11. Oktober 2008

Reisebericht Kreta 2008

Reisebericht von Brigitte (b.brand07 at web.de)
FROSCH Reiseziel Sporthotel Hotel Dimitra, Almirida – Kreta

Dieses Jahr hatte ich mich für Kreta entschieden. Almirida ist ein kleiner Ort im Westen von Kreta und liegt auf der Halbinsel Apokoronas am Kap Drapanos. Es ist eine relativ neue Destination von Frosch, die laut Beschreibung einige Erwartungen – und vor allem Vorfreude – in mir weckte.

Ende August war es soweit. Früh am Morgen ging es los und nach knapp 3 1/2 Stunden Flugzeit stieg ich in Chania aus dem Flugzeug – mein erstes Gefühl: Ich laufe gegen eine Wand! Im Gegensatz zu den Temperaturen in Deutschland war es auf Kreta doch etwas heißer und vor allem die Luftfeuchtigkeit war ungewohnt hoch. Würde ich da meine Wander- und Bikepläne überhaupt umsetzten können?
Theo, Fahrer und absoluter Insider was Kreta anbelangt, erzählte mir, dass es die Tage vorher noch um einiges heißer gewesen wäre – für mich kaum vorstellbar! Auf der gut halbstündigen Fahrt zu unserem Zielort Almirida umfuhren wir die Bucht und den Hafen von Chania und es war schon zu erkennen, dass die Insel einiges zu bieten hatte! Positiv überrascht war ich zudem von der Tatsache, dass trotz der schon Monate andauernden Hitze die Gegend immer noch schön grün war.

Am Hotel Dimitra wurde ich von Teamerin Sylke begrüßt und wir erledigten kurz die Formalitäten bzgl. des Zimmers. Danach musste Sylke mir als Erstes einen Supermarkt zeigen – ich brauchte unbedingt etwas zum Durst löschen. Dieses Klima war echt gewöhnungsbedürftig! Danach konnte ich aufs Zimmer. Dort wollte ich mich, völlig übermüdet, ausruhen. Doch auch da war es mir viel zu heiß! Was nun? Einzige Möglichkeit: Strand! Dieser war nicht weit und es ließ sich durch den Wind und im Schatten gut aushalten.
Nächster „Termin“ war das Abendessen – wir waren zu Anfang nur drei Gäste und eine Teamerin. Gegen 21.00 Uhr kamen schließlich die restlichen Frösche inkl. Teamer Klaus an und brachten gleich viel Lachen und noch mehr gute Laune mit. Wir waren in dieser Woche eine kleine Gruppe von neun Gästen – aber was für welche: Wir haben uns von Anfang an super verstanden und die Truppe war echt klasse!
Nach dem Essen gab es noch eine kurze Info zum nächsten Tag, einen kleinen Rundgang durch Almirida (wo ist was?) und danach einen Absacker in einer der Tavernen – natürlich nur wer wollte. Almirida ist ein kleines Örtchen, ausgestattet mit allem Lebensnotwendigen. Wer allerdings Party und Nightlife sucht, sucht eher vergeblich. Dazu muss man etwas weiter fahren.

Am ersten Tag war die Einführungs-Bike-Tour. Diese war doch etwas länger als die mir bisher bekannten Frosch-Schnuppertouren. So ging es zunächst Richtung Kalives mit dem Ziel Koumos. Das ist ein wunderschöner Steingarten, in jahrelanger Arbeit von Hand aufgebaut. Ein richtiges kleines Dörfchen mit allen (un)möglichen Bauten und wirklich sehenswert. In der dazugehörigen Taverne machten wir Pause ehe es weiter – immer wieder bergauf, bergab – zu einem sehr schönen und langen Strand an der Küste von Kalives ging. Dort machten wir es uns bequem, genossen das Meer und ließen’s uns gut gehen. Zurück ging es später auf direktem Wege. Ein schöner Ausflug mit ersten Eindrücken der Insel und was uns konditionsmäßig so erwarten würde, könnte, sollte …

Nach dem Abendessen stand noch eine Nachtwanderung zu einem der benachbarten Dörfer auf dem Programm. Dort kehrten wir in eine der Tavernen ein und später ging es – gut gelaunt und nur ausgestattet mit zwei Taschenlampen – auf den doch recht dunklen, holprigen Heimweg.
Am Freitag liehen wir uns Kajaks von den französischen „Kollegen“ UCPA aus und machten eine lustige Spritztour zur Nachbarinsel. Die Insel hat nur eine ganz kleine Kapelle, die es so oft auf Kreta gibt. Heimlich erbaut und möglichst gut vor den Türken versteckt, damit die Griechen weiterhin ihre eigene Religion ausüben konnten. Auf dem Rückweg ließen wir es recht nass angehen: Es kam keiner trocken an Land und einige haben auch das kentern und wieder einsteigen üben müssen – mehr oder weniger freiwillig!
Am Abend war „Chania by night“ angesagt. So ging es gegen Abend in das ca. 20 km entfernte Chania, einer der schönsten Städte Kretas. Sehenswert ist dort u. a. der alte Hafen, die Markthalle, der Leuchtturm, diverse Museen oder das Viertel Splazzia mit seinen vielen verwinkelten und malerischen Gassen. Aber auch die Atmosphäre und der Flair dieser Stadt sind schon einen Besuch wert.

Am Samstag war der Ausflug in die Diktamos-Schlucht geplant. Erst wandern, dann biken. Wir hatten ja eine tolle und unternehmungsfreudige Truppe, sodass es kein Problem war die Mindestteilnehmerzahl für die „externe Anfahrt“ zu erreichen. Morgens wurden wir also von Theo samt unseren Drahteseln abgeholt und in das Bergdorf Katochori gefahren. Wir machten uns, umgeben von einer tollen Landschaft und recht anstrengendem wandern (kleine Klettereinlagen, immer mal rauf und runter) auf den Weg und durchquerten die Diktamos-Schlucht. Unsere einzigen Wegbegleiter waren Ziegen und Schafe – sonstige Touristen sind dort angenehmer Weise (noch) Mangelware. Natur pur war angesagt und es war wunderschön! Nach ca. 3,5 Stunden erreichten wir unsere „Zwischenstation“ Stylos. Dort hatte Theo die Räder abgeladen und nach ausgiebiger Mittagspause in einer Taverne nahmen wir den zweiten Teil der Tour in Angriff . Gut gelaunt ging es auf die Bikes, wenn bei einigen auch mit doch etwas mulmigen Gefühl was noch so auf uns zukommen wird (die Kondition ist ja doch sehr unterschiedlich …)! Nach schon gewohntem Berg rauf, Berg runter und letztmaligem Anstieg waren schnell alle Mühen vergessen: Wir wurden belohnt mit einem phantastischen Ausblick und danach mit einer kilometerlangen Abfahrt. Echt genial! Einige fanden ja sogar, dass das süchtig mache und die Endorphine megamäßig zum Vorschein kämen …

Am Sonntag waren die meisten nicht allzu aktiv und der Strand konnte ausgiebig getestet werden. Die Cracks machten mit Klaus eine längere Tour und bei der Dörferwanderung wäre ich die Einzige gewesen. So beschloss auch ich es ruhiger angehen zu lassen. Erholung konnte auch nichts schaden!
Sonntagsabends gab es die einzige Gelegenheit in Almirida zu tanzen. Die französische Gruppe hatte ihren Abschiedsabend und feierte diesen in einer der nahegelegenen Bars und sozusagen „öffentlich“. Discotheken gibt es momentan keine in dem kleinen Ort, manchmal wird griechische Livemusik geboten.
Am Montag ging es um 8.00 Uhr los Richtung Süden zur Samariaschlucht. Theo holte uns in seinem Kleinbus ab und chauffierte uns in die Berge der Omalos-Hochebene. Auf der Fahrt konnten wir erneut die Ursprünglichkeit und abwechslungsreiche Natur der Insel erleben und erfuhren von Theo und Klaus einiges über die Geschichte, Sitten und Bräuche der Kreter. Am Ausgangspunkt der Schlucht bekamen wir zunächst die etwas kühlere Temperatur von 14 Grad zu spüren. Da half nur Bewegung und so machten wir uns gleich los Richtung Abstieg. Die Wege sind gut gekennzeichnet, die gigantische Landschaft mit steil aufragenden Felswänden, den Zeichen jahrhundertelanger Auswaschungen und Versteinerungen ist phantastisch anzusehen. Obwohl ein touristischer Magnetpunkt der Insel, war ich überrascht dort soviel Ursprünglichkeit und Ruhe zu erleben.

Nach einigen Stunden wandern, vorbei am verlassenen Dorf Samaria, einsamen byzantinischen Kapellen, dem immer wieder mal auftauchenden und schließlich wieder versickernden Bach und weiteren Plätzen (ausgestattet mit Infotafeln über Pflanzen, Baumarten und die Geschichte der Schlucht), sowie einer beeindruckenden, immer wieder wechselnden Landschaft kamen wir schließlich in Agia Reoumeli an. Dort gab es einige Tavernen, die zum ausruhen einluden. Es hatte inzwischen über 30 Grad und für die meisten von uns gab es zunächst nur eins: eine Abkühlung im Meer! Das tat soooo gut – und da waren sie wieder die Endorphine!

Nach einer kleinen Stärkung in der Taverne ging es mit der Fähre (ca. 50 Min.) weiter nach Chora Sfakion. Nun konnten wir einmal vom Wasser aus die beeindruckenden Berge und Landschaften Kretas (u.a. vorbei an der Aradenaschlucht) bestaunen. Dort angekommen, wurden wir wieder abgeholt und es ging über die Askifou-Hochebene zurück. Die Hin- und Rückfahrt dauert zwar jedesmal über eine Stunde, doch bei so vielen unterschiedlichen Eindrücken von der Insel – gespickt mit Theos interessanten Geschichten – ist die Zeit gut „auszuhalten“.

Am Dienstag, keiner hatte so wirklich Lust zum wandern, beschlossen die Teamer – zur Freude der Gruppe – zwei Radtouren mit unterschiedlicher Länge bzw. Schwierigkeitsgrad anzubieten. Ich schloss mich der leichteren Tour an und wir fuhren hoch in das Hinterland durch viele kleine urige Bergdörfer. Wir machten Halt an einer Glasbläserei, konnten dort sowohl die Entstehung als auch die fertigen Glasprodukte bewundern und kaufen. Danach ging es weiter bergauf, bergab und nach einer Rast in einem der Dörfer und dem Anfahren eines Aussichtspunktes machten wir uns auf den Rückweg. Zumindest manche, einige hatten wieder soviel Lust und Laune, dass sie die Tour verlängerten und die zweite Radlgruppe bei deren Mittagspause überraschte. Dort wurde dann noch ein Badestop eingelegt ehe es zusammen auf die Rückfahrt ging.

Das war auch schon mein bzw. unser letzter Tag und der Abschied nahte. Wir verbrachten den Abend gemütlich, schon mit etwas wehmütiger Stimmung bzgl. der bevorstehenden Abreise, am Strand. Wir haben viel erlebt in dieser tollen Woche und hätten noch soviel Unternehmungen und Touren machen können, dass eine zweite Woche mit Sicherheit genauso super gewesen wäre. Dazu noch mit dieser Truppe – und unserem spaßeshalber immer wieder erwähnten und auferlegten Gruppenzwang. Es machte einfach super viel Spaß mit euch!
Und, nicht zu vergessen: Den Teamern! Danke euch beiden, Sylke und Klaus, für die Touren, eure Motivation und Geduld, eure Flexibilität, na eben für euer ganzes Engagement während der Woche!

Zum Abschluss:
Bezüglich der Wanderungen wäre mein Tipp, vor allem bei den Schluchten-Touren, hohe Wanderschuhe zu benutzen. Es ist kein Muss, aber die Beanspruchung der Sehnen und Gelenke ist durch das ständige bergauf, bergab und den oft großsteinigen Wegen enorm hoch.
Die Bikes sind alle in einem tadellosen Zustand und von hoher Qualität. Nur sagt den Teamern bitte immer Bescheid, wenn ihr einen Mangel (auch am letzten Tag!) feststellt – sowohl am Rad als auch am Helm. So ist das Ganze für beide Seiten einfacher und vor allem sicherer.
Das Hotel und die Zimmer inklusive Balkon fand ich sehr nett und sauber. Das Essen war gut und ausreichend. Ansonsten ist es schade, dass die französische Reisegruppe ein so hohes Kontingent im Hotel einnimmt und auch einige Dinge speziell für/auf die Franzosen (z.B. die Poolbar) ausgerichtet ist. Zudem macht die Sprachbarriere ein intensiveres Miteinander recht schwer. Trotzdem fand ich es nicht tragisch, sich am Abend außerhalb des Hotels zu einem Absacker zu treffen. Die Tavernen und Bars sind nicht weit, sehr nett – und zudem billiger.
Mein Vorschlag für Frosch: Nehmt den Wassersport selbst in das Programm auf. Es wäre mit Sicherheit ein weiterer Pluspunkt und würde das Ziel Kreta für manchen Gast noch attraktiver machen.

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