29. Juni 2004

Kalabrien mit Eigenanreise

Reisebericht von Annette Sudek (a.sudek at cityweb.de)
FROSCH Reiseziel Ferienanlage Grotticelle, Kalabrien – Capo Vaticano

Ricadi – ein ganz kleiner Bahnhof mit morbidem Charme. 2 Gleise, die man einfach überquert (jeder Zug, egal welche Richtung, fährt dort von Gleis 2), verrostete Wegweiser, die überflüssig sind, weil man nur in eine Richtung gehen kann, vergilbte Fahrpläne, zersprungene Lampen, Palmen. Ich kam dort an nach einer langen Zugreise und stand nun da. Mehrere offensichtlich verlassene Gebäude, andere vielleicht nur verschlossen: es war Siesta, heiß, ein paar schlafende Katzen. Kein Mensch zu sehen, nichts. Alles so nett verloren, ein wenig wie im Film. „Steig in Ricadi aus, dann geradeaus und einfach nur rechts die Straße lang, das ist nicht weit, oder nimm dir ein Taxi“ hatte man mir in Münster am Telefon erklärt, (schon mal da gewesen??)

Kalabrien

Ich rief das Hotel an, wurde freundlich abgeholt, konnte in mein Zimmer und – da alle Frösche ausgeflogen waren, ging es erst mal zum Strand. 350 Meter, vielleicht, aber in welcher Form!!! Das muss man ja auch alles wieder hinauf…. So ist Kalabrien : Steil, streng, eigenwillig, ABER charmant, vor allem die Menschen. Am Strand empfing mich eine einladende Strandbar und natürlich dieses leuchtend blaue Meer. Wie versprochen. Und wer/wo waren die anderen Frösche? Mir fiel keiner auf. Die Neugierde wuchs, die Zweifel auch: Mit 52 und dann doch wieder Frosch-Sportreisen? Ob das gut gehen würde? Auf keinen Fall hier mit dem Fahrrad… nein, auch nicht die Schnuppertour.

Kalabrien

Vor dem Abendessen fand ich Irmi, die Reiseleiterin, und alle kleinen und großen Bedenken waren erledigt: Gut gelaunt, offen, selbstverständlich, herzlich lachend begrüßte sie mich und ich fühlte mich sofort willkommen. Markus, der Biker, unterstützte diesen Eindruck auf seine stille, aufmerksame Art. Da mussten die ReiseteilnehmerInnen ja zufrieden und ebenso gut gelaunt sein. Waren sie auch. Sowohl diejenigen, die schon eine Woche dort waren als auch die Neuankömmlinge. Die hartherzliche Ruhrpottfraktion fand sich „wacker“ zusammen, hier konnte nichts mehr schief gehen. Es wurde täglich gut gegessen, viel gelacht, temperamentvoll gekickert und viel getanzt. Eine intensive Zeit hatten wir dort.

Kalabrien

Das Programm: gut organisiert, schöne Wanderungen, vielfältige Zusatzangebote – alles nicht in einer Woche zu schaffen. Auch als Fahrradverweigerin war ich nicht isoliert. Bus und Bahn brachten mich oft an die gleichen Ziele und ein Eis ließ sich gemeinsam genießen. Die Zeit, die ich gewann, weil ich mich nicht die Berge auf dem Rad hoch quälte, füllte ich mit Ausflügen nach Reggio, Scilla, Lipari/Stromboli, einem Segelausflug rund um Capo Vaticano und Tropea, Tropea, Tropea: eine unglaublich anziehende Stadt mit all ihren Ausblicken auf dieses strahlende Meer dort unten. Ein Abstieg zum Strand lohnt sich besonders: Nicht nur das Meer ist noch schöner als der Hausstrand, auch die Atmosphäre spezieller, und die sich eröffnenden Ein- und Durchblicke unter dem großen Felsen sind wirklich grandios.
Und immer wieder eine lachende Irmi, voller Interesse für das, was man am Tag erlebt und sonst noch so vor hatte. Und Markus, der sich immer gerne auf Gespräche einließ. Beide zusammen ein präsentes Team, welches wirklich will, dass es einem dort gut geht.

Der Aufenthalt in Kalabrien kann nur an einem selbst scheitern!

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