3. November 2005

Reisebericht Fourka 15.09.-29.09.2005

Reisebericht von Antonio Rosa (Antonio.Rosa at gmx.de)
FROSCH Reiseziel Sportclub Hotel Tropical – Club 30+/- für Singles und Alleinreisende

Wie fängt man einen Reisebericht am besten an? Wohl mit dem Anfang: Wie komme ich als „Frischling“ zu Frosch? Ich wollte unbedingt Mountainbiken und zwar auf Kreta. Über Mountainbike.de und einen Link (der komischerweise „ www.xxl-reisen.de“ hiess) bin ich auf Frosch Sportreisen gestoßen.
Gehört hatte ich von Frosch schon, aber nur im Rahmen von Skireisen. Dummerweise war Kreta für meinen Termin aber schon ausgebucht. Und da ich noch nie in Griechenland war und sich mir der 15% Rabatt für das Hotel Tropical in Fourka förmlich in die Augen bohrte, hatte ich mich nach kurzem Lesen der Hotel-Beschreibung entschieden.
Dass dort ein Frauenüberschuss herrscht und es sich um eine „Singlereise“ handelt, habe ich nicht wahrgenommen. Das fiel mir erst auf der Busfahrt nach Fourka bzw. am Flughafen in Thessaloniki auf!

Wahrgenommen habe ich hingegen die Fluglinie, in diesen Zeiten doch enorm wichtig: Aegean Airlines aus Griechenland. Kennt kein Mensch! Jedenfalls musste ich über das Internet (www.flugzeug-absturz.de) unbedingt herausfinden, ob die Fluglinie, schon mal einen Absturz hatte. Zum Glück, sie hatte keinen, insofern war ich etwas beruhigt!
Der Flug von Frankfurt aus startend war dann aber trotzdem nicht ohne, die Flugbegleiterinnen obschon sehr hübsch, waren ziemlich unfreundlich, die Sitzabstände mörderisch, das Essen kaum zu genießen und der Kaffee nicht nur nicht warm, sondern kalt! Dafür gab es eine erlebnisreiche, turbulente Landung (schlimmer war nur eine Landung vor Jahren mit LTE auf Ibiza – lang, lang ist’s her)! Daran, ob geklatscht wurde für die Leistung während der Landung, kann ich mich nicht mehr erinnern, es wäre aber der blanke Hohn gewesen.
Apropos Kaffee, meine Nachbarin (übrigens auch ein Frosch wie sich später herausstellte) hatte den Tee verpasst. Sie fragte die Kaffee-Stewardess höflichst nach Tee, die Antwort: Der Tee kam doch gerade vorbei, jetzt gibt es nur noch Kaffee! Von Service also keine Spur.

Man muss aber ehrlicherweise sagen, dass andere Gäste angenehmere Erfahrungen mit Aegean hatten. Der Sitzabstand in Ordnung, das Essen gut, der Kaffee heiß – die sind aber auch morgens geflogen (also kurz nachdem die Verpflegung an Bord kam) und sie waren auch nur 1, 60 m groß! Da kann ich mich mit 25 cm mehr an Körpergröße nicht wirklich erfreuen.
Eine Sache noch, es fiel jedem beim Einstieg ein Logo am Flugzeug auf: Aegean war Fluglinie des Jahres 2004/2005 – jeder hat allerdings gerätselt, wer noch in der Auswahl war. Später zu Hause konnte ich dann auf der Aegean Homepage nachlesen: ERA – the European Regions Airline Association – assigned to Greek Carrier AEGEAN AIRLINES the „Gold Award Airline of the Year 2004/5“. Na, denn!

Das erste Highlight war jedenfalls die Nacht-Busfahrt nach Fourka in einem Riesenbus der nicht mal zu einem Drittel belegt war – wobei die Hälfte im Frosch-Schwesterhotel in Polychrono abgesetzt wurde (in der Dunkelheit konnte man nichts erkennen, also kein Vergleich möglich).
Und auf dieser Busfahrt war er wieder, der Frauenüberschuss (4 Männer und 12 Frauen). Na ja, wie fängt man ein Gespräch mit der Nachbarin an? Wie lange bleibst Du? Woher kommst Du? Wann hast Du gebucht?
Jedenfalls hatte ich zu einigen sofort einen Draht und das Humorverständnis (schwärzer als schwarz) war absolut gleich – eine super witzige Busfahrt. Und als jemand meinen Beruf auf Anhieb erraten hat, bin ich beinahe vom Sitzplatz gefallen. Das ist mir noch nie passiert, denn ein typischer „Controller“ bin ich nicht. Auf alle Fälle ergab sich schon hier ein Gemeinschaftsgefühl, mit dem Ergebnis, dass man/frau sich später zu einem kleinen Bierchen an der Bar und für den nächsten Morgen zum Frühstück verabredet hat!
Um ca. Mitternacht waren wir dann endlich im Hotel, müde und verschwitzt – empfangen durch die Chef-Teamerin Meike. Die Zimmer wurden verteilt, kurze Einweisung wo was ist (Getränkekarten, Restaurant, Poolbar – klar am Pool, wo sonst?). Trotz der Müdigkeit gingen wir also noch auf ein kleines Bierchen an die Poolbar (wo war die noch mal?). Die Poolanlage war wirklich vom Feinsten, schön erleuchtet, am liebsten wäre man hineingesprungen, leider zu dieser Uhrzeit verboten.
Erster Schreck: Die Poolbar um Mitternacht fast leer, nur vier Leute saßen dort. Das half jedenfalls nach dem einen Bierchen schnellstmöglich das Bettchen aufzusuchen. Ich hatte eine halbe Suite gebucht in der vagen Hoffnung, das Hotel sei nicht voller Gäste, die vage Hoffnung wurde enttäuscht, ich hatte einen Zimmergenossen. Das war letztlich aber nicht so tragisch, denn wir hatten getrennte Zimmer und so war ein relativ ruhiger Schlaf möglich (ok, wenn man(n) nachts auf Toilette geht, ist das nun eben mit Geräuschen – ähemm Lärm verbunden)!

Bei Sonne pur und blauem Himmel verflogen die ersten Tage wie im Fluge, das ist das sichere Zeichen, dass es ein guter Urlaub war. Tagsüber Mountainbike-Touren, nachmittags Strand und Beachvolleyball (was leider nicht jeden Tag angeboten wurde). Von Wanderungen, Boule- und Tischtennis-Turnieren habe ich mich aber ferngehalten.
Besonders spaßig war das Beachvolleyball-Spiel unter Flutlicht am Abend, wir konnten nur ein Drei-gegen-Drei spielen – mehr Gäste wollten nicht. Schade, denn es war absolut super. Die Zuschauer konnten wir nicht sehen, da das Flutlicht blendete, dafür wurden wir „angestrahlt“. Ein Kompliment an den Teamer Jan für seine tolle Idee.

Fourka

Fourka hat Ende September nicht allzu viel zu bieten, eben absolute Nachsaison. Ehrlicherweise machte mir das nichts aus. So hatten wir die Strandbar und den Strand inkl. Liegen fast nur für uns Tropical-Gäste. Hinkommen war kein Problem (mit dem Mountainbike 5 Minuten, 15 Minuten zu Fuß) oder mit dem Hotel-Shuttle. Es wurde uns aber dadurch erleichtert, weil die Liegen am Hotel-Pool ohne Auflagen kaum zu ertragen waren. Aber wer fährt schon ans Meer um dann am Pool zu liegen (ha, das war jetzt mal eine Spitze für die Pool-Anhänger).

Mein Schwur nicht in den Pool zu springen (auch aufgrund des hohen Chlorgehaltes) wurde leider unfreiwillig zu Nichte gemacht, weil mich doch tatsächlich jemand aus lauter Spaß in der Pool gestoßen hatte, und zwar mit Hilfe eines Besens: Die Sonnenbrille auf der Nase, eine Flasche Wasser in der Hand ging’s hinein – und das auch noch nach dem Beachvolleyball. Denn es war ja ausdrücklich verboten, verschwitzt in den Pool zu steigen. Die Lacher hatte ich absolut auf meiner Seite, das war dann aber auch das Highlight am Pool, ansonsten war es total leise und von Party zumindest tagsüber keine Spur.
Apropos Party, eine wirkliche Party gab es nur an vier, fünf Abenden. An den allermeisten Abenden waren nach Mitternacht nie mehr als 10 Gäste an der Poolbar (darunter meistens meine Wenigkeit). Dennoch wurde mindestens bis 2 Uhr morgens laute Musik gespielt, das sei so „Frosch-üblich“. Da die meisten Zimmer sich um den Pool und damit um die Poolbar gruppierten, haben sehr viele Leute darunter gelitten. Beschwert hat sich meines Wissens keiner, Oropax hat aber vielen geholfen.

Fourka
Fourka

Das (Abend-) Essen war ganz gut und reichhaltig, es gab jedenfalls immer etwas, dass man essen konnte. Dadurch, dass viele Speisen in einer Soße lagen (um nicht zu sagen, schwammen), konnte man nicht immer erkennen, um was es sich handelt. Damit begann jeden Abend das Rätselraten. Mutige konnte man immer fragen, was sie denn gerade essen, die Auskünfte beschränkten sich jedoch meistens auf „es schmeckt gut“ oder eben nicht. Zum Salatbuffet ist anzumerken, dass es zwei Wochen lang den gleichen Salat gab: Gurken und Tomaten, bzw. Tomaten und Gurken. Von dem hoch gelobten griechischen Feta-Käse keine Spur. Am dritten Tag haben wir endlich gefragt und siehe da auf Nachfrage gab es einen Teller für uns und danach ab und zu als Bestandteil des Salatbuffets. An Tagen an denen es den Feta nicht gab, haben wir uns jedenfalls an die Regel der Hotelchefin gehalten, wer nicht fragt, bekommt auch nichts. Ob das etwas mit Service zu tun hat, nun ja!
Im Gegensatz dazu, war das Frühstück überschaubar, zwar verschiedene Brotsorten aber ansonsten, wirklich zwei Wochen lang immer das gleiche! Gleiche Wurst, gleicher Käse, gleiche Marmelade, etc. Allerdings waren einem Tag die hart gekochten Eier nicht gleich, denn sie waren butterweich (also fast ungekocht) – nach dem 3. Ei habe ich es dann gelassen. Aber, man muss auch sagen, keiner ist verhungert!

Unterbrochen wurde die 1.Woche durch den Ausflugstag: Bus- oder Schiffstour. Es gab tatsächlich manche Gäste, die mit sich haderten, was denn nun das Richtige sei. Eigentlich keine Frage, zumindest für diejenigen die seetüchtig sind. Meine positiven Ausführungen für eine Schiffstour wurden jäh durch Zeichen unterbrochen, damit aufzuhören. Dadurch konnte man sich Gästen entledigen, die man nun doch nicht auf dem Schiff haben wollte.
Die Schiffstour war schön, aber das Schiff mit über 40 Gästen total überfrachtet (die Woche später waren es etwas über 30 Gäste, die konnten eine richtige Tanzparty feiern). Es ging von Kassandra nach Sithonia, mit jeweils zwei Tauch- und Badeaufenthalten, mittags anlanden in Neos Marmaras und abends in Pefkohori. Zum Glück spiele das Wetter mit: Sonne pur und ein recht hoher Wellengang.

Fourka

In der 2.Woche haben wir dann die Bustour gemacht, im nach hinein ein Fehler! Es wurden vormittags und Mittags zwei Orte angefahren. Das eine ein verschlafenes Fischerstädtchen das andere die Tourismusstadt schlechthin (Haniotis). Nachmittags ging es an eine Bucht, wirklich verschlafen und schön, aber nur zu kurz um 16 Uhr ging es schon wieder heimwärts. Denn es mussten ja die Schiffsgäste mit dem gleichen Bus abgeholt werden!

Fourka

An zwei Abenden war Fernsehen angesagt, jeweils mit zwei „Katastrophen“: Am 18.09. Bundestagswahl! Das überraschende Ergebnis wurde zwar geteilt aufgenommen, aber ein Ausspruch einer CDU/CSU-Anhängerin ragte hervor: Das Ergebnis ist eine „Katastrophe“, das ging dann aber auch den ganzen Abend so (und auch noch den halben Tag darauf). Die zweite Katastrophe ereignete sich beim Endspiel der Basketball-Europameisterschaft: Griechenland-Deutschland, mit einer desolaten Leistung gingen die deutschen Spieler unter!

Die Gäste, ein wirkliches kunterbunt an Menschen aus fast ganz Deutschland. Klar, es gab Leute mit denen man sich sofort verstand, mit denen man sich erst nach einem Gespräch auf der gleichen Wellenlänge befand und es gab auch so genannte „Pflegefälle“ – wobei ich das als eine ziemlich drastische Beschreibung ansehe. Umgekehrt muss die Frage erlaubt sein, warum manche Gäste gar nicht auffielen. Der Ausspruch, „den/die habe ich ja noch gar nicht gesehen“ fiel nicht selten.
Der Frauenüberschuss relativierte sich ziemlich schnell, denn attraktive Frauen wurden umgehend von Männern umringt (war das jetzt chauvinistisch?). Und übrigens jeder hatte die Singlereise aus Versehen, aus purem Zufall oder aus Unwissenheit (siehe oben) gebucht. Altersmäßig hat es an sich auch gepasst (von 20-40 – das ist aber nur eine ca.-Angabe)
Dass man/frau Seinesgleichen sehr schnell findet, war für mich an dem Urlaub das Schönste. Nette Menschen kennen zu lernen, Spaß zu haben und vor allem miteinander Lachen. Hatte zumindest den Eindruck, unser Tisch war der Lauteste und der Lustigste. Ob dadurch andere gestört wurden, haben wir uns nicht wirklich gefragt.

Am letzten Abend wurden fleißig Email-Adressen und Mobilnummern ausgetauscht, man kennt das ja aus anderen Urlauben. Aber merkwürdiger Weise ist der Kontakt zu vielen nicht abgebrochen, es wird kräftig ge-emailt und es werden Fotos ausgetauscht. Und man/frau trifft sich auch, es sollen sich aus dem Singleurlaub auch tatsächlich aufkommende Beziehungen gebildet haben – hätte das jemand am Anfang des Urlaubs gedacht?

2 Gedanken zu „Reisebericht Fourka 15.09.-29.09.2005

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