17. Juli 2006

Reisebericht Korsika: Achtelfinale – keine Zeit!

Zum Frosch Reiseziel Erlebnis- und Abenteuercamp Porto Vecchio auf Korsika

Was ist die beste Reisezeit für Korsika? WM-Zeit dachten wir uns…nee, nicht wahr, das hatten wir bei der Buchung gar nicht bedacht. Mitte Juni ist einfach prima, nicht zu warm, das Wasser nicht mehr zu kalt, kein Regen, noch keine Lehrerinnen da. Sabine und ich stellten uns also vor, die Jungs bleiben daheim und wir biken mit netten Frauen durch die Gegend und haben gemütliche Fußball-freie Abende.

Durch die schlaflos-frühe Abflugzeit waren wir dann schon gegen Mittag im Camp und am Nachmittag erstmal den Ort per Bike erkunden und später am Strand feststellen, dass wohl doch ein paar mehr Männer da waren. Die erzählten dann auch gleich ganz begeistert von ihrer ersten Woche, dass wir schon ganz gespannt auf die Programmansagen für die nächsten Tage waren.

Das Team war überschaubar: Jürgen fürs Biken, Moni fürs Wandern und alles andere, Ina von Montemar für die extremeren Touren. Die Teilnehmer auch, sieben Mädels und 15 Jungs von Anfang 20 bis Ende 40, da konnte man sich sogar irgendwann alle Namen merken. Es gibt also doch noch Männer, denen Fußball nicht alles bedeutet, dachten wir.

Der Anreisetag war also ganz relaxed, wir waren auch – das einzige Mal ohne Stress – pünktlich um 19 Uhr beim Abendessen. 19 Uhr ist für unsere und überhaupt mediterrane und auch generell Frosch-Verhältnisse arg früh. Das Abendessen war vom Style französich-italienisch und echt lecker, leider etwas wenig. Beim späteren Rotwein (abgezapft in Wasserflaschen) mussten dann oft noch Chips gegen den Nachthunger eingesetzt werden.

Freitag haben wir Jürgen bei seiner Bike-Schnuppertour dann versetzt. Wir sind mit zwei Jungs, die schon eine Woche da waren gleich mal eben drei Stunden zum L’Ospedale hochgekurbelt (1.000 Hm etwa), danach hatte auch Sabine keine Angst mehr vor den Höhenmetern. Oben trafen wir dann die Wanderer, die mit dem Auto hochgefahren waren. Moni staunte nicht schlecht, da Sabine ihr beim gestrigen Transfer angekündigt hatte, solch eine große Tour überhaupt nicht machen zu wollen und am 1. Tag schon gar nicht. Die Wanderer erzählten so begeistert von den Cascaden am Wasserfall Piscia di Gallo, dass wir nach lecker Panini auch noch dahin aufgebrochen sind. Wir brauchten für die Tour etwas länger, da alles sooo beeindruckend war und wir etwas mehr durch die Gegend geklettert sind, als nötig war. Unten im Wasserfall mussten wir dann auch noch baden, oh, was kalt! Die Abfahrt zurück ins Camp ging dann erheblich schneller, wir mussten nur mal zwischendurch die Brems-Hände ausruhen. Trotz Duschen in Rekord-Zeit und fehlenden Hairstyling kamen wir dann zu spät zum Abendessen. Noch nicht müde genug, mussten wir dann auch noch mit nach Porto Vecchio. Nachdem Frankreich das Spiel gewonnen hatte, konnte man auch ganz gemütlich am Marktplatz sitzen.

Korsika

Samstag – Schontag. Und die Frage, wie können wir die Erlebnisse von gestern überhaupt noch toppen. Nur ne kleine Tour (40 km, 420 Hm) zum schönsten Strand in der Gegend, zur Bucht von Palombacchia. Kristallklares türkises Wasser und feiner Sandstrand. Wir wollten dann länger bleiben, es war einfach zu schön da, und haben die Fußball-Fans vorfahren lassen. In der 2. Halbzeit konnten wir dann auch mal in Ruhe duschen, da stand’s auch schon 2:0 für Deutschland und hat sich nicht mehr verändert. Aufbrezeln ist aber trotzdem wieder mal ausgefallen, Sportcamp halt, die High Heels hatten wir auch daheim gelassen.

Wegen Agentinien – Mexiko wurde es dann ein ruhiger Abend für uns. Nach Verlängerung fiel die Party im „Club dix-neuf“, der Hütte 19 diesmal aus.

Korsika
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Die Jungs wollten am Sonntag den Klettersteig Via Ferrata II machen. Wir dachten, das könnt zu langweilig sein, doch Inas Dias am Samstagabend hatten uns dann schnell überzeugt, doch mit zu gehen. Sonntag ging’s früh los, aber Zeit zum Frühstücken hatten wir genug, wie immer Pain au Chocolat, lecker Baguette (schmeckt dort irgendwie besser als daheim) mit Käse, frische Melone und Pink Grapefruits, Yoghurt und Müsli. Der Klettersteig war gigantisch! Schade, dass wir unsere Kletterschuhe nicht dabei hatten. Aber teilweise konnte man auch mit den Trekkingschuhen klettern, ohne die Eisenleitern zu benutzen. Die erste Seilrutsche war spannend, doch dann wusste man wie’s geht. Auf den mongolischen Brücken fühlten wir uns auch schnell sicher. Jetzt weiß ich, dass ich wirklich schwindelfrei bin, es ging zum Teil arg heftig runter. Oben auf dem Gipfel fehlte das Gipfelkreuz, das wir dann fürs Foto nachgestellt haben. Ina ist nicht nur ein super Guide sondern auch eine geniale Fotografin. Die Fotos sind im Tourpreis enthalten, das ist echt in Ordnung.

Korsika
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Abends dann mit Ina und ihrem Freund Ali sowie etlichen Leuten nach Bonifacio. Hübsch anzuschauendes Hafenstädtchen, einen kleinen Bummel wert. Ali spielte dann in einer Pizzeria auf seiner Gitarre Liebeslieder für Ina und Rock für uns. Gegen den Hunger half Pizza quattro Formaggio (oder Stazione? Bahnhof!), und Pastis auf Eis war auch gut zu vertragen. Das Tanzen haben wir dann auf der Rückfahrt in Alis Party-Mobil verlegt, viele Digitalcameras können auch ein Stroboskop ersetzen, die Polonaise war schon schwieriger. Später im „Club 19“, fühlten wir uns wie auf Klassenfahrt. Leise Musik (wir sollten ja keinen stören), schummeriges Licht und die Mädels heimlich im Jungs-Zimmer. An früh Schlafen gehen war wieder gar nicht zu denken.

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Montag dann mal wieder auf’s Bike, dafür waren wir ja hergekommen. Ein Lob an Jürgen für die gute Pflege und Wartung, die kleinen Scott-Bikes aus der Vorsaison waren prima in Ordnung. Diesmal auch nur 55 km und 300 Hm, zwar teils Sand und Schotter, aber trotzdem locker zu bewältigen. Das Ziel waren die Badegumpen am Flüsschen Cavu. Wow! Klares Wasser, angenehme Temperaturen und viel Spaß beim Rumrutschen. Als Jürgen zur Rückfahrt aufbrechen wollte, mochte niemand mit, so musste er zwei Stunden länger bleiben, war einfach zu schön dort. Die Duschaktion im Camp war wieder das völlige Abgehetze, das hatten wir nun davon. Wir wissen nicht, ob das Restaurant böse mit uns war, dass wir wieder die Essenszeit nicht eingehalten haben.

Korsika
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Die abendliche Beach-Party war mehr ein Chill-out-Event, aber genau richtig. Auch wieder keine Chance für nen 6-Stunden-Schlaf.

Jetzt aber wirklich nen Relax-Tag, erst spät Frühstücken! Oh, die Läden haben ja Mittagspause, also dann doch noch fix los, mal schaun, was die Sportshops hier so anbieten. Diesmal zum Mittag kein Baguette aus unserem Restaurant (die waren nicht schlecht), sondern zur Abwechslung den leckeren Schokopudding, drei für mich! Kajakfahren war mal was Neues für uns, und auch ohne die Hilfe der Jungs sind wir in der Bucht am anderen Ufer angekommen. Sabine ist dann Schnorcheln gegangen und ich durfte auf nem Cat mitsegeln. Zur Abwechslung waren wir dann auch mal etwas Sonnenbaden am Strand, so’n halbes Stündchen oder so. Und dann endlich mal wieder Zeit für Schönheitspflege in aller Ruhe, während die Jungs das Fußballspiel zusammen mit ein paar Franzosen schauten… und Frankreich hat gewonnen.

Die Cocktail-Party im Restaurant war nicht wirklich ne Party, eher ein ruhiges Sit-in. In den Hängematten im Camp war es dann doch kuscheliger zum Relaxen.

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Letzter Tag, endlich Canyoning in der Pulischellu-Schlucht! Wir waren uns nicht sicher, was uns so erwartet. Einige „Rutschen“, Sprünge, mal durch den Wasserfall Abseilen. Leider war Ina nicht dabei, so gab es auch keine Fotos. Die eigene Kamera konnte man nicht mitnehmen, die hätte vier Stunden im Wasser (18 Grad übrigens) nicht überlebt. Ich hätt mich gern gesehen, wie ich so ne Art von gemäßigtem Wasserfall runter rutsche. Beeindruckt waren wir aber auch so, besonders immer, wenn wir dann von unten geschaut haben, wo wir da gerade runter gekommen sind. Hätt ich vorher von unten schauen können, wär ich sicher nicht so mutig gewesen. Diese Tour war der abenteuerlichste Teil unseres Urlaubs.

Der schwierigste Teil kam dann nach dem Abendessen, das es ausnahmsweise erst um 20 Uhr gab. Wir waren sogar fast pünktlich. Danach saßen wir wie so häufig mit den „Club 19“-Jungs, diesmal auch den Teamern beim Rotwein auf den Bänken zwischen den Hütten, es wurde Mitternacht, es wurde eins, und zwei und dann siegte die Müdigkeit. Trotz des guten Trainings konnten Sabine und ich es nicht bis halb vier aushalten, dann ging unser Transfer. Sogar das (einzige und kurze) Gewitter haben wir verschlafen. Alis Bus war dann auf der Fahrt zum Flughafen auch kein Party-Mobil sondern ein Schlaf-Mobil.

Das war der genialste Sommerurlaub, den ich bislang mit Frosch hatte, und ich hatte schon einige (Sarti, Kampanien, Korfu, Hinterglemm und Crans Montana)! Danke ans Frosch- und Montemar-Team, die Philosophie von Korsika und auch den Jungs von „Club 19“, die gut dazu beigetragen haben.

Billie aus Düsseldorf, im Juni 2006

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