19. August 2006

Reisebericht Kalabrien Mai/Juni 2006

Zum Frosch Reiseziel Hotel Grotticelle & Residence Esmeraldo – Capo Vaticano, Kalabrien – Italien

Capo Vaticano

Lamezia Terme! So hieß der Zielflughafen unserer Kalabrien-Reise. Keiner kannte ihn. Demzufolge durften wir auf eine Region gespannt sein, die (noch) nicht allzu stark touristisch geprägt ist. Und so war es auch. Es gab zwar hier und da Hotels, aber alles wirkte noch angenehm ursprünglich. Unsere Anlage umfasste mehrere Häuser und bot nicht nur gutes Essen, sondern auch einen Minimarkt, um sich für die Wanderungen und Mountainbiketouren zu rüsten. Unser Domizil lag an einem Hang oberhalb der Steilküste des thyrennischen Meeres. Ein Weg führte zur malerischen Badebucht mit Standstrand hinab. Es war ein tolles Gefühl dort unten zu liegen und die bei Wind doch ordentliche Brandung und die umliegenden Klippen zu genießen. Genießen konnte man aber auch den tollen Ausblick vom Capo Vaticano auf die wilde Küste. Von dort konnte man bei guter Sicht auch den Stromboli sehen. Der Capo Vaticano war im Mittelalter Teil eines Verteidigungssystems bestehend aus Türmen entlang der Küste, um die Sarazenen abzuwehren. Das waren passende Ziele für eine von uns selbst organisierte Mountainbike-Tour. Die Küste lud aber auch zum Kanufahren und Katameransegeln ein, was etliche von uns genossen haben.Wer meint, dass Kalabrien karg sei, täuscht sich. Immerhin 40% dieser Gegend bestehen aus Wald. Einen besonderen Eindruck davon bekamen wir bei einem Ausflug in den Aspromonte Nationalpark. Dort gab es am Monte Scirocco sogar einen Skilift: man konnte es kaum glauben. Als Ziel der Wanderung erwartete uns eine tolle Landschaft mit einem Kaskadenwasserfall. Der letzte Abschnitt der Wanderung hatte dann „Adventure“-Charakter. Um entlang dem Flussbett voranzukommen, war das Balancieren über Bäume und das Springen von Stein zu Stein bzw. Fels zu Fels angesagt. Der eine oder andere durfte dann auch Bekanntschaft mit dem kühlen Nass machen: Dort gehören Frösche ja auch hin. Anschließend machten wir noch einen Abstecher in das Fischerdörfchen Scilla mit einer imposanten Festung, welches an der ungefähr 3km breiten Engstelle vom italienischen Festland und Sizilien lag.

Capo Vaticano

Interessant war aber auch eine Mietwagentour: Erst entlang der Küste an dem schönen Nicotera vorbei, dann quer durch Italien auf die andere Seite an das ionische Meer. Dort gab es keine Steilküste, sondern ewig lange Sandstrände ohne jegliche Touristen. Die Berge begannen dann im Hinterland und luden zur Besichtigung der außergewöhlichen Ortschaften Gerace und Stilo im Stile von bewohnten Geisterstädten ein. Von dort konnte man ein atemberaubendes Küstenpanorama genießen. Für Archäologie-Fans gab es in dem ursprünglich griechischen Ort Locri – der von Frauen gegründet wurde, die mit ihren Sklaven durchgebrannt waren- auch einen interessanten Park zu besichtigen. Dort wurden die Reste der einst einen Quadratkilometer großen Stadt samt Amphietheater präsentiert.

Capo VaticanoAber auch in der näheren Umgebung des Capo Vaticano ließ sich einiges Interessantes besichtigen. So sind wir beispielsweise mit dem Mountainbike nach Tropea gefahren. Tropea ist eine richtige italienische Kleinstadt mit Flair, die auf einem bizarren Felsen sitzt. Da es so schön war, fuhren wir abends nochmal dorthin, um zu bummeln und gemeinsam zu essen. Da an diesem Tag zufälligerweise der italienische Nationalfeiertag war, konnten wir quasi als „Nachtisch“ ein italienisches Platzkonzert genießen, was wiederum von einem Platzregen samt Hagel jäh beendet wurde. Aber nicht nur Tropea ist einen Ausflug wert, sondern auch Pizzo. Unpünktliche Züge und Schaffner, die keine Fahrkarten verkaufen wollten, sind auf dem Weg dorthin normal. In Pizzo angekommen, kamen alle Fans des Tartufo-Eis auf ihre Kosten.

Wer Urlaub in einer touristisch wenig erschlossenen Gegend machen und das ursprüngliche Süditalien mit seinen landschaftlichen Reizen kennenlernen möchte, kommt um diese Reise nicht herum!

Oliver

2 Gedanken zu „Reisebericht Kalabrien Mai/Juni 2006

  1. Stefan

    Es freut uns dass du positive Eindrücke aus Kalabrien mitgenommen hast,
    allerdings deine 40% Waldfläche ist eine Fehleinschätzung auch wenn in der Sila und dem Aspromonte viele Grünflächen vorherrschen so ist es im großen und ganzen doch eher eine „karge Mondlandschaft“ wir verbringen seit nunmehr 15 Jahren unseren Sommerurlab dort und sprechen aus Erfahrung. Zu beachten sind auch die nicht unerheblichen immer wieder zu beobachtenden Waldbrände…

  2. Helga Russinger

    Hallo Oliver!

    Du hast dieses Foto im Jahr 2006 hier reingestellt – ich wollte dich fragen, ob ich es verwenden darf? ich brauche es für ein Modell, das ich für meine Klienten verwende, das für die ‚Sinne‘ stehen soll – und ich hab sehr viele Fotos von Kalabrien, aber nicht von der Landschaft – und dafür hätte ich gerne deins genommen. Wäre das ok für dich?
    Schreibst mir eine email? ich danke dir! einen schönen Tag aus Tirol, lg, Helga

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