14. Mai 2018

Reisebericht Sportclub White Waters – Madeira | Mai 2018

Reisebericht von Conan – Mai 2018
FROSCH Reiseziel Sportclub White Waters auf Madeira, Portugal.

Nachdem ich mit Frosch bislang meistens in Griechenland oder in den Alpen Wanderurlaub gemacht hatte, entschied ich mich in diesem Frühjahr für Madeira. Dies beruhte vor allem darauf, dass ich die Möglichkeit haben wollte, auch im Hochgebirge zu wandern und gleichzeitig sicher sein wollte, dass man dabei auch Sonne abbekommt.

Die Anreise

Der Hinflug erfolgte an einem Dienstag (im Frosch Sportclub Madeira der übliche Anreisetag) mit Germania. Diese mir bislang unbekannte Airline fliegt Madeira von mehreren deutschen Städten direkt an und ist uneingeschränkt zu empfehlen. Hin- und Rückflug waren pünktlich und das Personal zuvorkommend. Zudem gab es neben Getränken auch kostenfrei leckeres warmes Essen.

Die Kleinstadt Machico ist nur wenige Kilometer vom Flughafen entfernt.

Die Kleinstadt Machico ist nur wenige Kilometer vom Flughafen entfernt.

Die Lages des White Waters

Der Frosch Sportclub auf Madeira befindet sich in der Kleinstadt Machico, nur wenige Kilometer vom Flughafen entfernt. Daher wird man nicht abgeholt, sondern nimmt sich für rund 10 Euro einfach ein Taxi zum Hotel White Waters. Dabei handelt es sich um ein kleines inhabergeführtes 3-Sterne Hotel, indem ganz überwiegend, aber nicht nur Frosch Gäste wohnen.

Blick aus dem Zimmer

Blick aus dem Zimmer

Das Hotel ist modern und liegt super zentral. Von meinem Balkon hatte ich Seeblick. Gleichzeitig waren es nur wenige Schritte zu einem kleinen Einkaufsmarkt, zur Eisdiele oder der nächsten Bäckerei. Zudem gibt es eine schöne Dachterrasse mit Liegen sowie eine Tiefgarage für die Fahrräder. Allerdings gibt es keinen Pool und somit auch keine Poolbar, wie ja in vielen Frosch Sportclubs in Südeuropa üblich. Dadurch fehlt ein wenig ein gemeinsamer Anlaufpunkt nach den Touren.

Der Ort Machico

Die Kleinstadt Machico ist ein typischer madeirensischer Küstenort. Es ist nicht allzu viel los, aber es gibt, was man zum Leben so braucht (Geldautomaten/Supermarkt/Busbahnhof) und zudem einen Seglerhafen und einen kleinen Strand mit Beachvolleyballfeld. Touristisch ist der Ort kaum erschlossen, außer dem White Waters konnte ich nur ein größeres Hotel entdecken und auch die Promenade sowie die örtlichen Kneipen sind fest in portugiesischer Hand.

Die Frosch Gruppe

Das Froschpublikum war bunt gemischt, es gab drei Paare, aber auch viele Alleinreisende, insgesamt so rund 20 Gäste, altersmäßig zwischen Anfang dreißig und Mitte fünfzig. Frosch bietet auf Madeira pro Woche vier Wanderungen und mehrere Radtouren an, zudem einen Ausflug mit einer zweistündigen Stadtführung durch Funchal. Weitere Aktivitäten (zusätzliche Wanderung, Whale Watching etc.) können hinzugebucht werden.

Das Wanderprogramm

Für einige der Touren waren Transfers notwendig, teilweise mit öffentlichen Bussen (zahlt man selber), teilweise mit eigens angemieteten Kleinbussen (im Reisepreis enthalten). Meistens war man in spätestens dreißig Minuten am Ausgangspunkt der Wanderung, länger als eine Stunde hat es jedenfalls nie gedauert. Auch Funchal ist dank eines Expressbusses in rund einer halben Stunde zu erreichen.

Der überwiegende Teil der Gruppe war – genau wie ich – an Wanderungen interessiert, wofür Madeira auch allerbeste Voraussetzungen bietet. Es gibt viele gut ausgebaute Wanderwege und zudem eine sehr abwechslungsreiche Landschaft. Man kann im Hochgebirge wandern, aber auch entlang von Levadas (Wasserkanälen), durch Bananenplantagen oder parallel zur Küste mit herrlichen Blicken aufs Meer.

Die Touren starteten jeweils zwischen 9-10 Uhr, meistens war man zwischen 15-16 Uhr zurück. Zwischendurch waren zwischen 300-800 Höhenmeter zu bewältigen und einige Stücke waren durchaus technisch anspruchsvoll. Ein wenig Kondition und Trittsicherheit sind also erforderlich und manchmal zog es die Gruppe auch etwas auseinander. Aber natürlich gab es auch häufiger Pausen, in denen die Gruppe wieder zusammen kam.

Madeira

Während einer Wanderung im Hochgebirge aufgenommen.

Eine Einkehr zum Mittagessen war hingegen nicht üblich, zumal die entsprechende Infrastruktur auf Madeira fehlt. Die Bergdörfer sind klein und verfügen meistens nur über kleine Bistros, in denen es allenfalls Galao oder kalte Speisen gibt. Die meisten Frösche ließen sich daher von der Hotelküche täglich für 2-2,50 Euro ein großes Sandwich schmieren, das es wahlweise mit Käse, Schinken, Huhn oder Thunfisch gab. Zudem konnte man sich beim Frühstücksbuffet eine Banane oder einen Apfel einstecken.

Ausflüge & Rahmenprogramm

Besonders empfehlenswert ist der Ausflug nach Funchal. Die Inselhauptstadt verfügt über viele schöne Parks, eine lebendige Markthalle mit Blumen, exotischen Früchten und ungewöhnlichen Fischen sowie weiteren Shoppingmöglichkeiten. Besonders Lederartikel wie Schuhe sind dort im Vergleich zu Deutschland deutlich preiswerter.
Zudem besteht die Möglichkeit mit einer Seilbahn auf den Monte zu fahren, einem Berg am Rande der in den Hang gebauten Inselhauptstadt. Hier hat man einen schönen Blick auf Funchal. Zudem gibt es einen großen tropischen Garten und eine schöne Bergkirche. Von dort kann man für 30 Euro (für zwei Personen) mit einem Korbschlitten wieder den Berg herunterfahren. Ein ziemliches Touristenspektakel, auf das ich verzichtet habe.

Park in Funchal

Park in Funchal

Markthalle in Funchal

Blick in die Markthalle in Funchal

Am freien Tag bestand die Möglichkeit, eine weitere Wanderung hinzu zu buchen, die von einem externen Anbieter angeboten wird. Davon machte ein Teil der Gruppe Gebrauch, die meisten organisierten sich jedoch auf eigene Faust, was auf Madeira auch kein Problem ist. Es gibt ein gut ausgebautes Busnetz, die meisten Menschen sprechen zumindest ein wenig Englisch und viele Wanderwege sind gut ausgeschildert.
Zudem begegnet man regelmäßig anderen Wandergruppen, die teilweise mit einigen Führern unterwegs sind, welche sich natürlich gut auskennen. Madeira wird insoweit seinem Klischee gerecht: Es ist eine Wanderinsel, die ganz überwiegend ältere deutsche Urlauber anzieht. Einsames Wandern wie es teilweise in Griechenland noch möglich ist, dürfte auf Madeira schwierig werden.

Nach den Wanderungen gab es im Sportclub während der Woche noch jeweils eine Yoga- und eine Workout-Stunde im Angebot, wie man sie aus deutschen Fitness-Studios kennt. Mountainbike-Guide Lars offerierte zudem eine Technikeinführung, bei der man unter anderem lernen konnte, wie man schnell und fachmännisch einen Reifen flickt.

Die Verpflegung

Das Abendprogramm wurde dann täglich mit dem Essen ab 19 Uhr eingeläutet. Es gab kein Buffet, sondern ein 3-Gänge-Menü. Die Vorspeise war fast immer eine Suppe, das Hauptgericht wahlweise Fisch, Fleisch oder vegetarisch (verbindliche Auswahl jeweils am Abend davor) mit Beilagen und als Nachtisch wurde meistens ein großes Stück Kuchen angeboten. Zudem gab es immer Salat. Alles sehr lecker.

Da das Hotel über keine Bar verfügt, blieb man nach dem Abendessen meist noch einige Zeit sitzen oder entschied sich mit einer größeren Gruppe in einer benachbarten Kneipe noch einen Poncha zu nehmen, eine Art madeirensischer Cocktail, der je nach Wahl aus unterschiedlichen Fruchtsäften und Zuckerrohrschnaps zubereitet wird. Wirklich spät wurde es aber nie, dazu ist in Machico denn doch zu wenig los.

Insgesamt ist der Sportclub auf Madeira daher für Frosch Gäste geeignet, die in landschaftlich sehr schöner Umgebung einen eher ruhigen Urlaub verbringen wollen.

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