24. März 2008

Erste Reihe Strand: Il Tempio, Kampanien

Reisebericht Kampanien 29.09.-13.10.2007 von Claudia L.

Diesmal sollte es Kampanien sein, Wassersport und Radfahren und etwas Kultur, die Tage im Oktober auch noch lang genug für viele Aktivitäten… Das Landgut „Parmenide“ stand auch zur Wahl, aber das Hotel „Il Tempio“ liegt nun einmal genial direkt am Meer, kurze Wege, noch mal eben vor dem Frühstück schwimmen gehen oder den Sonnenuntergang über dem Meer genießen, es war auf jeden Fall die richtige Wahl. Hoteleigener Strand mit Liegen und Sonnenschirmen, ganz schön dekadent, der schicke Pool eiskalt, also mehr was für`s Auge. Direkt am Strand liegt auch das Wassersportzentrum von „Blue Soul“ und die Strandbar Lido, Ort für einen mittäglichen Snack und natürlich für abendlichen Parties.

Das Essen: gut, reichlich und abwechslungsreich, beim Frühstück vieles in diesen kleinen Verpackungen (Kekse, Vollkornbrot) aber auch frisches Obst, Joghurt usw., zum Abendessen gab`s wie in Italien üblich mehrere Gänge, bis auf den Salat wurde alles am Tisch serviert. Im Speisesaal wurde es abends schon mal etwas trubelig, umherwuselnde Kellner und aufgedrehte Frosch-Gäste, die die Erlebnisse des Tages austauschen. Wir hatten ein Zimmer im Erdgeschoss, die haben den Vorteil, dass es eine Terrasse gibt mit Stühlen und Tisch und Wäscheständer (sehr wichtig). In der Empfangshalle des Hotels steht ein Sportschau- und EM(!)-tauglichen Fernseher, auf den Zimmern meines Wissens nur eingeschränktes TV-Angebot.

Kampanien

Die Wassersport-Station wird von Blue Soul betrieben, alles was mit Sportgeräten über und unter Wasser zusammenhängt, liegt in den Händen der Blue-Soul-Mitarbeiter.

Für Kampanien habe ich mich auch deshalb entschieden, weil man dort tauchen kann. Unter den Frosch-Gästen gab es ausser mir noch max. 2 Taucher. Die Assis haben berichtet, dass es im Sommer selten mehr als 2 tauchende Frösche gab, es kommen schon mal Gäste anderer Hotels dazu. Die Ausrüstung war gut, man konnte alles ausleihen, die Gruppen waren klein, denn ins Schlauchboot passten max. 6 Leute plus Material, bei Bedarf wurde ein zweites Schlauchboot besorgt. Eine Lampe wurde übrigens gratis verliehen, denn die braucht man in den Grotten und Höhlen auf jeden Fall.

Die Tauchplätze liegen am Capo Palinuro, bei ruhigem Meer geht es mit dem Schlauchboot in ca. 45 min dorthin. Wir haben immer 2 Tauchgänge gemacht und sind in der Pause in den Hafen von Palinuro auf einen Latte macchiato eingekehrt.

Das Capo Palinuro ist über und unter Wasser von Grotten und Höhlen zerfurcht, die dieses Tauchgebiet interessant machen. Es gibt miteinander verbundene Höhlen, man kann durch Löcher, Tunnel und Spalten tauchen, in Höhlen austauchen, zu Sehen gibt es Gorgonien, häufig Nacktschnecken, riesige Steckmuscheln, Schwarmfisch, ein paar größere Fische, gelegentlich einen Octopus. Die Sicht war meistens sehr gut. Es gibt auch einfache Tauchspots, aber besonders reizvoll ist das Gebiet für erfahrene Taucher. Ich fand die Tauchgänge in diesen kleinen Gruppen mit dem super engagierten und kompetenten Assi Mitch sehr nett und entspannt.

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Die Mountainbike-Touren führten fast ausschließlich über asphaltierte Straßen, selten mal eine flache Schotterpiste. Meistens gab es zwei unterschiedliche geführte MTB-Touren pro Tag, wer wollte, konnte auch beide mitfahren. Die Räder: immer genug da, die üblichen Scott-Hardtails, gegen Ende der Saison komplett fahrbereit, aber so manche Schaltung nicht mehr ganz frisch. Helme waren zwar vorhanden, aber in einem sehr abgenutztem Zustand. Vielleicht schafft Frosch ja für die nächste Saison ein paar Rennräder an, der Cilento ist ein schönes Rennrad-Revier. Herrliche kaum befahrene Serpentinenstraßen durch Wälder, Obsthaine und Felder von einem Bergdörfchen zum nächsten. Unbedingt zu empfehlen ist die Tagestour rund um (und ggf. auf) den Monte Stella, den „Hausberg“, die letzten 600 Höhenmeter durch schattigen Wald sind zwar etwas steil, aber die Tour hält super Aussichten, wenig Autoverkehr und geniale Panoramastraßen bereit, den Eisstop in Omignano nicht zu vergessen. Ein paar schöne Schotterpisten haben wir schließlich auch noch gefunden…

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Die Kat-Segler und Windsurfer haben so manche Stunde im Liegestuhl und auf Wind wartend verbracht. Der Wind ist nämlich (so hieß es) in diesem Revier ein thermischer auflandiger, also im Sommer am besten. Wer einen Surfschein hatte, konnte übrigens die Surfbretter kostenlos benutzen.

Einmal haben wir uns (ebenfalls bei Blue Soul) Roller ausgeliehen und sind in den Cilento hineingefahren. Unzählige Serpentinen rauf und runter, einsame Bergdörfer mit winzigen Cafes, Kastanienwälder und ganz viel Natur. Sehr spaßig und zu empfehlen, aber nur bei trockenem Wetter. Sobald es regnet, werden die Straßen rutschig und Serpentinen zur echten Herausforderung (uns hat der Regen zum Glück erst an der flachen Küste erwischt).

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Wir haben uns allerdings oft gewundert, warum gerade an der Küste ständig Müll am Straßenrand herumliegt, inzwischen hat ja jeder schon von den Entsorgungsproblemen in Neapel gehört, aber zu einem Nationalpark passt das – finde ich – einfach nicht.

Es gibt eine brauchbare Straßenkarte „Provincia di Salerno“, 1:170.000, die war für selbstorganisierte Touren hilfreich. Eine gute Wanderkarte mit Höhenlinien war nicht zu bekommen. Zusätzlich zum angebotenen Programm hatten die Frosch-Teamer eine umfangreiche Mappe mit Tourenvorschlägen zusammengestellt.

Zu den Wanderungen kann ich wenig sagen: es gab zwei oder drei kleine Wanderungen vom Hotel ausgehend (z.B. zur Festung Velia), die anderen Wanderungen waren mit Bustransfers und ggf. weiteren Besichtigungen verbunden.

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Durch die Agentur „Blue Soul“ wurden verschiedene Ausflüge zur Amalfi-Küste angeboten, man konnte aber auch leicht per Zug einige Orte und Sehenswürdigkeiten an der Küste selbst erreichen. Der Ausflug nach Pompeji: ein Muss. Recht langer Bustransfer zwar, aber absolut sehenswert! Wir sind nicht (wie die anderen) vormittags erst auf den Vesuv heraufgefahren, sondern direkt in der Ausgrabungsstätte von Pompeji geblieben. Das Gelände ist so weitläufig, interessant und umfangreich, dass man dort gut einige Stunden verbringen kann. Besonders beeindruckend waren die sehr gut erhaltenen Wandmalereien, wie Farbfotos aus der Römerzeit… Die anschließende gemeinsame Führung war kurzweilig, aber nachdem es morgens schön leer war, wurde nachmittags das Gelände förmlich von Touristengruppen überschwemmt.

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Alle Tourenangebote wurden an einem Info-Abend zu Beginn jeder Woche ausführlich vorgestellt. Insgesamt war das Angebot der Teamer so reichhaltig, dass ein überdimensionales Infobord wie ein „Stundenplan“ über alle möglichen Aktivitäten informierte. Biketour, Wanderung, Ausflug, Seekajak-Tour, die 1-Wochen-Gäste konnten sich kaum entscheiden… Besonders gut fand ich die tägliche wechselnden Fitness-Angebote, z.B. Step-Aerobic oder Stretching auf dem Dach der Lido-Strandbar. Natürlich gab es auch ein Abendprogramm, Parties im Lido, Lagerfeuer am Strand, Casal Velino bei Nacht usw.

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Anfang Oktober war die Saison in im Touri-Örtchen Casal Velino wirklich vorbei, es gab noch 2-3 geöffnete Bars, darunter die Nr.1-Anlaufstelle für Eis und Latte Macchiato an der Strandpromenade. Ich kann mir vorstellen, dass im Juli und August, wenn die Italiener Ferien haben, in dem Ort einiges los ist.

Insgesamt ist Kampanien ein sehr schönes und abwechslungsreiches Reiseziel, beliebig viel Sport, Besichtigungen oder einfach nur Power-Beachen, alles ist möglich. Den Altersschnitt der Gäste fand ich recht hoch, das lag eventuell an der Jahreszeit oder daran, dass das „Il Tempio“ sicherlich bezüglich Lage und Ausstattung eines der komfortabelsten Frosch-Ziele ist.

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Ein Gedanke zu „Erste Reihe Strand: Il Tempio, Kampanien

  1. lars

    komme auch gerade zurück und kann erstmal berichten … die Roller gibt es leider nicht mehr. Bluesoul hatte wohl recht günstige Roller gekauft und sich dann gewundert das sie ständig kaputt gingen. Das ist schade denn die Biketouren sind bis auf die einfache Küstentour nur etwas für durchtrainnierte Radfahren, besonders im Hochsommer. Entgegen den Beteuerungen es würde sich um 1000 Euro Raeder handeln waren es eher 500 Euro Einstiegsmodell von zum Ende unseres Urlaubs viele leicht defekt waren. Das Hotel hat ne schöne Lage und ne gute Substanz die jedoch ist stark in die Jahre gekommen und es funktioniert vieles nicht, besonders viele elektrische. Realistische sind von ehemalig 4 nur noch 2.5-3 übrig. Lärmempfindliche leute sollten nur die Kategorie A (Meerblick) buchen. Um das Kulturellen und Sportangebot sinnvoll zu nutzten braucht man unbedingt 2 Wochen. Leider wird in der 2. Woche das Essen bereits langweilig (Pastakoller). Die Kellner sind oft überfordert und man wartet lange. Frühstück ist ab 8 Uhr und er alle haben will sollte bis spätestens 8.15 da sein ! Danach ist es dann allerdings ne lange Zeit bis zum Abendessen um 20 Uhr dann meist sehr lange dauert, die Pizza im Lido (Strandbar) wenn auch wesentlich treuerer als in der Umgebung üblich. Wer kulturell viel vor hat sollte darauf eingestellt sind das man immer mit je 2,5 Hin- und Rückfahrt im Bus rechen muss auf den Touren. Für Surfer – im Sommer ist der Wind auch nicht besser – nur gut um Surfen neu zu lernen.

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