20. Juni 2010

Montag, 3.Mai 2010. Saisonstart auf Samos.

Reisebericht von Bettina Lehmann (mail at tinalehmann.de)
FROSCH Reiseziel Sportclub Helen Yolanda auf Samos

Ich saß im Flugzeug und wurde vom Piloten freundlich begrüßt „Willkommen auf dem ersten Flug der Saison nach Samos“. Ich fragte mich, was daran so erwähnenswert sei? 2,5 Stunden später wußte ich es:

Die Start- und Landebahn misst nur 2.044 Meter, und ist damit eine der kürzesten bei Verkehrsflughäfen in Europa. Die kurze Landebahn und der recht komplizierte Landeanflug (am Flughafen wird aus Meerrichtung vorbeigeflogen, anschließend folgt eine ca. 135° Rechtskurve entlang der Hügelkette mit Landung in Richtung Meer) stellen für viele Piloten eine Herausforderung dar.

Daß ich im Flugzeug das Buch „Sorry, wir haben die Landebahn verfehlt“ begonnen hatte, hat der Freude an der Landung keinen Abbruch getan und konnte auch meine Sitznachbarn nicht beeindrucken.

Auf Samos angekommen, erwartete mich freundliches Sommerwetter. Endlich Sonne. War der Winter doch in diesem Jahr ziemlich lang in Deutschland.

Es ist Montag Nachmittag, alle anderen Frösche Deutschlands haben bereits  ein paar Stunden Vorsprung, denn mein Berliner Flug war der letzte, der an diesem Tag landen sollte.

Ich wurde freundlich von Teamerin Simone empfangen (ja – das Frosch-Domizil Samos punktet auch in diesem Jahr wieder mit den Teamern Simone und Mario ☺ ) . Es blieb noch Zeit für einen kurzen Bummel durch das hübsche Örtchen Kokkari, bevor ich auf der grandiosen Dachterrasse meine „Kategorie-A-Nachbarn“ kennenlernte. Wir waren uns gleich sehr sympathisch und konnten auf Kennenlernspielchen jeder Art verzichten. Unsere Reisegruppe zum Saisonstart war auch noch sehr überschaubar mit 11 Fröschen.

Das Hotel hat zu dieser Saison mächtig investiert. Die Zimmer und Bäder wurden renoviert und es wurde ein Pool gebaut, der auch griechisch-überpünktlich einen Tag vor unserem Eintreffen fertiggestellt wurde. Ich war sehr positiv überrascht vom Hotel-Komfort, las ich doch vorher oft darüber, dass es sich hier um einfachste Ausstattung handelte.  Nein, ich kann allen mitteilen – es schaut jetzt anders aus.


Im Vorfeld hatte ich länger überlegt, welche Zimmerkategorie wohl die beste für mich wäre. Falls es auch anderen so ergeht, möchte ich hier näher darauf eingehen.

Die 4 Kat.A-Zimmer liegen alle im obersten Stockwerk und teilen sich eine gemeinsame große Terrasse mit Meerblick und viel Platz zum Relaxen.


Sicher ist hier der wärmste Platz des Hauses, so dass im Hochsommer wohl auch ein Plätzchen weiter unten im Haus (Kat. B – 1.Stock und C – Erdgeschoß; beide mit Meerblick) empfehlenswert ist oder sogar eines der günstigeren Zimmer zur Landseite, wo es deutlich kühler, dafür aber auch dunkler und ruhiger ist (man verpasst so ein bisschen das Sonnenseiten-Leben; hält sich aber ja durchaus überwiegend nachts im Zimmer auf und kann sich tagsüber ein Plätzchen an frischer Luft suchen. Oder aber man stellt sich mit einem der Dach-Bewohner gut, besticht ihn ggf. mit einer Flasche Ouzo und verschafft sich somit ein Gewohnheitsrecht für das „Durchgangszimmer“ zur Dachterrasse.

Das Abendessen gibt es in der unmittelbar am Fuße des kleinen Hotel-Hangs gelegenen Taverne (siehe Foto Richtung Meer, links unten im „Tal“ gelegen).


Das Frühstück wird von den hitzebeständigen Sonnen-Fröschen auf dem Meeresblick-Balkon eingenommen, für die schon sonnen-geröteten Frösche ist auch die Terrasse hinter dem Haus sehr schön angelegt und angenehm schattig. Das Frühstück im Freien ist für mich sehr wichtig und ein mit ausschlaggebender Faktor bei der Hotelwahl.

An 2 Abenden der Woche konnten wir „frei“ essen gehen, was ich sehr nett finde, denn es gibt unzählige Möglichkeiten der Nahrungsaufnahme in und um Kokkari und es wäre doch schade, diese nicht nutzen zu können.

An einem Abend entschieden wir uns, mit zwei Taxen in das nette Bergdorf Vourlilotes zu fahren. Hier haben Eleni und Diamantes eine nette Familien-Taverne auf dem Marktplatz (da der griechische Dorf-Name nicht so leicht zu merken ist – hier die Insider-Version: „Wir fahren zu Domestos in Vollidiotes“).

Da wir hier schon einige Male mittags einen Orangensaft getrunken haben, kannte ich die Beiden schon und wußte ihre Herzlichkeit zu schätzen. An diesem Abend brach ein plötzlicher Sturm an, der zu einem Stromausfall führte. Das Bergdörfchen war fast gespenstisch leer und auf dem Marktplatz wären uns die Kichererbsenbällchen vom Teller geweht worden. So wurden schnell 2 Tische und Stühle für uns in die Küche geschoben und wir durften drinnen bei Kerzenschein Platz nehmen, wie urig! Gekocht wurde alles, was ohne Strom hergestellt werden konnte; also leider kein Souvlaki, dafür aber viele andere Schätze der griechischen Kochkunst.

Es war eine tolle Atmosphäre, draußen heulte der Wind.

Als nach ca. einer Stunde der Strom wieder ging (Diamantes merkte es anhand der Straßenlaterne auf dem Marktplatz, die wieder leuchtete), erstrahlte die Taverne in freundlichem typisch-griechischen Neonlicht. Wir konnten die Beiden nur schwer davon überzeugen, die Röhren wieder auszuschalten und die Gemütlichkeit wieder herzustellen, aber es gelang uns schließlich doch.

Die Griechen haben es übrigens immer wieder geschafft, uns positiv zu überraschen. So hatten wir mit dem Linienbus auf dem Weg zu unserem Wandereinstieg ins wunderschöne Nachtigallental eine Panne. Aber schon nach 5 Minuten war ein Ersatzbus gekommen. Das nenne ich Kunden-Service!

Natürlich gibt es auf Samos das „bekannte“ Frosch-Programm mit den geführten Wanderungen und Radtouren für alle Schwierigkeitsstufen (ok – ich gebe zu, es ist recht hügelig auf Samos und eine kleine Grundkondition ist durchaus von Vorteil, selbst, wenn man „nur“ die kurze – für mich fast tägliche – Eisdielen-Runde dreht zur ca. 10 km entfernten Eisdiele&Konditorei).


An dieser Stelle ein großes Dankeschön an Mario für seine Geduld, er hat uns drei Mädels gezeigt, wie man sicher und auch ungeübt das Nachtigallental mit dem Bike herunterkommt! Das war meine erste Tour abseits der Pisten und es hat super viel Spaß gemacht!


Weiterhin gibt es auch die Möglichkeit, die nahegelegene Surfstation zu nutzen (kostenpflichtig, nicht unbedingt preisgünstig und wie im Prospekt schon erwähnt, überwiegend fortgeschrittenen Surfern zum empfehlen. Aber: eine sehr nette „Location“ mit Liegen, Schirmen, Bäumen, chilliger Musik und einem netten Italiener, der im Surfer-Garten sein Gemüse anpflanzt. )

Fazit:

Es war eine tolle Reise und sie wird mir noch lange in Erinnerung bleiben. Teamerin Simone hat sich übrigens schnell meinen Versprechern angepasst und wir ließen uns stets neue Eselsbrücken für die schwierige griechische Sprache einfallen. Wir erfanden neue Abkürzungen, auf die ich hier jetzt nicht näher eingehen möchte und sangen ein paar lustige Lieder aus der Mundorgel.

Für Jeden, der noch überlegt, ob er nach Samos reisen sollte – zöger nicht lange, buche! Und das am Besten noch heute, denn dann hast Du noch das Glück, von Simone & Mario, zwei einzigartig engagierte Teamer aus Leidenschaft, zu profitieren. Auch ich überlege, noch ein zweites Mal in diesem Jahr hinzufahren.

Samos ist eine Reise wert!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich stimme zu.