30. August 2007

Saalbach-Hinterglemm 11.08. – 18.08.2007

Reisebericht von Silke Willems [silke.willems at tiscali.de]
FROSCH Reiseziel Sportclub Zwölferkogel im Salzburger Land, Österreich

Eigentlich wollte ich in die Sonne. Ans Mittelmeer. Dahin, wo das Wasser türkis ist und die Nächte lau…. endlich Wärme in diesem kalten, verregneten Sommer!
Aber als dich dann vor der Wahl stand, mich am Mittelmeer bei 45°C durch ausgedörrte Landschaften zu bewegen, oder nach Österreich (bedeckt, 17°C) zu fahren, fiel mir die Entscheidung nach einem Blick auf die Wettervorhersage doch leicht. Für den Alpenraum wurde Wetterbesserung prophezeit und so habe ich mich spontan für Hinterglemm entschieden – eine gute Entscheidung, wie sich zeigen sollte.

Als ich nach fast 16-stündiger Fahrt (aus dem Emsland, mit dem Zug) gegen 15.00 Uhr am Zwölferkogel ankam, war ich ziemlich fertig und wollte nur noch schlafen. Also rauf in mein geräumiges, absolut ruhiges Zimmer, ins Bett gelegt und Augen zu.
Nach ca. 2Std. wurde ich dann geweckt von Blasmusik und zünftigem Peitschenknallen – ein Blick vom Balkon bestätigte mir, dass ich nun wirklich in den Alpen angekommen war: In Hinterglemm war Bauernmarkt (für Norddeutsche: so ähnlich wie bei uns Schützenfest) und ein endlos langer Festumzug schlängelte sich durchs Dorf.
Nach Begrüßungscocktail und Abendessen habe ich mich denn auch gleich mit zwei netten Mitreisenden auf den Weg gemacht, die örtlichen Bräuche kennen zu lernen. Es wurde ein recht (feucht)fröhlicher Abend…
So unkompliziert, wie ich gleich am ersten Tag Kontakte knüpfen konnte, sollte es die ganze Woche bleiben: die lockere, ungezwungene Atmosphäre war wirklich toll – man konnte immer mit jemandem reden, lachen, essen, etc. – oder auch alleine bleiben.

Ich hatte mich für diesen Urlaub auf Wandern eingestellt, aber die Schnupperwanderung am ersten Tag schien mir nicht so besonders aufregend und so hab ich dann den Schnupperkurs für Mountainbiker mitgemacht. Anfangs mit null Ahnung von Rad und Technik ging es aber nach den ersten erklärenden Worten von Bike-Guide Michel doch ganz gut und so bin ich auch gleich die erste Tour mitgefahren: hinauf zum Bergstadl(ca 400Hm), wo wir nach einigen Zwischenstopps verschwitzt aber gutgelaunt ankamen und bei toller Aussicht von der Terrasse den ersten großen Durst mit einem Weizen oder einem Radler bekämpften.

Saalbach-Hinterglemm

Saalbach-HinterglemmAuch am zweiten Tag verlockte die angekündigte Mountain-Bike-Tour mich wieder eher als das Wanderangebot, obwohl ich (weil ohne Radlerhose) meine Sitzfläche schon ganz ordentlich spürte. Aber die Tour über die Hochwald- und die Seidlalm, über einen Single-Trail („mit ein paar Wurzeln und Steinen“… wir haben letztendlich fast alle das Stück geschoben) zur Thuneralm hat wieder richtig Spaß gemacht. Gerade auf den so endlos erscheinenden Steigungen kann man sich herrlich auspowern – oben angekommen entschädigen einen dann eine herrliche Aussicht ins ach so tiefe Tal, ein großes Radler und ein angenehm durchgearbeiteter Körper (jeder Ausdauersportler weiß, was ich meine…) für die Strapazen.

Saalbach-Hinterglemm

Am dritten Tag entschied ich mich (auch meiner Sitzfläche zuliebe) für eine Raftingtour auf der Salzach. Gemeinsam mit zwölf anderen „Fröschen“ fuhren wir also nach Lofer, wo wir eine herrlich spritzige, nasse, witzige, mal rasante, mal ruhige Fahrt erleben durften. Ein Highlight war sicherlich der Sprung in den Wasserfall: bei einem Zwischenstopp an einer Klamm gab es neben einer Brotzeit auch die Möglichkeit, aus ca 3m Höhe in ein Wasserfallbecken zu springen: das war richtig kalt, aber ein absolutes Muss….. und später war das Schwimmen im eiskalten türkisen Gebirgsbachwasser total klasse.

Saalbach-Hinterglemm

Die folgende Nacht war sehr kurz, denn um 2.30 Uhr hieß es Aufstehen: 3.00Uhr Treffen vorm Hotel zur Sonnenaufgangswanderung. Noch im Stockdustern sind wir mit Fackeln losmarschiert, den Zwölferkogel hinauf. Zwar war es eine mondlose, dafür aber umso sternenreichere Nacht: über uns funkelte der Himmel nur so vor unzähligen Sternen und auch Sternschnuppen… wer hier keine gesehen hat, der hat wohl keine Wünsche mehr… oben angekommen, wurden der mitgebrachte Kaffee, Kuchen, die Brötchen und Müsliriegel gerne angenommen und bei langsam sich rötendem Himmel verzehrt.
Nachdem die Sonne dann endlich über den Gipfeln erschienen war, schwangen sich unser Hausleiter Sven und Steffi mit ihren Gleitschirmen zu Tal: ein wunderbarer Anblick, und ich war sicher nicht die Einzige, die die Beiden beneidete.

Saalbach-Hinterglemm

Aber es sollte jeder, der wollte, Gelegenheit zu einem Tandemsprung bekommen: noch am selben Tag gegen Mittag war es für mich denn auch so weit: von der Schmittenhöhe, 1208m über Zell am See konnte ich mich mit Sven „vom Berg stürzen“. Zunächst schwebten wir gemächlich über einen Bergrücken talwärts – die Fichten unter mir sahen ungefähr aus, wie aus einer Seilbahn gesehen. Aber glücklicherweise rissen die Wolken immer weiter auf und so konnten wir die Thermik nutzen und uns langsam aber sicher immer höher schrauben: irgendwann sahen die Fichten aus, wie in einer Spielzeugeisenbahnanlage… das war schon ein unbeschreiblich tolles Gefühl, so völlig frei und leicht beinahe lautlos durch die Luft zu gleiten.
Abends dann noch mal hoch zum Bergstadl: wer wollte mit dem Bike, die anderen zu Fuß. Und einige auch bis zum Speichersee mit dem Auto, um nach einem Bad den Rest zu Fuß zu gehen. Oben gabs dann bei herrlichem Sonnenschein ein rustikales Abendessen bis die Sonne unterging und wir uns aufmachen mussten, um noch im Hellen unten anzukommen.

Saalbach-Hinterglemm

Am Donnerstag wurde dann der „Pinzgauer Spaziergang“ angeboten: aber mich hatte schon der Bike-Virus gepackt und so bin ich wieder nicht gewandert, sondern mit ca 24 andern zur Gondeltour gestartet. Eine Tour mit insgesamt 1500 Hm, so aufgeteilt, dass nicht so ‚bissige’ Radler(innen) bestimmte Teilstücke durch eine Gondelfahrt ersetzen können. Neben knackigen Steigungen gab es aber auch eine Schiebestrecke durchs Hochmoor, Abfahrten auf Schotterpisten, eine längere leichte Abfahrt auf Asphalt, ein Stopp am Wasserfall, eine längere Strecke durchs Tal auf einem gepflegten Radweg, und wieder einen recht schmalen Weg am Hang „mit ein paar Steinen und Wurzeln“. Alles in allem war wirklich für jeden etwas dabei – bewundernswert, wie gut unser Guide Michel all die verschiedenen Teilnehmer mit ihren unterschiedlichen Fähigkeiten und Wünschen zufrieden stellen konnte. Dabei hat ihm seine ausgezeichnete Ortskenntnis sicher geholfen, denn so konnte er kleinen ‚Ausreißertrupps’ genau beschreiben, wo es lang gehen sollte.

Saalbach-Hinterglemm

Die Abende im Hotel waren immer sehr gesellig: ob bei der Kennenlernparty am zweiten Abend, beim Kickerturnier, beim Grillen (alle Teamer in Trachten!), beim Candlelightdinner, oder einfach so an der Bar: an allen Tagen fühlte ich mich rundum wohl in so fröhlicher lockerer Umgebung. Dazu trug sicher auch die Anzahl der Gäste (geschätzte 50) bei: es dauerte nicht lange, bis man alle kannte, und es war immer jemand in der Nähe, mit dem man kurz (oder lang…) plauschen konnte.
Die Atmosphäre wurde natürlich wesentlich von den Teamern mitgeprägt: kein Abend, an dem Ina nicht mit strahlendem Lächeln das Essen gebracht hätte – die mitgereisten Kinder kamen mir Dank Nadines Betreuung nach einer Woche vor wie eine eingeschworene Gang, die lachend durchs Haus tobte- und Steffis Essen war wirklich super-lecker!!

Für mich war es eine wunderbare Woche – ich habe wirklich alle Alltags-Nerverei für sieben Tage völlig vergessen. Viel erlebt, viel gelacht, gut gegessen, gut geschlafen….
Wenn es irgendwie geht, bin ich nächstes Jahr wieder da!

Saalbach-Hinterglemm

2 Gedanken zu „Saalbach-Hinterglemm 11.08. – 18.08.2007

  1. Christin

    Saalbach-Hinterglemm ist immer eine Reise wert! Es macht super viel Spass und man kann prima abschalten. Ich empfehle euch gleich zwei Wochen zu buchen, denn in einer schafft man garnicht all die schönen Sachen, die man machen möchte. Es ist einfach grandios! Liebes 12-er Team: Ihr seit SPITZE!!!

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