18. September 2007

Sieben Tage, sechs Nächte – ein Korfu-Reisebericht (28.07. – 04.08.)

Reisebericht von B. F.
FROSCH Reiseziel Sportclub Korfu, Griechenland

Korfu Am 28.07. war es dann soweit, nach sieben Jahren Hotelurlaub zu zweit sollte es dieses Jahr das erste Mal mit Frosch in den Urlaub gehen – alleine. Zwar hatte ich schon einiges über Frosch gehört und auch auf der Webseite gestöbert, aber meine Stimmung schwankte zwischen Unsicherheit und Neugier.

Mein Flieger ging am Mittag ab Düsseldorf. Nach der Anreise per S-Bahn habe ich dann erstmal schnell meinen Koffer mit dem grellorang-farbenem Anhänger aufgegeben, was erstaunlich schnell ging! Ich werde jetzt immer zwei Stunden vor Abflug am Flughafen sein 😉

Nach einem letzten Kaffee ging es dann zum Boarding. Sind Frosch-Reisende leicht zu erkennen? Ich habe zwar nach orangenen Anhängern Ausschau gehalten, aber weit und breit schienen nur Familien, Pärchen und andere Nicht-Frösche in den Flieger zu steigen. Das Flugzeug war bis auf den letzten Platz besetzt und irgendwie bin ich das Gefühl nicht losgeworden, dass Air Berlin die Sitzreihen seit meinem letzten Urlaubsflug mit dieser Fluglinie etwas enger zusammengerückt hat. Naja, nach dem obligatorischen pappigen Sandwich und ein paar Kaffee später ist der Flieger dann in Korfu-Stadt gelandet.

Am Flughafen wurden dann die frisch angereisten Frösche in einen Bus gesetzt und schaukelnderweise ging es quer über die Insel Richtung Agios Georgios. Der erste Eindruck: grün, alles grün! Die ganze Insel scheint mit Olivenbäumen und Zypressen überzogen zu sein. Entlang der Ostküste reiht sich dann leider auch ein Touristenort an den nächsten, wobei ich insgeheim nur hoffte, dass Agios Georgios nicht so ausschaut (glücklicherweise ist das auch der Fall!). Nach gut einer Stunde wurden dann die ersten Frösche an den Studios Dionyssos abgesetzt und für mich und ein paar andere ging es weiter Richtung Hotel San Georgio.

Der erste Eindruck: wie auf den Fotos im Internet – warum auch nicht? Wer jetzt nach Anzahl der Sterne fragt ist sicherlich falsch. San Georgio ist ein nettes, kleines und zweckmäßiges Hotel. Ein Vergleich mit Vier-Sterne-Hotels ist nicht angebracht, und so musste auch die Frage einiger Frösche nach einem Aufzug, der sie und ihr Gepäck in den zweiten Stock bringen würde, leider verneint werden. Aber es ist ja auch ein Sporturlaub und da schadet ja auch Treppensteigen nicht.

Ich hatte ein halbes Doppelzimmer gebucht und war gespannt, was mich für ein Zimmernachbar erwarten würde. Insgeheim hatte ich mit einem chaotischen Durcheinander gerechnet, aber das Zimmer war aufgeräumt. Nach dem Auspacken habe ich dann erstmal das Hotelgelände und die nähere Umgebung erkundet, um dann den Urlaub mit einem entspannten Bier an der Poolbar zu starten.

Beim Abendessen in der Mangobar konnte man dann seine Mitfrösche kennen lernen. Meist wiederholten sich die Fragen: wie heißt du, bist du heute angereist, wie lange bleibst du? So etwas kann schon anstrengend sein.

Sonntag
Der Sonntag ist wohl der traditionelle Frosch-Kennenlern-und-Schnupper-Tag. Die Teamer stellen sich vor und erzählen einiges über die Insel, das Hotel und das Sport- und Freizeitangebot. Diese Gelegenheit lässt sich wunderbar nutzen, um einzelne Mitfrösche nochmal nach dem Namen zu fragen und diese leise murmelnd aufzusagen in der Hoffnung, nicht ein drittes Mal fragen zu müssen.

Ich hatte mir fest vorgenommen in diesem Urlaub etwas MTB zu fahren und bin daher die Einführungstour mitgefahren. MTB stehen sowohl am Hotel San Georgios als auch beim Studio Dionyssos in ausreichender Zahl zur Verfügung. Wer mag, kann auch vor Ort noch für 35 EUR ein Bike für die ganze Woche reservieren. Zumindest in meiner Urlaubswoche war das aber – trotz komplett belegtem Hotel und Studio – nicht nötig. Vielleicht lag es am heißen Wetter, aber es hat immer ausgereicht sich am Vortag ein MTB für den kommenden Tag zu reservieren.

Die Einführungstour ist notwendig, wenn man die weiteren MTB-Touren mitmachen möchte. Die Teamer geben eine kurze Einweisung in den Umgang mit einem MTB und lassen sich mit einer Unterschrift bestätigen, dass man im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte ist und bei 35 Grad im Schatten in den kommenden Tagen Rad fahren möchte. Nach den Formalitäten ging es dann auch los. Thorsten (Koch-Teamer mit MTB-Ambitionen) und Stephi (MTB-Teamerin und auch erst seit Samstag auf Korfu) fuhren mit uns durch den Ort Agios Georgios in Richtung Olivenhaine. Nach ungefähr einem Kilometer machte der erste dann aber schon schlapp. Zwar kein Frosch, aber der erste Fahrradreifen war platt und musste geflickt werden. Das Problem war dann schnell behoben, sollte aber noch öfter passieren. Weiter ging es auf Wirtschaftswegen durch die Olivenhaine rund um Agios Georgios und dann zurück zum Hotel.

KorfuDer Nachmittag ging dann am Strang weiter. Die Forsch-Surfstation liegt am äußeren Ende der langgestreckten Bucht von Agios Georgios und ist in gut 15 Minuten am Wasser entlang erreichbar. Dort sind immer einige Frösche anzutreffen, so dass man nicht alleine am Strang liegt. Wer keine Lust auf diesen Fußmarsch hat kann sich natürlich auch eine Liege mieten oder sich zu anderen Touristen an den Strand legen.

Nach einem Mythos an der Poolbar trafen sich alle zum Abendessen und anschließender Welcome-Party in der Mangobar.

Montag
Am Montag ging es dann auf einer Einsteiger-MTB-Tour quer durch die Olivenhaine entlang der Küste Richtung Süden. Die Fahrt durch die Olivenhaine war leider eher eine Hetzjagd, da zahlreiche Bremsen jeden MTB-Frosch angefallen haben, der zu lange Rast gemacht hat. Nach einer Schlauchreparatur wegen Plattfuß haben wir dann in einer Strandtaverne am Strang von Marathias eine Pause gemacht, bevor es wieder zurück zum Hotel ging. Unterwegs musste leider ein Frosch-Biker mit dem Auto abgeholt werden, da ein Pedal an seinem MTB schlicht abgebrochen war! Aber das lag wohl weniger an den bereitgestellten MTB von SCOTT als vielmehr an einem Frosch-Reisenden, der in der vorherigen Woche seine Klickpedale an dieses MTB montiert und beim Rückbau wohl das Gewinde beschädigt hatte.
Der Nachmittag war dann für den Strand reserviert.

Korfu

Dienstag
Nach einem langen Abend begann der Dienstag sehr früh, da um 8.30 Uhr die Bootstour nach Paxos und Antipaxos startete. Mit Kapitän Costas und seiner Crew ging es rund eine Stunde über ruhiges Meer nach Paxos. Den ersten Halt haben wir in Lakka gemacht. In dieser geschützten Bucht lagen viele Segelyachten und Motorboote aus der ganzen Welt vor Anker. Vor Postkartenkulisse konnte man am Meer entlang wandern oder einen Frappé in einer der vielen Bars und Restaurants direkt am Wasser genießen.

Korfu

Entlang der Westküste führte die Tour dann Richtung Antipaxos. Der Legende nach hat Poseidon Paxos mit seinem Dreizack von Korfu abgetrennt und noch heute sind Spuren des Dreizacks an der Steilküste zu erkennen. Mit seiner Geliebten Aphrodite soll Poseidon das ein oder andere Schäferstündchen an einem einsamen Sandstrand an der Steilküste von Paxos gehalten haben.

In einer Badebucht vor Antipaxos haben wir dann angelegt. Mit dem kristallklaren, türkisfarbenen Wasser war die Illusion einer karibischen Insel perfekt. Nach einem zweistündigen Aufenthalt in Gaios, der größten Stadt auf Paxos, ging es dann bei etwas stärkerem Seegang zurück nach Korfu.

Jeden Dienstag gibt es abends ein großes BBQ, an dem auch die Gäste aus den Studios Dionyssos teilnehmen. Koch Thorsten wird dabei kräftig von den Teamern der Mangobar unterstützt. Neben Lamm und Geflügel landet auch viel Gemüse und Fisch auf dem Grill und dann sofort auf den Tellern der hungrigen Frösche. Das BBQ war wirklich sehr lecker, aber leider gibt es das nur einmal in der Woche.

Mittwoch
Der Mittwoch war dann für die große MTB-Tour reserviert. Eigentlich wollte ich erst die kleine Tour über knapp 30 Kilometer zu den Touristenorten der Ostküste mitfahren. Aber nachdem ich von Stephi gehört hatte, wie diese Tour von den Teamern intern genannt wird (nein, das wird hier nicht verraten – selber fragen!) habe ich mich für die große Tour entschieden, obwohl die insgesamt 65 Kilometer mit rund 1000 Höhenmetern doch sehr Respekt einflößend wirkten.

Um 9 Uhr ging es los. Durch Olivenhaine fuhren wir zuerst Richtung Südspitze. Nach einigen anstrengenden Anstiegen – von denen ich den ein oder anderen schieben musste – kamen wir an der Steilküste von Cape Asprokavos an. Das angekündigte alte Kloster wirkte zwar eher wie eine Bauruine, aber der Blick von der Klippe hinunter auf die Steilküste und das Meer entschädigte dafür. Der weitere Weg führte durch kleine Dörfer und über Wirtschaftswege und Straßen zu einer Taverne mit einem tollen Panoramablick über die Bucht von Lefkimmi.

Korfu

Nach der Mittagspause in der Taverne habe ich mich dann mit einer kleinen Gruppe abgesetzt. Während meine Mitfahrer gerne surfen wollten fehlte mir schlicht die Kraft, um die Tour mit weiteren Anstiegen und Fahrten über Wirtschaftswege zurück nach Agios Georgios fortzusetzen. Die MTB-Tour war sehr anstrengend, aber die Eindrücke von der Tour entschädigten auf jeden Fall für die Qualen! Die MTB-Teamer nehmen Rücksicht auf die Fähigkeiten und die Kondition der einzelnen Fahrer, so dass die Tour mit vielen Pausen eigentlich gut zu schaffen war.

Donnerstag
Am Morgen rächte sich dann die MTB-Tour vom Mittwoch. Ein fieser Wadenkrampf weckte mich und jeder Muskel in meinen Beinen war verspannt. Den Morgen habe ich dann zur Erholung am Pool verbracht. Dank meinem lauten Gejammer konnte ich dann noch ein paar Magnesiumtabletten abstauben, was mich wohl vor einem üblen Muskelkater gerettet hat.

Jeden Donnerstag startet am frühen Nachmittag die Ausflugstour nach Korfu-Stadt. Statt Abendessen in der Mangobar gibt es für die Teilnehmer ein Mittagessen, da der Ausflug erst spät in der Nacht endet. Marlen verteilte Stadtpläne und informierte über die wichtigsten Ausflugsziele der Tour. Der erste Halt führte zum Sissi-Schloss, dem Achilleion-Palast. Hoch oben auf einem Hügel gelegen hat sich Kaiserin Elisabeth von Österreich diesen Palast Ende des 19. Jahrhunderts bauen lassen. Von den Gärten an der Rückseite des Palastes aus hat man einen tollen Blick hinunter auf Korfu-Stadt. Der Legende nach hat sich Sissi das Schloss bauen lassen, weil das Klima auf Korfu ihren Bronchien so gut bekam – die hatten wohl unter den vielen Zigaretten etwas gelitten.

Korfu

Korfu Das Kloster Vlachérna, der nächste Halt der Tour, liegt direkt an der Südspitze der Halbinsel Kanóni gelegen. Ein Steg verbindet die Halbinsel mit dem Festland und bietet gleichzeitig eine Gelegenheit, die am Flughafen von Korfu startenden und landenden Flugzeuge zu fotografieren. Eindrucksvoller ist es wohl, wenn die landenden Flugzeuge im Tiefflug über den Steg hinweg donnern. Aber leider stand der Wind an diesem Tag ungünstig und die Flugzeuge starteten lediglich über den Steg hinweg. Das Kloster Vlachérna ist auf vielen Korfu-Reiseführern und Postkarten abgebildet. Die winzige Kirche beherbergt eine Ikone der Jungfrau mit Kind, der weit größere Teil dient wohl eher als Verkaufsraum für Touristennippes.

Um 17 Uhr kamen wir dann mit dem Reisebus in Korfu-Stadt an und konnten von der alten Festung aus die Stadt auf eigene Faust erkunden. Zentraler Platz in Korfu-Stadt ist die Esplanade, von der viele kleine Gassen in das Viertel Campiéllo führen, die Altstadt von Korfu-Stadt. In vielen verwinkelten Gassen und Straßen hängt Wäsche zum Trocknen zwischen den Häusern und sitzen alten Leute auf den Balkonen oder schauen aus dem Fenster. Überall gibt es kleine und größere Geschäfte, wobei aber besonders in den vorderen Gassen an der Esplanade eher Ramsch für Touristen verkauft wird.

KorfuGegen 21 Uhr erwacht dann die Altstadt richtig zum Leben. Die Gassen und Straßen werden voller und in den Cafés und Bars vor der Esplanade ist kaum noch ein Sitzplatz zu bekommen. Hier kann man entspannt ein Bier oder einen Frappé trinken und den Einheimischen und Touristen beim Flanieren zuschauen, bevor es dann um 22 Uhr mit dem Bus zurück nach Agios Georgios geht.

Freitag
Jeden Freitag veranstalten die Frosch-Teamer das Chlomos-Rennen. Dabei geht es rund 3 Kilometer die Straße zum Dörfchen Chlomos hinauf. Der Sieger oder die Siegerin der Woche wird dann mit einem Zielfoto in der Mangobar verewigt – zumindest bis zur nächsten Saison. Wer nicht das Rennen mitfahren möchte, der kann entweder zum Ziel wandern und die ausgepowerten Rennfahrer anfeuern. Oder man schnappt sich ein Bike und versucht, vor dem Feld am Ziel anzukommen und die Rennteilnehmer anzufeuern. Am späten Nachmittag findet dann für alle, die noch nicht genug Sport hatten, das wöchentliche Volleyballturnier statt.
Der Abend gehört dann der Farewell-Party. Ein letztes Mal wird in der Mangobar gefeiert (Open-End!), bevor für viele am Samstag dann die Flieger zurück in die Heimat starten.

Korfu

Und sonst?

Ausgehen
Neben der Mangobar gibt es natürlich noch ein paar andere Bars und Clubs im Ort. Ich selber war in der einen Woche nur in der Karaokebar und im Laperla. Das Laperla liegt ein ganzes Stück die Hauptstraße Richtung Süden runter, aber der Weg lohnt sich! Wer den Abend gerne ruhig ausklingen lassen möchte findet im Laperla eine nette Atmosphäre mit vielen Kerzen und Räucherstäbchen vor, dazu erklingt ruhige Chillout-Musik. Mit einem Bier oder Cocktail kann man von der Dachterrasse aus die Sterne beobachten.

Leute
Ich war vor dem Urlaub etwas skeptisch, ob so eine Gruppenreise denn überhaupt etwas für mich ist. Die Entscheidung für den Urlaub mit Frosch habe ich aber keine Minute bereut! Es gibt natürlich immer Personen, mit denen man nicht warm wird, aber denen kann man zumindest auf Korfu bei insgesamt 100-120 Gästen locker aus dem Weg gehen. Die Teamer waren alle freundlich, auch wenn es mal stressig war. Und ich habe auf jeden Fall eine Menge netter Leute kennen gelernt, mit denen die eine Woche Urlaub eigentlich viel zu schnell vorüber ging.

Fazit
Eine Woche war viel zu kurz! Zumindest war ich nach der Woche doch extrem erholungsbedürftig. Ein chronisches Schlafdefizit und überanstrengte Muskeln forderten ihren Tribut. Ich wäre gerne, sehr gerne noch länger auf Korfu geblieben! So bleibt die Gewissheit, bestimmt nicht zum letzten Mal mit Frosch in den Urlaub gefahren zu sein! Und ich habe mir ein MTB gekauft, damit ich im nächsten Urlaub weniger schieben muss…

4 Gedanken zu „Sieben Tage, sechs Nächte – ein Korfu-Reisebericht (28.07. – 04.08.)

  1. Stephi (Korfu-Team)

    Hallo Björn! Netter Bericht und ein schönes Feedback für uns. Vielen Dank! Ich kann mich an die Woche noch sehr sehr gut erinnern =). Und: Ich freue mich natürlich tierisch, dass Du Dir ein MTB gekauft hast- löblich, löblich… Also, dann schön fleißig trainieren und vielleicht sieht man sich dann nächstes Jahr auf dem Bike wieder!?
    Ein lieber Gruß – Stephi-

  2. Olli Team- ("nicht kaputt zu kriegen")

    Ist wirklich ein schöner Bericht, und es war tatsächlich eine unglaubliche Woche die wir dort verleben durften! Auch ich habe mir ein MTB zugelegt um vieleicht im nächstem Jahr, beim Chlomos-Rennen, nochmal angreifen zu können 😉
    Es grüßt, der OLLI!

  3. Gudrun, Sallatsch

    Hallo Stephi !
    Ich warte noch auf die Fotos vom 18.10-25.10.08, die mir zugeschickt werden sollten. Die 5,- € für die CD hatte ich ja bei Euch hinterlegt. Es währe schön, wenn die schönen Aufnahmen noch bei mir ankommen sollten!!!
    Grüße aus dem Arnstadt sendet

    Gudrun

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