3. September 2007

Toskana, Montaione, Villa da Filicaja (1.-15.10.2006)

Reisebericht von Jennifer Orzol [mailto:little.fazer at freenet.de]
FROSCH Reiseziel Sportclub Fattoria San Antonio, Toskana

Buchung
Ich brauche Urlaub! Und da ich alleine reisen wollte, und schon einiges Gutes von Frosch gehört hatte, besorgte ich mir voller Vorfreude einen Katalog mit den aktuellen Sommerdestinationen und stöberte drauf los. Aber wie soll man sich da entscheiden??? Immer wieder Blätterte ich hin und her, so dass nach einigen Tagen meine Wahl auf die Toskana fiel,und das nicht zuletzt wegen des Rahmenprogrammes … so buchte ich also 14 Tage Frosch-Urlaub inkl. eines 4tägigen Kurses Natural Horsemanship (oder auch “Pferdeflüstern für Anfänger”).

Toskana

Anreise
Bereits frühzeitig gebucht begann das Warten auf den heiß ersehnten Abflug. Von Köln sollte es los gehen. Der 1. Oktober rückte näher und näher, und ich hatte ein echt mulmiges Gefühl: ich hatte ein halbes Doppelzimmer gebucht! So langsam zweifelte ich an meiner Entscheidung … Am Gate dann ging das Raten los, wer von den Reisenden denn wohl noch mit Frosch unterwegs war. Einige trugen Rucksäcke mit einem Gepäckanhänger daran und outeten sich direkt, andere wiederum tarnten sich. Zufällig setzte ich mich neben eine “getarnte” Fröschin, wir kamen ins Gespräch und stellten fest, dass wir das gleiche Ziel hatten. Und während des Fluges verflog auch buchstäblich das mulmige Gefühl.

In Pisa angekommen sammelten sich nun alle Frösche, die aus Köln anreisten, um den Bustransfer nach Montaione anzutreten. Wir stellten den Großteil der Truppe, da wir mit 23 Leuten angereist waren! Die Busfahrt zum endgültigen Ziel unserer Reise bestätigte meine Buchung bereits vollends, da die Landschaft der Toskana einfach dieses Urlaubsgefühl ausstrahlt, das einen wirklich erholsamen Urlaub ausmacht. Das Wetter war traumhaft, angenehme 25ËšC, Sonne satt, die von einem strahlendblauen Himmel herunter lachte, eine leichte Brise, … herrlich!

Ankunft
Toskana Nach einer guten Stunde Fahrt, auf der schon erste Kontakte geknüpft wurden, bog der Bus kurz hinter dem kleinen Ort Montaione auf die schmale Zufahrt der Villa da Filicaja ein. Zu dem alte Weingut mit seinem herrschaftlichen Haupthaus inmitten von Weinbergen, Wiesen und Waldgebieten leitete uns zunächst eine kurze Allee, und nach herzlichem Empfang das Team, welches uns die nächsten Tage begleiten würde. Nach einer kurzen Einleitung wurden die Zimmer zugeteilt, und ich hatte das Glück, dass meine Zimmergenossen diejenige war, die ich bereits in Köln kennen gelernt hatte – der Urlaub konnte also beginnen!

Urlaub
Entspannung, Sport, interessante Gesellschaft und gutes Essen, die letzten Sonnenstrahlen des Sommers in einer Landschaft, die alle Sinne berührt, das war für mich mehr als ich erwartet habe! Das Team hat ganze Arbeit geleistet und sicher nicht nur mir einen unvergesslichen Aufenthalt in der Toskana ermöglicht: Dino hat nicht nur als Teamleiter, sondern als Hausmeister und “Mädchen für alles” die kleinen und großen Tücken des Alltags bewältigt, Alex ist insbesondere Jutta in der Küche zur Hand gegangen, so dass wir köstlich gespeist und das ein oder andere Kilo zugelegt haben, Klaus und Tanja haben allerdings dafür gesorgt, dass wir nicht allzu träge wurden und haben uns per Mountainbike oder zu Fuß über die hügelige Landschaft gelotst, der Graf und seine Familie haben uns in die hohe Kunst der Winzerei eingeführt und uns ihre Weine probieren lassen, … alles in allem eine spannende und gesellige Zeit!

Toskana

Klaus und Tanja haben nahezu täglich für unsere körperliche Ertüchtigung gesorgt, und unterschiedliche Touren zusammen gestellt. Selbst ein 14tägiger Aufenthalt wie ich ihn hatte führte jemanden 2x über die gleiche Strecke wir in der Woche zuvor! Neben Wanderungen und Bike-Ausfahrten unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade, die bei der abendlichen Vorstellung des nächsten Tagesprogrammes angegeben wurden, standen ebenfalls Trips in die bekannten Städte der Umgebung auf der Tagesordnung: Florenz, Siena, Lucca, Volterra und Pisa. Wer dass durchweg gute Wetter – wir hatten genau einen halben Tag Regen, aber der hat keinen trocken gelassen! – zum Sonnen und Faulenzen nutzen wollte, hat es sich auf der geräumigen Terrasse mit klasse Ausblick über die Weinberge und nahe gelegenen Hügel, oder im Garten zwischen Feigen- und Zitronenbäumen gemütlich gemacht.

Toskana
Toskana

Da die Ausflüge in der Regel gegen 10 Uhr, nach einem abwechslungsreichen Frühstücksbuffet, angetreten wurden, und die Ausflügler spätestens um 17 Uhr wieder am Gut eintrafen, hat man anschließend die letzten Sonnenstunden gemeinsam auf der Terrasse verbracht, die Erlebnisse des Tages mit den anderen geteilt, bevor sich alle langsam aber sicher auf den Abend vorbereiteten. Um 19 Uhr hatten Jutta un Alex jeden Abend ein köstliches 3-4 gängiges Menu für uns gezaubert, und wir waren alle dankbare und geniessende Esser!

Toskana

Für die zwei kochfreien Abenden, die eine Woche bot, hatte das Team Restaurantempfehlungen für jeden Geschmack anzubieten: im nahe gelegenen Montaione oder einer anderen Nachbarstadt war von Pizzeria bis Osteria alles vertreten. Aber das Highlight der Woche stellte die Abschiedsparty am Samstag dar, wo Tanja und Klaus Cocktails und Longdrinks mixten, Dino und Alex für Musik sorgten, und aufgrund der doch recht kalten Abende, die der Oktober selbst in der Toskana mit sich bringt, Jutta Punsch zur Verfügung stellte!

Natural Horsemanship
Als besonderes Bonbon hatte ich mir in diesem Urlaub einen Kurs gegönnt, der sich mit dem sanften Umgang von Mensch und Tier, insbesondere den Pferden, beschäftigte. Die Villa da Filicaja ist nämlich nicht nur ein altes und noch im Betrieb befindliches Weingut, sondern ebenfalls auch ein Gnadenhof für alte, geschundene und kranke Pferde. An die 53 Tiere leben hier auf den Weiden rund um das Gut, grasen friedlich in Herden von bis zu 15 Pferden zwischen Weinstöcken und Olivenbäumen und haben noch ein paar schöne Jahre. Viele sind zu krank und schwach zum Reiten, hier sind nur etwa 3-4 Pferde im Einsatz. Aber da es bei diesem Kurs nicht ums Reiten, sondern um die Verständigung mit den Pferden ging, konnten alle 8 Teilnehmer mit einem “eigenen” Pferd teilnehmen.

Die Teilnehmer waren alle unterschiedlich vorbelastet. Von “nur ganz selten mal drauf gesessen” bis zu 30 Jahren Reiterfahrung mit eigenem Pferd war alles vertreten, und da es keinerlei Bedingung gab für die Teilnahme an diesem Kurs, war das auch kein Problem. Im Gegenteil, niemand hatte sich bisher intensiv mit der Methode des Natural Horsemanship beschäftigt, so dass bei den hier gezeigten Übungen alle mit zumindest ähnlichen Vorkenntnissen starteten.

Grundsätzlich wird die Kommunikation Mensch-Pferd auf der Basis des Grundverständnisses des Menschen über das Pferd in seiner Eigenschaft als Fluchttier aufgebaut. Der Mensch imitiert – soweit möglich – das Verhalten der Pferde, so dass das Pferd “versteht”, was der Mensch will. Knotenhalfter und Strick sind die einzigen Hilfsmittel dazu.

Ich bin kein typischer Pferdenarr, aber ich beschäftige mich gerne mit Tieren und lerne gerne dazu, wenn es dazu dient, dem Tier den nötigen Respekt zu zollen und ihm in seiner “Sprache” mitzuteilen, dass man es gut mit ihm meint. In diesem Sinne war der Kurs ein voller Erfolg! Meine Empfehlung für alle, die es ausprobieren wollen: es lohnt sich!

Schönen Urlaub, lasst es Euch gut gehen,
Eure Jenny

Toskana

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