6. August 2012

Sarti im Juni/Juli 2012 – mal schau’n was kommt.

Reisebericht von Brigitte (b.brand07 at web.de)
FROSCH Reiseziel Sportclub Hotel Pontos, Sarti – Sithonia

Sommer in Deutschland? In diesem Jahr Fehlanzeige und ein zusätzlicher Grund dem Urlaub entgegen zu fiebern. Dass es Sarti war hatte sich sehr kurzfristig ergeben, also ließ ich mich überraschen was so alles kommen würde.

Nachdem ich schon um 8:20 Uhr in Thessaloniki gelandet war und ca. eine Stunde auf weitere Gäste gewartet hatte, kamen wir gegen 12.00 Uhr im Hotel Pontos an. Kurze Begrüßung sowie Zimmerverteilung und schon konnten wir Sonne, Strand und Meer genießen. Endlich!

Am nächsten Morgen die übliche Frosch-Begrüßung mit „Halbe-Woche-Programmvorstellung“ (zwei Anreisetage und die Planung überfordert), Bikeeinweisung und Schnuppertouren zu Fuß oder per Rad. Ich entschied mich für’s Rad und konnte gleich mit dem für diese Gegend üblichen „Berg- und Wege-Standard“ Bekanntschaft schließen. Teamer Tobi gab für die Touren erste Einblicke und Hilfen in die Mountenbike-Technik. Er machte das sehr gut und betonte von Anfang an, dass es in dieser Gegend keine wirklich leichte Touren gäbe – was ich ihm nach dem ersten Tag auch voll abnahm! Die Berge im Zusammenspiel mit dem jeweiligen Sand- und Schotterbelag plus Hitze waren nicht immer einfach zu fahren – egal ob bergauf oder bergab. Leider habe ich mich davon zu sehr einschüchtern lassen und gerne gefahrene Touren gecancelt – aber auch deshalb, weil oft ein verlockendes Parallelprogramm winkte. Diese Tatsache ist im Normalfall natürlich positiv zu sehen, rief aber manchmal auch nur (m)ein Stöhnen hervor.

Zu den Bike-Touren: Bei der Joghurt-Tour fährt man zuerst in südliche Richtung über den Hausberg zur herrlichen Bucht Sykia, dann weiter über einen zweiten Berg zur „Geisterstadt“ und schließlich entlang der Küstenstraße zur Joghurt-Bucht mit typisch griechischer Taverne direkt am Strand und besagtem, absolut leckerem Joghurt.

Eine weitere Tour war die Beach and Bike-Tour, wo es die Küstenstraße entlang Richtung Norden ging, ein Hügelchen hoch, durch den Wald und anschließend Richtung Strand. Über eine Schotterpiste erreichte man die-Bucht Ying-Yang mit türkis schimmerndem Wasser und karibischem Flair. Der Badestopp dort ist einfach ein Muss!

Die Coast to Coast-Tour startet an der Westküste. Entlang der alten Küstenstraße geht es vorbei an wunderschönen Küstenabschnitten und grandiosen Felsformationen. In Toroni erfolgt ein erholender Bar- und Bade-Stopp, bevor es auf dem Rückweg über eine Passhöhe zurück über Sykia nach Sarti geht. Super geniale Ausblicke bei allen Touren natürlich inklusive.

Schwerste Tour in dieser Woche war die 2-Türme-Tour. Los geht es über den Hausberg nach Sykia, weiter über Sand und losen Schotter immer schön aufwärts, dann ein Rundkurs um die beiden Funktürmen von Sykia. Ein Abstecher auf einen der Türme zeigt traumhafte Blicke auf die Nachbarinsel Kassandra und den Berg Athos. Der Rückweg beginnt mit einer langen Abfahrt. Nach einem Halt in einer gemütlichen Taverne geht es die Küstenstraße entlang zurück nach Sarti.

Die Bikefahrer hatten trotz aller Anstrengungen ihren Spaß und Tobi: Ich finde du hast deinen Job super gemacht!

Zu den Wanderungen: Bei der kleinen Flussbettwanderung ging es los über bunte Wiesen und kleine Wege eine Bergkette hinauf. Nach traumhaftem Ausblick und über Ziegenpfade bergab gelangten wir an ein kleines idyllisch gelegenes Flussbett. Anschließend folgten wir dem Flusslauf über Steine, Sandbänke und kleine Wasserfälle bis hinab ins Tal. Zwischen Mandel- und Olivenbäumen hindurch, immer dem Fluss entlang, erreichten wir wieder unser Hotel. Dort mündete der Fluss schließlich direkt ins Meer.

Die Quellenwanderung fand am Montag statt. Für viele von uns war diese jedoch ziemlich enttäuschend, da sie hauptsächlich auf breiten, eintönigen Sandwegen entlang führte. Es ging Richtung Norden ins Hinterland zu einer Quelle – diese sowie einige wunderschöne Libellen und Schmetterlinge waren dann auch das Highlight dieser Wanderung. Der Rückweg war genauso unspektakulär und langweilig. Was im Programm als abwechslungsreiches Hinterland und anderen schmückenden Worten beschrieben wurde habe ich nicht entdecken können. Zudem zog die Teamerin bei dieser Wanderung ihr Tempo durch, immer voran, ohne wirklichen Kontakt zur Gruppe – und vor allem ohne ein Auge auf die Gäste, denen das ständige Gehen in der prallen Sonne nicht so gut bekam. Kurz gesagt war das wohl nicht ihr Tag.

Um vieles besser war die Mythos-Wanderung. Drei „Lesungen“ sollten stattfinden. Hörte sich für mich im Vorfeld eher langweilig an, war dann aber wirklich einmal eine etwas andere Tour. Wir wanderten quer durch die Macchia, zwischen Olivenbäumen und netten Eselspfaden durch das Hinterland. Erster „Literatur-Stopp“ war das nahe gelegenen Kloster. Bei den Stopps las Teamerin Pia kurze griechische Götter-Sagen vor – es war mucksmäuschenstill, alle spitzten die Ohren und ließen die Texte fast andächtig auf sich wirken. Einmal eine ganz andere Form um abzuschalten, runter zu kommen oder vor sich hin zu träumen. Nach zwei weiteren Wander- und Lese-Einlagen, schönen Ausblicken und manchem Spaß ließen wir zum Abschluss die Tour zusammen in Sarti mit einem Tavernen-Stopp ausklingen.

Bei all den angebotenen Wanderungen gefehlt, hat mehr Information bzw. Geschichten zu Land, Leute, Flora und Fauna.

Ein weiteres Programmangebot war die BBQ-Bootstour. Nachdem die ersten Tage wegen hoher Wellen und großer Strömung Wassersport gar nicht möglich war, hatte ich zumindest so die Möglichkeit auf dem Meer unterwegs zu sein. Teamer Georg hatte uns im Vorfeld das Boot mindesten dreimal als exklusiv für Frosch reserviert angepriesen, was dann aber leider in keinster Weise zu traf! Schon bei unserer Ankunft tummelten sich diverse Passagiere einer anderen Gruppe an Bord und die versprochene „Bank für jeden“ blieb ein Traum. Diese Tatsache löste unter manchen Fröschen schon einen gewissen Unmut und Enttäuschung aus, denn die Atmosphäre war leicht „tourimäßig“ und einfach ganz anders als wenn wir unter uns gewesen wären. Solche Dinge sind überflüssig. Die Teamer sollten vorab klären was Sache ist, so macht das nur unnötigen Ärger und schlechtere Laune. Ansonsten fand ich den Tag wirklich nett: Das Schippern mit dem Boot, gute Gespräche, dazwischen zur Abkühlung zwei Badestopps in traumhaft klarem Wasser, die Möglichkeit an den Steinküsten zu schnorcheln, anschließend das BBQ in einer Bucht – Nichtstun konnte richtig Spaß machen! Für so ein abwechslungsreiches Programm könnte ohne weiteres mehr Zeit veranschlagt werden. Alleine die gemütliche Rückfahrt hätte noch ewig dauern können – okay, zumindest so lange, dass wir den versprochenen Sonnenuntergang noch hätten erleben dürfen.

Ein Ausflug anderer Art war die Sithonia-Entdeckertour. Dabei ging es per Kleinbus einmal um den Chalkidiki-Finger. Meine anfänglichen Bedenken, viel zu viel Zeit im Bus verbringen zu müssen bestätigte sich nicht. Wir fuhren los Richtung Süden, machten auf der Sithonia-Höhe einen Foto-Stopp, fuhren weiter zum Fischerdörfchen Porto Koufo und erkundeten dort zu Fuß den größten Naturhafen Griechenlands. Nach erneut kurzweiliger Fahrt machten wir eine ca. 90-minütige Wanderung bis wir die Las Banditas Bar erreichten. Dort trafen wir die Biker und genossen das Meer, den Strand und die Sonne – leider mit viel zu kurzem Aufenthalt: Meine Eiswürfel hatten nicht mal Zeit zum schmelzen…

Schon ging es weiter bergauf in das einzige Bergdorf Sithonias „Parthenonas“– mit gemütlicher Taverne und super schöner Aussicht. Nach ausgiebiger Rast machten wir uns auf den Rückweg, mit kurzem Shopping-Stopp in Neos Marmaras, bevor es um den Finger wieder Richtung Ostküste ging. Und das alles unter der tollen „Führung“ von Teamer Ari, durch den die Tour noch mal so interessant wurde. Er konnte unheimlich viel über die Gegend erzählen, wusste auf alle Fragen eine Antwort und es machte Spaß ihm zuzuhören. Danke dafür – und das du auf die 100-te Frage (Rückfahrt – deine „Nebenfrau“) immer noch mit einem Lachen geantwortet hast.

Außerdem gibt es auf Sarti auch eine Wassersportstation, wo diverse Kurse/Stunden gebucht werden können: Katameran segeln, surfen, Kajak, SUP-Paddling oder andere Funsports. Die Besitzer sind auch relativ flexibel mit ihren Stunden, wobei die Kommunikation mit Frosch in unserer Woche nicht wirklich gut lief – vor allem mit Frosch als Info-Zentrale. Beispielsweise musste ich enttäuscht feststellen, dass die Anmeldung zur Kajaktour an mir vorbei gegangen war. Frosch erklärte lapidar, dass die Gäste eben nicht alle Infos mitbekommen – nur komisch, dass das mindesten 80 Prozent waren! Fehler eingestehen ist oft die bessere Lösung!

Das ergänzende Sportprogramm mit Beachvolleyball, Nordic Walking und Wasserbasketball war bis auf fehlende Gymastik- bzw. Fitness-Einheiten in Ordnung, genauso wie das Abendprogramm, in meiner Woche durch gemeinsames „Fußball-EM gucken“ bereichert – leider ohne erhoffte Sieges-Party.

Ein Wort zum Hotel Pontos: Nettes Ambiente, Zimmer und Sauberkeit habe ich schon besser erlebt. Die Zimmer waren natürlich auch abhängig von der Kategorie – und/oder dem Glück des einzelnen Gastes. Meinen zugesagten und wie ich finde als Frosch-Standard einzuführenden Kühlschrank gab es jedenfalls nicht. Das Frühstück war reichlich, aber etwas langweilig (immer die gleiche Sorten Käse, Wurst, Müsli…), das Abendessen völlig in Ordnung – allerdings hätte die Küche ruhig mehr der heimischen Kräuter und Gewürze verwenden können. Die Preise an der Poolbar sind recht happig.

Absoluter Pluspunkt bei diesem Reiseziel: Der Strand befindet sich so gut wie vor der Haustür.

Der Ort selbst ist relativ touristisch – vor allem für Frosch-Verhältnisse. Da sich das Hotel aber etwas außerhalb befindet, konnten alle, die das als störend empfanden, dem gut ausweichen. Schwieriger wurde es mit der Musik der Strandbars. Dieses jeden Tag gleiche „Bass-u. Rhythmus-Gedudel“ in relativ hoher Lautstärke war immer irgendwo hörbar.

Alles in allem ziehe ich für mich das Fazit: Der Urlaub war gut. Er hätte allerdings um einiges besser werden können, wenn nicht der latente Hickhack zwischen den jetzt zwei Frosch-Hotels in der Luft gelegen und vor allem das Frosch-Team insgesamt organisierter und teilweise engagierter aufgetreten wäre. Dies wiederum steht mit Sicherheit auch im Zusammenhang mit der Neuerung von zwei Anreisetagen, was ich persönlich nicht (mehr) wirklich als Vorteil werten kann. Das ständige Kommen und Gehen verhindert oft die Möglichkeit des richtigen Kennenlernens, ein wirkliches Gruppengefüge ist somit schwierig. Das übliche Ein-Wochen-Programm aufzustellen funktionierte ebenso wenig. Diese und viele andere ärgerliche und störende Kleinigkeiten hätten einfach nicht sein müssen. Unter diesen Umständen verzichte ich lieber auf die Flexibilität von 10 bzw. 12 Tagen Aufenthalt!

 

Brit

2 Gedanken zu „Sarti im Juni/Juli 2012 – mal schau’n was kommt.

  1. Gerd

    Hallo,

    das ist mal ein richtig guter Reisebericht. Schön zu sehen, dass auch teils negative Aspekte genannt werden, ohne das sie gelöscht werden. Die meisten Berichte sind ja doch Lobhuldigungen. Ich war 2005 in Sarti. Es scheint sich den Berichten nach etwas zum Negativen verändert zu haben. Aber auch dank solcher Berichte wird evtl. daran gearbeitet werden. Die Preise an der Poolbar waren damals schon viel zu hoch. Im Ort zahlt man teilweise nur die Hälfte. Davon abgesehen waren wir damals sehr zufrieden mit dem Urlaub. Hoffen wir mal, das sich Frosch ein paar der Anmerkungen zu Herzen nimmt. Danke für den guten Reisebericht!

  2. Georg

    Hallo Brigitte,

    danke für deinen ausführlichen Reisebericht. Ich wollte noch anmerken, dass ich am allermeisten überrascht und verärgert über die externen Gäste auf dem Boot war. Die hat der Kaptitän ohne irgend jemanden zu informieren an Bord genommen.

    Wir haben aber mehr als deutlich gemacht, dass so etwas nicht wieder vorkommen darf und seit dem haben wir das Boot auch wieder exklusiv für uns.

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