17. September 2007

Reisebericht Samos, Juli 2007

Reisebericht von Steffen Temp [s.temp at gmx.de]
FROSCH Reiseziel Sporthotel Helen Yolanda aus Samos, Griechenland

SamosSamos, in der Antike auch Anthemis („die Blühende“) genannt, zeigte sich auch bei meinem ersten Besuch in diesem Sommer 2007 als wahre Schatzinsel für den Naturliebhaber. Während die Zuhausegebliebenen in diesen Tagen bei weniger als 20°C eine eher unrühmliche Tour de France vor den heimischen Bildschirmen verfolgten, begaben wir Teilnehmer der Froschreise ins Hotel Helen Yolanda auf Samos uns täglich auf abenteuerliche und wildromantische Ausflüge ins bezaubernde Hinterhalt der Ägäisinsel. Und das bei 40°C. Der durchgängig wehenden Meltemi gestaltete die Sommerhitze in den Morgen- und Abendstunden zumeist erträglich. Samos, nicht nur geologisch Teil des kleinasiatischen Festlandes, zeigte dabei einen erstaunlichen Artenreichtum, der eben auch durch afrikanisch und asiatisch anmutende Formen geprägt war. Davon und von den kleinen und großen Abenteuern, die ich zusammen mit den anderen Reiseteilnehmern erlebt habe, möchte ich in diesem Reisebericht erzählen.

Der 9. Juli 2007. Regen, 17°C, starker Wind aus Nordwest. Ein Tag wie viele in diesem Sommer und doch der Beginn einer spannenden Freundschaft, die ich mit der griechischen Insel Samos während meines zweiwöchigen Aufenthaltes schließen konnte. Schon auf dem Flughafen Düsseldorf erkannten sich die ersten „Frösche“ an ihren in Orange gehaltenen Kofferanhängern. Der Flug mit der LTU gestaltete sich wie immer unproblematisch und nichtsahnend verließen wir die Maschine nach nur knapp drei Stunden Flugzeit. Schock! Es war als stünde jemand mit einem Heißluftfön neben dir, um dir die schon längst getrockneten Haare noch gänzlich vom Kopf zu brennen. Das, was im ersten Moment befremdlich wirkte, wurde schnell zur Gewohnheit und bald konnte man die Sonne Griechenlands vollends genießen. Schon das erste Abendessen im Garten eines nahe gelegenen Restaurants zeigte einen der vielen Vorteile, die Wärme mit sich bringen kann: Wir brauchten keine langen Hosen, keine Pullover, keine klobigen Schuhe. Cooles Strandoutfit rund um die Uhr war angesagt. Übergepäck ade! Wie viele Abende klang auch dieser in der Sailing-Bar des nahe gelegenen Örtchens Kokkari aus.

Der erste Morgen. Mario und Carina, die „Teamer“ der Reise, waren gerade dabei uns über die Ausflüge, die Wanderungen und Biketouren zu informieren, da begann die faszinierende Natur schon mit ihrem ersten Schauspiel. Der Hardun, eine 40 cm lange Echse aus der Familie der Agamen, kroch gemütlich bei seinem Morgenspaziergang über die Mauer hinter Marios Kopf. Erstaunen machte sich selbst unter den weniger naturbegeisterten Reiseteilnehmern breit, kannte man die mit Stachelschuppen bewährten Kriechtiere doch eher aus Terrarien oder Zoofachgeschäften. Nun denn, nach der sehr ausführlichen Sitzung, bei der auch die Einweisung in die Bikes vorgenommen wurde, fanden eine Einführungswanderung und eine kurze Radtour zum ersten Erkunden der näheren Umgebung, des Ortes und der attraktiven Strände Kokkaris statt. Der Nachmittag wurde dann beim „Chillen und Grillen“ in dem erfrischenden und kristallklaren Wasser der drei Strände der näheren Umgebung verbracht. Einige Frösche, vor allem die, die mit Radeln und Wandern nicht so viel am Hut hatten, inspizierten schon mal das Gelände und das Material der nur drei Gehminuten entfernten Surfstation.

Mario und Carina boten je vier oder fünf Touren in der Woche an. Mario begleitete die Biker, die sich mit den übrigens sehr gut gepflegten Scott-Bikes die Berge hoch und runter quälten und Carina organisierte die Wanderungen zu den Bergdörfern des Inselinneren. Deja und Valldemossa, den Experten der Ferieninsel Mallorca wohl bekannt, können sich vor diesen griechischen Bergdörfchen übrigens nur verstecken. Das Flair der Winzerdörfchen Vourliotes und Manolates ist einfach einzigartig.

So vergingen die Tage wie im Fluge. Kein Hügel, kein Tal, kein Dorf wurde bei dem ausführlichen Sportprogramm ausgelassen. Abends saßen wir in den landestypischen Tavernen und uns wurde griechischer Salat, eine Hauptspeise und stets ein „griechisches Nationalgetränk mit O“ gereicht. Danach ging es, je nach Lust und Laune bis spät in die Nacht, in eine der zahlreichen Strandbars, Cocktails schlürfen. Morgens wurde das Frühstück auf der Terrasse am Haus eingenommen. Für ein griechisches Frühstück, vor allem an den „Highlight-Tagen“ mit Joghurt und Honig, Kuchen und einem Ei, sehr vorzüglich. Täglich gab es frische Melone, Brot mit Wurst und Käse und Müsli mit Milch! Einfach gemütlich so ein Leben. Doch bald näherten wir uns den beiden Höhepunkten der ersten Woche: Eine 150 Kilometer lange Geländewagen-Safari zu den Gipfeln der Berge erwartete uns, zudem eine Wanderung mit Bachdurchquerung in Badesachen, ähnlich dem bekannten Canyoning.

SamosDie Geländewagen-Tour begann nach dem Frühstück vor dem Hotel. Zuerst wurde sich zivilisiert angeschnallt und bis zum Einstieg in die Piste verlief auch alles relativ harmlos und gesittet. Was uns danach durch den erfahrenen Guide Mario geboten wurde, war allerdings alles andere als langweilig. Extrem steile Schotterpisten mit atemberaubenden Ausblicken auf die Küstenlandschaft verlangten den Fahrern einiges an Können ab. Mein persönliches Highlight waren die Stops, bei denen man der Natur des Inselinneren noch näher kam, als bei den

Wanderungen und Radtouren. Unter anderem bescherte uns eine Wiese mit Disteln eine solche Dichte an Schmetterlingen, dass man gar nicht wusste, welchen man zuerst fotografieren sollte. Diesen Ausflug sollte man bei einem Samos-Aufenthalt einfach nicht verpassen. Sonnenbrille und Sonnenschutz, Windjacke oder Weste und staubverträgliche dunkle Kleidung darf man dabei nicht vergessen.

SamosAm ersten Wochenende gab es viel Freiraum für eigene Unternehmungen. Einige Frösche unternahmen eine Bootstour zu einer kleinen, vorgelagerten Insel und einige fuhren in die Hauptstadt des Eilandes, Samos-Stadt oder auch Vathy genannt. Auf dem Weg mit dem Rad zur Stadt begegnete mir das wohl merkwürdigste Tier, das man auf Samos beobachten kann: Das Gewöhnliche Chamäleon (Chamaeleo chamaeleon). Das Reptil kommt in Europa fast nur auf dem Peloponnes, Chios, Kreta und eben auf Samos vor. Chamäleons können ihre Farbe verändern und ihre Augen unabhängig voneinander in verschiedene Richtungen blicken lassen. Sieht schon ulkig aus. Mit ihrer Schleuderzunge fangen sie Insekten und anderes Kleingetier. Mein von der Hauptverbindungsstraße aufgesammeltes Exemplar ließ sich die Freude über die Lebensrettung jedoch nicht anmerken und versuchte, allerdings vergeblich, seine Abneigung gegen die Kamera durch ein heftiges Fauchen zu unterstreichen.

Die zweite Woche bescherte uns ein ähnliches Programm wie die erste Woche, jedoch wurden bei den Wanderungen und Biketouren neue Ziele angesteuert. Die zusätzlichen Ausflüge variierten, so kam nie Langweile auf. Auch geschichtlich Interessierte kommen auf Samos auf ihre Kosten. Samos ist reich an Ruinen antiker Baukunst. In Pythagorio finden sich mit Abstand die meisten Überreste. Der Tunnel des Eupalinos, einst zu den sieben Weltwundern gezählt, findet sich in der Nähe der Stadt.

Viel Spaß bei eurem nächsten Frosch-Urlaub auf Samos!
Steffen

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