferienanlage Grotticelle in Kalabrien, Italien

Dieses Jahr hatte ich mich für Kalabrien entschieden. Südlichstes Italien – wirklich viel wusste ich nicht über diese Region und damit umso gespannter was mich erwartete.
Die Zeit der Vorfreude war vorüber, nun endlich war es soweit! Nachdem alle am Flughafen in Lametzia Terme mit mir gelandeten Frösche das obligatorische Frosch-Schild gefunden hatten, wurden wir von Claudia (Reiseleiterin und Wanderguide) begrüßt und konnten mit einem Kleinbus gleich weiter zum Hotel.

Auf der ca. einstündigen Fahrt bekamen wir einen erste Eindruck unseres Urlaubsgebietes. Zu Beginn war alles relativ flach, ich fühlte mich eher an die Toskana erinnert und fragte mich schon, wo die im Prospekt beschriebenen netten Hügel sein sollten. Doch dann kamen sie – und ich fragte mich nur noch, ob ich da wirklich biken sollte/wollte!
Gegen 20.00 Uhr erreichten wir schließlich das Hotel. Mate, der Bikeguide, stellte sich kurz vor, zeigte uns unsere Zimmer und dann ging’s erst einmal zum Abendessen. Die drei verbliebenen Fröschen der Vorwoche begrüßten uns trotz später Stunde als erste Neuankömmlinge und weihten uns in die „wichtigsten Interna“ ein. Außerdem weckten sie unsere Neugierde auf das, was die vor uns liegende Woche bringen würde.

Am Sonntag war offizielle Begrüßung, danach kurze „Orientierungsphase“ zu Fuß oder per Bike: Strand, Supermarkt, Geldautomat, Telefon, Eisdiele. Das Wetter war hervorragend und die meisten ach so aktiven Frösche zog es erst mal zum Strand – und nicht zur kleinen Einführungswanderung Richtung Leuchtturm. Ich ließ mir diesen Spaziergang nicht nehmen und kam so in den Genuss eines super schönen Ausblick über das Capo Vaticano und die einzelnen Buchten.

Kalabrien

Das Highlight dieses ersten Tages war für mich jedoch das Klippen-Climbing. Ich wusste nicht wirklich was mich erwarten würde: Ein einfaches über die Felsen gehen, ein wenig klettern…? Es war von jedem etwas – und machte rießigen Spaß! Manche Stellen hatten es echt in sich: Die Felsklippen im Wasser unter uns und wir oben am Felsvorsprung, der zu umklettern war. Ich wundere mich immer noch, dass am Ende alle heil unser Ziel St. Maria erreichten. Doch Claudia als Teamerin nahm die Sache so was von cool und gelassen als könnte da gar nichts schief gehen.

Kalabrien

Claudia hatte auch immer die richtigen Worte, um ihre Wanderungen interessant und ereignisreich zu beschreiben – was dazu führte, dass ich auch am nächsten Tag zu Fuß unterwegs war. Wir fuhren ein Stück mit dem Zug Richtung Landesinnere – unser eigentliches Ziel war der Monte Sant Elia. Am Bahnhof in Palmi angekommen ging es eine asphaltierte Straße entlang bergauf. Als wir eine Biegung erreichten hörten und sahen wir auf einmal ein Trüppchen Italiener, die auf einer Mauer saßen und ein wahnsinniges Geschreie veranstalteten. O.K., wir hatten von dort eine super Aussicht über das türkisblaue Meer, sahen die ionischen Inseln und erahnten den Stomboli. Aber warum brüllten nur diese Italiener so? Wir wollten schon ohne des Rätsels Lösung weiter, als ein spezielles Fischerboot auftauchte, das zum Schwertfischfang eingesetzt wird und gerade in Aktion war. Die Italiener machten demnach die Crew auf den Schwertfisch (den wir dann auch endlich entdeckten!) im Wasser aufmerksam und feuerten den Harpunier beim Abschießen an. So konnten wir live einen solchen ereignisreichen und nicht alltäglichen Fang miterleben.

Kalabrien

Danach wanderten wir auf „richtigen“ Wanderwegen weiter bis zu einem Aussichtspunkt und Fotostop, kehrten wieder und es ging nochmals einige nicht wenige Stufen bergauf bis zu einer Kapelle und dem Gipfelkreuz des Monte Sant Elia. Dort machten wir Rast, konnten unsere Wasservorräte an einer Quelle nachfüllen und diesen genialen 360-Grad-Panoramablick genießen. Die Landschaft Kalabriens ist wirklich ursprüngliche Natur mit Gebirgszügen, kleinen Dörfern, Wäldern unterschiedlichster Art und viel, viel grün.

Am Dienstag nahm ich doch mal das Bike in Angriff und fuhr Richtung Tropea. Dieses Städtchen sollte ja sehr nett sein. Mal schau’n wie weit ich kam. Es gab ganz nette Steigungen, aber danach ging es ja auch immer wieder runter… also halb so wild und gut zu schaffen. Einziger Wehrmutstropfen – nicht nur bei dieser Bikestrecke – es war nur asphaltierte Straße. Tropea liegt auf einem Felsen direkt am Meer, lädt ein zum bummeln, shoppen und Cappucino trinken und hat zudem einen wunderschönen Strand. Ein Ausflug , der sich lohnt!
Doch auch der „Frosch-Hausstrand“ bzw. die Buchten drumrum sind wirklich nett und bestens zum baden und relaxen geeignet. Das Wasser ist klar und sauber, man kann je nach Laune entweder mit anderen Fröschen zusammen sein oder es sich abseits in einer Bucht gemütlich machen. Besonders bei den heißen Temperaturen fand ich es super schön mit dem Katamaran bzw. dem Kanu auf dem Meer unterwegs zu sein.

Kalabrien

Die Kultur hab ich in meiner einen Woche ziemlich vernachlässigt. So kann ich auch nur weitergeben, was andere Frösche z. B. über die Liparischen Inseln erzählten: Es ist ein ereignisreicher, abwechslungsreicher Tagesausflug, den man selbst erlebt haben sollte.

Die Tour zum Nationalpark Aspromonte war nicht nur in unserer Woche ausgefallen Hauptgrund hierfür ist vor allem eine mehrstündigen Zugfahrt, die von den meisten doch als großes Manko empfunden wird. Als Ersatz wurde die Geisterstadt Papaglionti sowie das Felsen- und Grottendorf Zungri erwandert. Wir konnten uns ein Bild von Wohn-, Schlaf- und Kaminzimmern früherer Zeiten machen und so manch nützliche, clevere und praktischen Einfällen früherer Generationen rekonstruieren. In der Geisterstadt Papaglonti schließlich konnten wir den legendären Balkon von Romeo und Julia bestaunen. Einziger Kritikpunkt bei den Wanderungen für mich: Die Touren führten oft den selben Weg wieder zurück. Das fand ich weniger interessant und nicht sehr spannend.
Die Biketouren waren bzgl. der Höhenmeter, der Landschaften und Ziele ebenfalls beliebt. Großer Minuspunkt war wie schon angesprochen, dass es so gut wie nur über asphaltierte Wege ging. Als Biker kann man sich und sein Rad also nicht wirklich ausprobieren und das Ganze ist etwas langweilig.

Kalabrien

Abgerundet wurde das Wochenprogramm von einigen kleinen Fitnesseinheiten und Beachvolleyball.
Die Abende waren ausgefüllt mit Lagerfeuer am Strand, Kickerturnier, Weinprobe, Tropea-Trip by night oder einer spontan organisierten Terrassenparty. Wer der absolute Tanz- und Discogänger ist, hätte sicher einiges vermisst – aber auch die Reisebeschreibung nicht gelesen.
Ich persönlich fand es mit der überschaubaren (in unserer Woche ca. 20) Froschtruppe sehr angenehm. Locker ungezwungen, einfach gemütlich.

Die Hotelanlage, die Zimmer und das Essen waren o.k., aber nicht extra erwähnenswert bzw. wie im Katalog beschrieben. Was mir im Hotelzimmer wirklich gefehlt hat war ein Kühlschrank. Den gab es nur in den Apartments. Mangelware waren Adapter. Sie wurden uns zwar von der Rezeption zugesichert, waren aber bei Abreise immer noch nicht vorhanden. Empfehlenswert ist auch ein Mückenstecker. Beide Dinge gibt es jedoch vor Ort zu kaufen.
Die Teamer Claudia und Mate waren immer nett, freundlich, hilfsbereit, gut drauf – und durch nichts aus der Ruhe zu bringen. Es hat Spaß gemacht mit euch!

Fazit für mich: Ein schöner, vielseitiger Urlaub in einer Region, die wirklich noch einiges an urwüchsiger Natur zu bieten hat und diese hoffentlich noch lange erhalten kann.

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