23. Januar 2008

Hotel Bella Vista auf Lesbos/Griechenland (26.09. – 10.10.07)

Reisebericht von Petra Dockweiler (Dockweiler at gmx.de)
FROSCH Reiseziel Hotel Bella Vista auf Lesbos/Griechenland

Lesbos„Lesbos – wo liegt denn das?“ wurde ich von vielen gefragt. Dass Lesbos zu Griechenland gehört, wissen noch einige, dass sie aber die drittgrößte der Griechischen Inseln ist und zu den nordägäischen gehört, ist kaum bekannt. Noch immer gilt sie als bevorzugtes Reiseziel für Individualisten und ist vom Massentourismus (noch) verschont geblieben. Dies gilt zumindest für die Vor- und Nachsaison.
Da ich schon des öfteren in Griechenland war, fiel die Entscheidung für Lesbos schnell. Auch dass es ein neues Reiseziel von Frosch war, hatte für mich einen besonderen Reiz.

Gegen 17.00 Uhr landete der Flieger aus München in Mytilini, der Haupstadt von Lesbos. Auf dem Transfer, der fast zwei Stunden dauerte, erfuhr ich schon viel über die Insel. So lebendig erzählte unsere Reisebegleiterin über Land und Leute, dass die Zeit wie im Flug verging. Nachdem wir schon viele Hotels abgeklappert hatten, näherten wir uns Molivos. Die ganze Zeit über hatte ich schon Ausschau nach möglichen Froschgästen gehalten, doch fast alle, die „so“ (wie auch immer?) aussahen, waren schon ausgestiegen. Ich wusste auch nicht, dass wir im zweitletzten Hotel waren, das angefahren wurde. Mittlerweile schon dunkel, entschädigte mich der eben über den Bergen aufgehende, riesige, irgendwie unwirklich wirkende Vollmond für die entgangene Aussicht auf mein Domizil der nächsten zwei Wochen. Svenja, Reiseleiterin und Wanderguide, begrüßte Jürgen und mich – ja wir waren die einzigen und letzten Froschgäste zu später Stunde. Die anderen waren schon zum Abendessen in Molivos unterwegs, uns zog es müde von der Reise und mit knurrendem Magen nur noch in die benachbarte Taverne.

LesbosDer erste Tag. Jeder, der schon einmal mit Frosch unterwegs war, weiß wie er abläuft. Erste Informationsrunde für die Neuangereisten. Als langjähriger Frosch lehnte ich mich entspannt in der Sonne zurück, begutachtete die anderen Frösche, hielt nach bekannten Gesichtern Ausschau („Hallo Sandra, ob Lesbos genauso schön ist wie CefalĂą?“) und sog begierig alle Informationen auf.
Dann die Einweisung in die Bikes, zum 7. Male mittlerweile. Trotzdem ist es immer wieder interessant, gibt es doch einen ersten Einblick in die Arbeitsweise des MTB-Guides.

Bei der Schnuppertour wurde zum ersten Mal der Aufstieg zum Hausberg bezwungen (viele folgten!). Er ist nicht sehr hoch, doch es war recht warm, das ungewohnte Fahrrad und der Sog der Schnelleren brachte mich zum Schwitzen. Noch ein Stück den Burgberg von Molivos hoch, hatten wir eine gigantische Aussicht auf den Ort, das Hinterland, die Küste entlang mit dem Städtchen Petra. Leider war die Burg in diesem Jahr nicht zu besichtigen, da sie renoviert wird.
Hier oben ließen wir die Räder stehen und machten uns zu Fuß auf, das Gassengewirr zu erforschen. Dank Mikes gutem Orientierungssinn ging es auf direktem Wege zum Hafen in eine Bar mit schönem Blick über das Meer. Einen köstlichen FrappĂ© in der Hand, streckte ich die Beine weit von mir und ließ mir die Sonne ins Gesicht scheinen. Noch keine 24 Stunden hier, hatte ich bereits alles (Arbeit, das kühle Deutschland, etc.) hinter mir gelassen!

Lesbos
Urlaub!!!

Eigentlich bin ich, am Alpenrand wohnend, eher die Berggeherin. Zu Hause fahre ich auch gerne Rad, allerdings habe ich nur ein Trekkingrad, verzichte also stets auf steile Anstiege. Ob ich in meinen Froschurlauben eher wandern oder radeln gehe, hängt hauptsächlich von dem Anspruch der Touren ab, aber auch ein kleines bisschen vom MTB-Guide. Ich habe schon erlebt, dass dem Durchschnittsradler von einer durchaus machbaren Tour abgeraten wurde, da der MTB-Guide eine schnelle Truppe haben wollte und keine Lust hatte, hinten mitzufahren. Und wer will schon der Bremsklotz sein!
Bei Mike war das ganz anders. Er erklärte den Schnelleren den weiteren überschaubaren Streckenabschnitt und den nächsten Treffpunkt, (dass das nicht immer einwandfrei klappte, lag nicht an Mikes Ortskenntnissen!) und fuhr am Schluss mit den Langsamsten. So konnte jeder sein Tempo fahren und die Tour genießen. Er motivierte uns mitzufahren, auch wenn wir selbst befürchteten, die Tour könnte zu schwer werden. Lag es an seinen guten Menschenkenntnissen oder einfach nur an unserem inneren Schweinehund? Auf jeden Fall haben alle alle Touren super geschafft und ich saß in diesem Urlaub fast nur auf dem Rad.

Lesbos
Radtour nach Lafiónas und zum Hl. Aléxandros

Die Insel eignet sich hervorragend zum Biken, teilweise sind die Touren durch die vielen Höhenmeter schon recht anspruchsvoll. Zweimal hatten wir sogar einen Radtransfer und fuhren mit dem Taxi zum Ausgangspunkt der Tour. Dies ermöglichte uns einen Teil der Insel kennenzulernen, den wir allein „per pedalo“ nicht erreicht hätten. Allerdings endeten die Touren trotzdem beim Hotel, so dass man die motorisierte Unterstützung schnell vergessen konnte.

Lesbos
Skála Sikaminéas
Ein wunderschönes Tourenziel für Wanderer und Biker ist Skala SikaminĂ©as, ein kleines Hafenörtchen östlich von EftaloĂş. Vom Hotel führt eine ca. 13km lange Schotterpiste in stetem Auf und Ab an der Küste entlang, mit wunderschönen Ausblicken u.a. auch auf das nahegelegene türkische Festland. In Skala Sikamineas gibt es rund um den kleinen Hafen viele nette Tavernen, die zum Verweilen einladen. Dreimal war ich in diesem kleinen Ort, der für mich etwas Besonderes war. Auf den Felsen bei der kleinen Kirche sitzend, den Fischern beim Netze flicken und Entladen der Fischerboote zuschauen oder einfach nur aufs Meer hinausblicken. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass es mit der Beschaulichkeit in der Hochsaison vorbei ist.

Lesbos
Unsere Lieblingstaverne in Skála Sikaminéas

Alle Touren, egal ob zu Fuß oder mit dem Bike waren sehr gut ausgewählt und organisiert. Oft trafen sich die Biker und Wanderer zur gemeinsamen Pause. Der Anspruch der Touren steigerte sich innerhalb einer Woche. In der zweiten Woche wurden neue Touren angeboten, so dass auch denen, die zwei Wochen blieben, die geführten Aktivitäten nie ausgingen.
Davon abgesehen konnte man auch sehr gut alleine oder in Grüppchen losziehen. Die Teamer hielten gutes Infomaterial bereit, d.h. Ordner mit Tourenvorschlägen, Tipps und Adressen, des weiteren Karten und Reiseführer, die für alle jederzeit zugänglich waren. An der Küste entlang fuhren regelmäßige Beachbusse und Taxis sind in der Gruppe gut bezahlbar.

Lesbos
Wanderung von StĂ­psi nach Petra

So bestiegen wir an einem programmfreien Tag in einer kleinen Gruppe den Profitis IlĂ­as (935m), den zweithöchsten Gipfel des LepĂ©tymnos-Massivs. Mit dem Taxi ging es nach YpsilomĂ©topo (ich brauchte einen ganzen Urlaub lang, um mir diesen Namen zu merken!), von dort in zwei Stunden auf den Gipfel. Ich brauche wohl nicht zu erwähnen, dass die Rundumsicht gigantisch war. Für den Abstieg entschied sich ein Teil der Gruppe für die direkte Variante, d.h. weglos über steile Schotterflächen und durch stacheliges Gebüsch, bis wir nach einer guten Stunde auf die Schotterpiste nach VafiĂłs stießen. Für diesen Abstieg braucht es aber einen guten Orientierungssinn, Trittsicherheit und etwas Abenteuerlust.

Lesbos
Die Gipfelkapelle des Hl. Elias

An einem Abend verwöhnten uns die Teamer mit einem leckeren Picknick. Nur wenige Minuten vom Hotel entfernt hatten sie eine Tafel aufgebaut und für diverse Sitzgelegenheiten gesorgt. Obst, Tomaten, Paprika, Gurken, Oliven, verschiedene Käsesorten, Salami, Tzatziki, Brot, Rotwein und Ouzo. Das Rauschen der Wellen im Ohr, die salzige Meeresbrise in der Nase, den Sonnenuntergang vor den Augen war es ein wahrhaft sinnliches Vergnügen!

Lesbos

Wie scheinbar auf der ganzen Insel wimmelte es auch im Hotel vor Katzen. Zur Freude der Gäste. Unsere sechs Hauskatzen wurden von (fast) allen geliebt. Nur durfte man beim Frühstück seinen Platz nicht unbeaufsichtigt lassen. Dann konnte es nämlich passieren, dass einem die Wurst vom Brot geklaut wurde!

Lesbos
Wo bleibt mein Frühstück?!
Zum Schluss noch einige Anmerkungen in Kürze:
Vom Klima her fand ich die Reisezeit für einen sportlichen Urlaub ideal, allerdings war die Insel schon sehr karg, da es monatelang nicht mehr geregnet hatte.
Nach und nach schlossen einige der Tavernen, bzw. die Auswahl der Gerichte war etwas begrenzter, doch bei der Unmenge von Tavernen in Molivos sollte dies kein Problem sein.
Wer viel Animation und Vergnügungsangebote erwartet, ist auf Lesbos fehl am Platz.
Auch für einen reinen Badeurlaub gibt es sicher bessere Ziele (obwohl es auch schöne, nicht allzu weit entfernte Sandstrände gibt, z.B. den Strand von AmbĂ©lia).
Für mich waren es zwei wunderschöne und aktive Wochen, dafür ein Dankeschön an die Teamer Mike, Svenja und Wito, die auch in den letzten zwei Wochen der Saison ihr bestes gegeben haben!

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