18. Juni 2018

Samos – Quellen, Kapellen und das Hotel Helen

Reisebericht von Laura – Mai 2018
FROSCH Reiseziel Sportclub Helen Yolanda auf Samos, Griechenland.

Zum Wandern und Fahrradfahren durch großartige Landschaften, aber auch zu gemütlichen Stadtbummeln und zum Sonnenbaden am Strand lädt die griechische Insel Samos ein. Insgesamt eine sehr lohnende und empfehlenswerte Frosch-Destination, von deren Charme dieser kleine Bericht hoffentlich einen ersten Eindruck vermittelt!

Helen Yolanda – ein schönes familiengeführtes Hotel

Sehr angenehm untergebracht ist man im kleinen familiengeführten Hotel Helen Yolanda, das nur Frosch-Gäste beherbergt und nicht mehr als ca. 40 Leute fasst. Das Hotel ist ausgestattet mit einer sonnigen Frühstücksterrasse, einem schönen Pool zur Meerseite, vielen Orangenbäumen und einem kleinen Restaurant ein paar Meter die Straße hinunter, wo abends gemütlich im Freien gegessen wird. Die Zimmer sind sehr sauber, praktisch möbliert und mit allem Nötigen ausgestattet. Alle Zimmer – auch die zur Landseite – haben Balkons mit einer schönen Aussicht (nach hinten geht sie auf die Zitronen- und Orangenbäume im Hotelgarten). Empfindliche Schläfer seien aber gewarnt, dass auf der Landseite ein eifriger Hahn aktiv ist, der die Sonne schon lang vor der Dämmerung enthusiastisch begrüßt.

Die Inhaber und das Personal des Hotels sind sehr freundlich. Die nette Atmosphäre macht das Hotel zusammen mit der guten Ausstattung und ortsnahen Lage zu einem tollen Standort, an dem man sich sehr wohlfühlen kann.

Kokkari – ein hübsches Küstendorf

Das Hotel befindet sich am Rand des kleinen Küstenorts Kokkari, dessen Ortskern man gut in einer Viertelstunde zu Fuß erreichen kann. Der Ort erstreckt sich am Meer entlang und ein paar kleine Hügel hinauf. Schöne, gepflegte Häuser säumen die Straßen und die kleinen Gassen, von denen aus man das Meer und den Ort überblicken kann. Am Strand entlang schlängelt sich eine Promenade mit diversen Cafés und Restaurants, an der man bis spät abends direkt am Wasser draußen sitzen kann. Auch – oder vielleicht insbesondere – nach Einbruch der Dunkelheit ist der Ort lebendig und lädt zum Spazieren und Verweilen ein.

Kokkari ist auf Touristen eingestellt und bietet demnach viel Gastronomie, Souvenirläden und kleine Supermärkte, welche alle bis spätabends und auch sonntags geöffnet haben. Im Ort gibt es auch Autoverleihe, eine kleine Apotheke, Geldautomaten und andere Dinge des praktischen Lebens. Dabei hat Kokkari aber keineswegs die Ausstrahlung von Massen- oder Biligtourismus, sondern ist sehr schmuck, gemütlich und geruhsam. Die Anwohner, Laden- und Restaurantbesitzer sind stets sehr freundlich und gut gelaunt, sodass es stets Spaß macht, durch das Dorf zu schlendern.

Kulinarisch gut versorgt

Was Frühstück und Abendessen betrifft, ist man im Hotel gut versorgt. Zum Frühstück gibt es ein einfaches aber leckeres Buffet mit Brot, Käse, Wurst, Obst, Gemüse und Joghurt. Beim Abendessen werden neben Salat und Nachtisch jeden Tag ein leckeres vegetarisches und ein nicht-vegetarisches Gericht serviert, die am Vorabend angekündigt werden.
Auch im Ort gibt es zahlreiche Lokale, sodass es auch tagsüber weder an Haupt- noch an Süßspeisen mangelt. Wer die Wanderungen mitmacht, kann sich zudem auf leckere Einkehrmöglichkeiten in den umliegenden Dörfern einstellen. Nicht zuletzt ist in einem kleinen Ort etwa 7 km weiter eine besonders leckere Eisdiele aufzufinden.

Über Stock und Stein

Mit seinen steinigen Bergen, plätschernden Quellen und der abwechslungsreichen Vegetation bietet Samos viele tolle Strecken für Wanderer und Mountainbiker. Direkt hinter dem Hotel beginnt schon das naturbelassene Hinterland, durch das sich Wander- und Fahrradwege schlängeln. Unumgänglich sind auch die zahlreichen kleinen Kapellen am Wegesrand, die zu geruhsamen Pausen unterwegs einladen.

Die im Programm angebotenen Wanderungen sind wunderschön, abwechslungsreich und von unterschiedlicher Schwierigkeit. Für einen mittelmäßig erfahrenen Wanderer sind sie alle gut machbar. Generell sollte man auf Geröll und Steigungen eingestellt sein (gute Wanderschuhe lohnen sich!) und auch mit Hitze rechnen – selbst im Mai war uns bei mitunter über 30 Grad schon ordentlich warm beim Wandern. Gekonnt sind alle Strecken so gewählt, dass sie durch das ein oder andere Bergdorf hindurch, an Kapellen oder Quellen vorbei oder zu guten Aussichtspunkten hinaufführen. Als Wanderer kommt man also gut auf seine Kosten! Hitzebedingt starten die Wanderungen schon morgens und enden am frühen Nachmittag, sodass noch genug Zeit bleibt, sich nach den Anstrengungen gebührend im Meer oder Pool zu erfrischen.

Die Mountainbiketouren waren laut den Teilnehmern ebenso toll – da ich diese nicht aus eigener Erfahrung beurteilen kann, verweise ich diesbezüglich aber mal auf die anderen Blog-Einträge.

Auch auf eigene Faust gibt’s viel zu unternehmen

Auch außerhalb der geführten Touren kann man die Insel gut erkunden und noch manchen interessanten Ort entdecken. Kokkari liegt direkt an der ringförmigen Straße, welche die Insel umsäumt und die meisten Orte verbindet. Ostwärts führt diese Straße in die nur etwa 10 km entfernte Insel-Hauptstadt Samos-Stadt. Dorthin fährt ein recht zuverlässiger und komfortabler öffentlicher Bus, doch man kann die Strecke ebenso problemlos mit den Frosch-Fahrrädern zurücklegen (entgegen der Vorurteile über griechische Autofahrer ist das auch gar kein todesmutiges Unterfangen, denn die Autofahrer sind überraschend umsichtig).

Von Kokkari aus westwärts gelangt man nach 22 km in den ebenfalls recht großen Ort Karlovassi; auch hier hat man die Wahl zwischen Fahrrad oder Bus (oder natürlich einem Leihauto). Sowohl bei Samos-Stadt als auch bei Karlovassi scheiden sich die Geister, was ihre Schönheit anbelangt, doch auf jeden Fall gibt es diverse Läden, kleinere Museen, Kirchen etc. zu besichtigen, sodass man hier gut einen Tag verbringen kann.

Wer abends noch nicht von den Touren ausgepowert ist, kann zudem am Aktiv & Fit Programm teilnehmen. Auch zum Strand, der in einer kleinen Bucht liegt, sind es nur ein paar hundert Meter. Liegen, Sitzmöglichkeiten, Sonnenschirme etc. stehen am insgesamt sehr schön angelegten und gepflegten Strand zur Verfügung. Bereits im Mai konnten wir ohne zu frieren im wunderbar klaren Wasser schwimmen! Da es sich um einen Kiesstrand handelt, sollte man jedoch an Flipflops oder Badeschuhe denken.Besonders gut zum Joggen geeignet ist die Umgebung indes nicht. Wahlweise bleiben entweder Geröllwege mit ordentlich Steigung oder die bereits erwähnte Verbindungsstraße. Zu früher Morgenstunde ist diese aber in puncto Verkehr unproblematisch und durchaus „jogbar“.

Ein paar praktische Aspekte

Samos ist Touristen gewöhnt – und da darunter viele Deutsche und Briten sind, kommt man sprachlich hervorragend mit Deutsch und Englisch über die Runden (wobei ein griechischer Gruß auch immer strahlend erwidert wird).
Zahlenmäßig den Touristen noch überlegen sind die Mücken – sollte man also auf diese anziehend wirken, empfiehlt es sich, sich entsprechend zur Gegenwehr auszustatten (zumal die Hotelzimmer keine Fliegengitter haben).
Unter weiteren praktischen Aspekten sei noch erwähnt, dass das Leitungswasser im Norden der Insel – also auch in Kokkari – trinkbar und geschmacklich einwandfrei ist. Zudem gibt es in vielen kleinen Orten und auf diversen Wanderwegen Quellen, an denen man seine Flaschen wieder auffüllen kann.

Flüchtlinge und Militär? Kein Problem!

Flüchtlinge und Militär – das scheinen die zwei ersten Assoziationen zu sein, die viele Menschen mit Samos verbinden. Nur ein paar Kilometer Mittelmeer trennen Samos von der Türkei. Und tatsächlich hat dieser Sachverhalt Samos zu einem relevanten Standort fürs griechische Militär sowie zeitweise zu einem wesentlichen Anlaufpunkt für Flüchtlinge gemacht. Allerdings sind beide Themen unnötig aufgebauscht, denn als Tourist bekommt man davon sehr wenig mit. Laut Amnesty International sind inzwischen nur noch 1.500 Flüchtlinge auf der Insel. (Zum Vergleich: Im typischen Frosch-Herkunftsort Köln sind es derzeit um die 10.000). Das Militär bekommt man höchstens in Form von gelegentlich vorbeifahrender Militärfahrzeuge oder Zufahrtsstraßen zu Sperrgebieten mit.
Wer sich von diesen Themen abhalten lässt, verpasst also ganz unnötigerweise eine wunderschöne Insel!

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