7. Juni 2007

Dolomiti Superski

Reisebericht von Peter Utermöhl (Peter.Utermoehl at gmx.de)
FROSCH Reiseziel Hotel Maria Teresa in Alba di Canazei – Dolomiten

Passender hätte der Name der web site zum Skigebiet wohl nicht gewählt werden können (www.dolomitisuperski.it); das Gebiet hält, was der Name verspricht. Eigentlich dachte ich ja, mit Trois VallĂ©es in Frankreich das Traumskigebiet gefunden zu haben. Als ich dann mit Paola letztes Jahr am Ankunftstag gleich die Sellaronda gefahren war, konnte ich nur zugestehen, hier ein noch besseres Gebiet gefunden zu haben. Die Italiener vollbringen hier beim Präparieren der Pisten echte Wunder.

Dolomiten

Doch von Anfang an:
Nach entspannter Anreise mittels ICE von Hamburg nach Frankfurt und Zustieg in den Schlafbus waren wir am Samstag, 10.02.2007 gegen 11:00 h an unserem Zielort Canazei. Aus unerfindlichen Gründen hatten außer mir nur fünf weitere Leutchen diese Woche gebucht, vielleicht, weil alle anderen wussten, dass zu dieser Zeit in Dänemark Ferien sind und das Gebiet von Party-Dänen bevölkert wird oder weil die Karnevals-Flucht erst in der darauf folgenden Woche notwendig wird.

In der Saison 2006/2007 wird das Gebiet von Martina und Geert betreut, zwei erfahrene und überaus engagierte Frosch-Teamer und Österreich-Vertriebene, die wohl schon die eine oder andere Saison in Bad Hofgastein verbracht hatten. Die demografische Entwicklung der Gesellschaft hat offenbar zur Folge, dass auch die Frosch-Gäste nicht mehr nur aus Mit-zwanzigern bestehen. Mir fiel es sehr angenehm auf, hier nicht von flippigen Berufsjugendlichen als Teamer bespaßt zu werden. Im schonungslosen Umgang mit sich und besonders ihren Privat-Autos hatten die beiden für ihre Gäste, die nicht von morgens bis abends bis zur Erschöpfung Ski fahren, jeden Abend ein anderes Event parat. Neben Disco, Bowling und Snow-Tubing konnte man die just angefutterten Kalorien nach dem Abendessen auch gleich wieder auf der Nacht-Skipiste loswerden.

In Canazei stehen bei Frosch drei Hotels zur Auswahl. Viele glauben ja, sich mit dem etwas teureren Conturina etwas besonders Gutes zu gönnen. Das Maria Teresa dagegen, als typischer Familienbetrieb von Claudia, ihrem Mann und der Mutter geführt, ist dabei für mein Empfinden gar nicht zu toppen. Hier gibt es jeden Abend vier Gänge original italienische Küche, die zu servieren sich Claudia jeden Abend in ein anderes schickes Outfit wirft. In dieser Konstellation braucht dann keiner zu befürchten, dass ihm in Italien keine Pasta serviert wird oder er dummerweise gerade die Saison mit den muffeligen Kellnern erwischt hat, die die Karte allenfalls mal auf italienisch erklären würden.

Was früher in Trois VallĂ©es im Chalet Les Allarisses nach Frühstück und Skifahren das dritte Highlight des Tages war, Kultstatus hatte und immer ungemein zur Gruppendynamik beigetragen hat, führt hier, völlig zu unrecht, ein Schattendasein; die kleine aber feine Sauna ist, sobald man von der Piste kommt, auf vorherige Ansage mollig warm vorgeheizt und ideal, die beanspruchten Beinchen zu entspannen. Einige Gäste ziehen es offenbar trotzdem vor, die Sauna-Landschaften des benachbarten Hotels Val de Costa gegen Extra-Bezahlung zu nutzen.

Das Ski-Gebiet erschließt sich von Canazei über einen ziemlich leistungsstarken Lift, vor dessen Talstation sich am Morgen aber dennoch gern eine Menschentraube bildet. Wer schnell ins Skigebiet will, tut gut daran, sich schon kurz vor Liftöffnung in die Schlange einzureihen. Man ist dann i. d. R. nach ca. 10 min Warterei im dichten Gedränge und dem zwangsläufigen Studium aller Stadien der Mund- und Zahnfäule anderer Skifahrer auf dem (über den) Berg; von da an nur noch Genuss pur. Was eben noch Menschenmassen waren, verläuft sich sofort auf über 1.200 Pistenkilometern. Wer sich zur Rush hour etwas abseits der größten Lifte hält, wird keine Liftschlange finden. Die Italiener scheuen sich nicht, massiv zu beschneien, wenn’s mit echtem Schnee mal wieder nicht so recht klappen mag. Da es meistens kalt genug ist, entsteht hier eine sehr griffige und super befahrbare Schneelage. Zu dieser Unterlage kommt dann die traumhaft schöne Kulisse der Sella-Gruppe und der Marmolada, und das bei meistens schönstem Sonnenschein. Anders als in Frankreich und der Schweiz haben die Hütten auf den Pisten sehr moderate Preise, zu denen man problemlos auch mal einkehren kann. Darüber hinaus sind die Hütten, wie alle öffentlichen, geschlossenen Räume in Italien schon seit ein paar Jahren erfreulicherweise rauchfrei.

Über den Skipass als digitale Chipkarte registrieren die Liftschranken automatisch, wer, wann, wo, welchen Lift benutzt hat. Auf o. g. web site kann man nach Eingabe der Skipass Nummer seine Performance abfragen. Ich bin danach auf diesem Skipass in einer Ski-Woche ohne den Ankunfts-Samstag 192 mal Lift gefahren, habe 354 Pistenkilometer zurückgelegt und dabei eine Höhendifferenz von 66.904 Meter überwunden. Das ist eine Höhe oberhalb der Stratosphäre, in der sonst nur Satelliten kreisen.

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