9. Juni 2009

Reisebericht Mljet 17.05. – 31.05.2009

“Auf dem Weg zum Power-Relaxing” oder “Wie ich am Ende doch noch zum Mitglied der Schwangeren- und Versehrtengruppe wurde!”

Reisebericht von Karin Sauerbier (Sauerbier.Karin at freenet.de)
FROSCH Reiseziel Sporthotel Odisej, Süddalmatien – Insel Mljet

Als Frosch-Neuling mit Alleinreisenden-Premiere fiel meine Wahl auf die Insel Mljet, weil ich nach einem Jahr Dauerstress mal so richtig abschalten wollte und mir dafür ein Nationalpark auf einer kleinen kroatischen Insel ziemlich geeignet erschien. Also machte ich mich guter Dinge auf den Weg…

Anreise

Der Flug verlief absolut reibungslos, am Flughafen in Dubrovnik wurden wir direkt mit einem großen Froschplakat empfangen und so saßen wir bereits kurze Zeit später im Bus auf dem Weg nach Trstenik… oder auch nicht. Denn bereits im Hafen von Dubrovnik mussten wir wieder aussteigen und hatten dann knapp 1 ½ Stunden Wartezeit auf die Schnellfähre. Da wir zu 7 Leuten von Köln/Bonn angekommen waren, machten wir es uns erstmal in einem Cafe bequem und kamen schon ganz locker ins Gespräch. Eine Weile später erschien dann auch Peter, der ganz allein aus Hannover angereist war und fast von dem freundlichen Mann mit den Tickets vergessen worden wäre. Um 10.00 Uhr fuhr dann auch die Schnellfähre, allerdings wussten wir gar nicht, wann wir wieder aussteigen mussten. Beim 2. Stopp entdeckten wir dann im Hafen glücklicherweise wieder einen Mann mit einem Frosch-Schild. Da wir nicht -wie geplant- in Pomena, sondern in Sobra an Land gingen, hatten wir noch eine Fahrt mit dem für 8 Personen ausgelegten Hotelbus vor uns, in dem wir allerdings zu zehnt saßen, da wir noch ein älteres englisches Ehepaar dabei hatten. Nachdem der Fahrer uns eindrucksvoll bewiesen hatte, dass an ihm ein Formel-1-Pilot verloren gegangen ist, kamen wir leicht durchgeschüttelt an unserem Hotel an und wurden dort direkt total nett von unseren Teamern Karina und Andreas empfangen. Und auch von Ex-Teamer Uli, der die beiden Neuteamer zum Saisonstart noch bis Dienstags betreut hat. Nach dem Einchecken und einem kurzen Abstecher zum kleinen See, überkam mich dann doch die Müdigkeit (Aufstehen um 1.00 Uhr) und ich genehmigte mir ein Päuschen auf dem kleinen aber feinen Balkon. Zum Abendessen auf der Terrasse des Hotels lernten wir dann auch noch die 13 Frösche kennen, die aus München und Stuttgart angereist waren (auf einem noch verworreneren Weg…)

Blick vom Balkon

1. Woche

Am Montag hatte ich mich dann entschlossen nach dem kleinen Hotelrundgang am Schnupperwandern teilzunehmen. Nach den Gesprächen vom Vortag zu urteilen, gab es mehr Mountainbiker als Wanderer und da es sich um geübte Radler zu handeln schien, hielt ich die Wanderung für geeigneter. Allerdings hätte ich auch beides mitmachen können, weil sich Andreas bereit erklärte, 2 Schnupperbiketouren anzubieten, damit auch jeder teilnehmen konnte! Also nix wie rein in die Wanderschuhe und los ging´s! Bereits nach einer Viertelstunde war mir klar, warum auf der Internetseite zu knöchelhohen Schuhen geraten wurde…
Den Montag ließ ich dann nett auf einem Liegestuhl am Meer ausklingen. Leider gab es noch keine Sonnenschirme; die sollen dann aber in der Hauptsaison aufgestellt werden. Auch der akute Wasserausfall vom Morgen wurde kurz vor dem Abendessen behoben, so dass wir zur Freude aller empfindlichen Nasen vor dem Essen noch duschen konnten.
Ab Dienstag bildet sich neben der Wander- und der Bikergruppe noch eine Gruppe fürs Power-Beaching (mit wechselnden Mitgliedern; später auch Schwangeren- und Versehrtengruppe genannt), die die Tage entspannt am See verbrachte.
Für die Wanderer ging es dann auf „Kulturwanderung“ über Babine Kuce und Govedari nach Polace, wo wir in einer kleinen Konoba, die wie ein Schiff aufgemacht war, eine Kaffeepause einlegten. Nach der Rückkehr zum Hotel bin ich auch sofort wieder los, weil ich den Programmpunkt „Phantasiereisen am See“ auf gar keinen Fall verpassen wollte. Was soll ich sagen: es hat sich gelohnt! Irgendwie hatten sich dabei 6 Gleichgesinnte getroffen, die vor lauter Philosophieren fast das Abendessen verpasst hätten…
Ein absolutes Highlight war die Wanderung am Mittwoch auf den Montokuc! Passenderweise bildeten die Philosophen vom Vortag die Wandergruppe! Der Weg und die Anstrengung haben sich auf jeden Fall gelohnt. Fotomotive bis zum Abwinken. Schön war auch, dass wir genau gleichzeitig mit den Bikern angekommen sind, die den Berg von der anderen Seite bezwungen haben.

Aussicht vom Montokuc

Nach einer kurzen Rast ging´s dann auf der anderen Seite des Berges wieder runter Richtung Soline. Und während Ivan uns leckeres Essen zubereitete, hatten wir die Gelegenheit, uns im Meer wieder abzukühlen und anschließend auf Liegestühlen zu trocknen. Absolut perfekt!
Auf dem Rückweg der Wanderungen wurde jeweils ein kurzer Zwischensprint zu den “Biotoiletten” (Plumpsklo mit Klobrille und -papier! Sehr sauber und absolut geruchsfrei) am See eingelegt. Je schneller die Wandergruppe, desto dringender das Bedürfnis…
Nach dem Abendessen gab es dann noch einen Ausflug zum Nachtbaden im See. Leider habe ich aus Müdigkeit darauf verzichtet, aber nur begeisterte Schilderungen gehört!!!
Die Wanderpause am Donnerstag (irgendwann braucht jeder Teamer auch mal einen freien Tag) haben dann einige Frösche für eine vom Hotel (oder selbst) organisierte Fahrt nach Dubrovnik genutzt. Die Stadt ist wirklich sehenswert und die Führung durch die Hauptkirche und ein altes Kloster toll, aber mit einer Transferzeit von insgesamt knapp über 6 Stunden war es dann doch eine ziemlich anstrengende Angelegenheit!
Dazu kam, dass das Hotelboot pünktlich zur Rückfahrt mal wieder defekt war und wir Glück hatten, durch einen rechtzeitigen Telefonanruf noch die Autofähre nach Mljet zu erwischen. Allerdings bedeutete das wiederum eine Ankunft in Sobra mit anschließendem Formel-1-Feeling!

Hafen von Dubrovnik

Am Freitag ging es dann voller Elan zur Klippenwanderung. Immer motiviert von Karina, die selbst Skeptiker mit Höhenangst durch das Mantra “Das ist gar kein Problem, das kriegen wir hin” überzeugte, mitzuwandern. Ein ganz besonderer Dank gilt hier auch Peter, der uns 1. den richtigen Weg gezeigt hat und 2. immer mit einer weiteren Hand zum Festhalten zur Stelle war!
Da diese Wanderung nicht allzu lange dauerte, teile sich die Gruppe anschließend in 2 Hälften: eine Hälfte wanderte noch ein bisschen weiter und die andere Hälfte hatte das Glück, einen Trink- und Schwimmstopp in einer Privatvilla (siehe Foto) angeboten zu bekommen.

Privatvilla

Zum Abschluss der ersten Woche kamen wir am Samstag in den Genuss eines Fischpicknicks! Mit dem (gerade wieder funktionstüchtigen) Hotelboot wurden wir um die Insel geschippert und haben dann kurz vor Polace geankert. Dort hatten wir -während der Kapitän uns frischen Fisch gegrillt hat- die Gelegenheit, im Meer zu schwimmen oder einfach nur faul an Deck zu liegen und die Sonne zu genießen. Traumhaft!
Abends hieß es dann leider Abschied nehmen von den Fröschen, die nur 1 Woche bleiben konnten. Andreas hatte dafür extra die Vorrichtung für eine Diashow organisiert, bei der die Frösche ihre geschossenen Fotos zur Verfügung stellen konnten.
Nach dem vollen Programm der ersten Woche, hatten wir zu viert beschlossen, den Sonntag mal ruhig angehen zu lassen und gemütlich zur kleinen Klosterinsel zu schippern. Das Kloster wird zwar gerade modernisiert, aber die Insel ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Und sei es auch nur (zum Leidwesen von Anja) für Blumenfotos. Und was soll ich sagen: wir haben dort die “heilige Sandale” gefunden!

Klosterinsel

Nach diesem Kurztrip waren wir auf der Suche nach einem netten Badeplätzchen und fuhren mit dem Boot von der Klosterinsel nach Pristaniste (Ort mit Bioklo!)… um von dort zum Strömungskanal zu gehen… was dann doch weiter war als gedacht.
Aber für das Erlebnis, sich von der Strömung in den großen See treiben zu lassen, hat sich die Strecke allemal gelohnt.

2. Woche

Die 2.Woche begann wie die erste auch wieder mit den Schnuppertouren. Da insgesamt nur noch 11 Frösche da waren (15 abgereist, nur 5 neu angekommen), wurden die Schnuppertouren nacheinander angeboten und da wir ja nun schon topfit und zu allen Herausforderungen bereit waren, haben Heike und ich nacheinander erst das Wandern und dann auch noch das Biken mitgemacht. Beim Anblick der ersten Schotterpiste war uns aber dann doch ein bisschen mulmig und wir haben die Räder lieber den Berg runter geschoben…
Am Dienstag gab es wieder die Klippenwanderung, allerdings mit anschließendem „Adventure“ am Strömungskanal. Da wir die Wanderung ja schon mitgemacht hatten, entschieden wir uns, mutig noch mal aufs Mountainbike zu steigen und zum „Adventure“ nachzukommen. Ein besonderer Dank gilt hier Katrin, die Heike und mir in einem Crashkurs die Angst vor dem Fahrrad und dem Schotter genommen hat (Zusammenfassung: Das Bike ist Dein Freund, Geschwindigkeit stabilisiert und am allerwichtigsten: ARSCH HOCH!!!) Nach dieser kleinen Lehrstunde sind Heike und ich dann auch todesmutig die Schotterpiste heruntergefahren und waren anschließend ziemlich stolz auf uns. Bei Heike hatte dieser Adrenalinschub den Nebeneffekt, dass an gemütliches Rumliegen am See nicht mehr zu denken war; ich sag nur: hyperaktiv!!!
Das „Adventure“ entpuppte sich dann nicht nur als bloßes Strömungsschwimmen, sondern hatte noch mehr zu bieten, was an dieser Stelle nicht verraten wird. Nur so viel: Beim Rausklettern aus dem See an der linken Seite sind die spitzen Steine nicht zu unterschätzen…
Nachdem ich diesen aufregenden Tag mit nur wenigen Kratzern am Bein überstanden hatte, war ich anscheinend schon vor Erreichen meines Bettes eingeschlafen. Zumindest habe ich keine andere Erklärung, warum ich an der Beachbar eine Stufe übersehen habe und mich plötzlich mit Schmerzen auf dem Boden wieder fand. Glücklicherweise hat mich aber sofort eine der Krankenschwestern unter den Fröschen aufgegabelt und meinen Fuß mit Eiswürfeln versorgt.
Für den nächsten Tag hatte ich bereits einen Ausflug zur Nachbarinsel Korcula gebucht. Allerdings wollte ich das Programm nach dem Aufstehen direkt wieder absagen, weil kontrolliertes Gehen gar nicht möglich war. Die anderen Frösche meinten aber, ich könne mich ja dort auch in ein Cafe setzen und alle würden abwechselnd nach mir schauen… von so viel Anteilnahme ganz gerührt bin ich dann doch mitgefahren (und natürlich nicht still im Cafe sitzen geblieben, was man ganz deutlich an der beeindruckenden Farbenvielfalt meines Fußes am Abend ablesen konnte). Trotzdem auch noch mal ein großes Danke an Martina für die Versorgung mit Arnikakügelchen!

Korcula

Auf der Rückfahrt von Korcula nach Mljet gab dann das Holtelboot mal wieder seinen Geist auf und so schaukelten wir 30 Minuten unverankert durchs Meer und überlegten, an welchem Felsen wir wohl zerschellen würden während der Kapitän versuchte, den Motor mit einem Hammer wieder zum Funktionieren zu überreden und sich über uns ein leichter Sturm zusammenbraute… insgesamt dauerte die Rückfahrt dann 3,5 Stunden und ich habe mich selten so über eine heiße Dusche gefreut!!!
Am Donnerstag war dann tatsächlich mal Wellness und Power-Relaxing angesagt. Etwas anderes hätte mein Fuß auch nicht mehr mitgemacht. Es war wohl das Zeichen, mich doch endlich der Schwangeren- und Versehrtengruppe anzuschließen und es etwas langsamer gehen zu lassen. Es war aber auch traumhaft schön, einfach nur am See zu liegen und die Grün- und Blautöne zu bestaunen!
Für den Abend hatten Karina und Andreas wieder ein besonderes Highlight organisiert. Ivan holte uns mit seinem kleinen Bötchen an der Brücke zwischen den Seen ab und schipperte uns zu seiner Konoba. Dort haben wir köstlich gegessen und wurden dann abends wieder zurückgebracht. Allerdings war der Weg über die Natursteintreppen zurück zum Hotel mit einer kleinen Taschenlampe und Bänderanriss im Sprunggelenk dann doch ein wenig anstrengend.

Freitag gab es für mich dann Power-Relaxing Teil II und ich kam dann doch noch dazu, eins von den mitgenommenen Büchern zu lesen ;o)
Der letzte Tag des Urlaubs war dann auch noch mal richtig schön. Vicko (Oberkellner des Hotels), hatte uns zu sich nach Hause eingeladen und wir hatten dort die Möglichkeit, selbst gemachte Spezialitäten (Ziegenkäse, Olivenöl, Wein, Grappa, Feigen und gebrannte Mandeln) zu probieren und natürlich im Anschluss auch zu erwerben. Nachdem es morgens geregnet hatte, riss der Himmel pünktlich bei Ankunft in Babino Polje auf und wir ließen es uns auf der Terrasse unter Weinlaub richtig gut gehen. Ein Teil der Gruppe machte vorher auch noch einen Abstecher zur Odysseus-Grotte, aber die glitschigen Steine wollte ich meinem Fuß dann eher nicht zumuten.
Abends war dann wieder Diashow angesagt und es gab sogar noch einmal die Möglichkeit zum Nachtschwimmen. Die Teamer haben sich wirklich alle Mühe gegeben, es uns so schön wie möglich zu machen und in der 2. Woche mindestens 4 Mal den Plan umgestellt, um allen Fröschen die Möglichkeit zu geben, an allen Aktivitäten teilzunehmen. Und was soll ich sagen: Sie haben es geschafft!!! Großes Kompliment!!!
Trotz einiger Pannen, und Verletzungen war es ein traumhafter Urlaub mit vielen netten Leuten, erstklassigen Teamern und superschönen Erinnerungen!

Ein Gedanke zu „Reisebericht Mljet 17.05. – 31.05.2009

  1. Peter

    Hallo Karin,

    vielen Dank für Deinen stimmungsvollen und abwechslungsreichen Reisebericht zur traumhaften Insel Mljet! Ich war im Sommer 2008 mit Frosch Sportreisen erst auf dem Boot und dann noch eine Woche auf Mljet und bin immer noch schwer beeindruckt von der Natur. Vor der Reise war mir auch nicht bewusst, dass Kroatien so tolle Natur und Landschaften hat! Mljet ist einfach großatig zum Entspannen!

    Viele Grüße,

    Peter

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