26. März 2009

Segeltörn Amalfiküste und Sportclub Il Tempio (24.5.08 – 7.6.08)

Reisebericht von Sandra P.
FROSCH Segeltörn Amalfiküste und Sportclub Il Tempio

Für meinen ersten Segeltörn hatte ich mir die Amalfiküste ausgesucht, die ich als Landratte schon sehr gut kannte. Von Neapel aus ging es zum Ausgangshafen in Agropoli. Hier sollte man unbedingt eine Erkundungstour der Altstadt oben auf dem Berg einplanen. Die engen verwinkelten Gassen belohnen den Aufstieg. Restaurants gibt es auch 2-3, die wir leider nicht auch noch testen konnten. Die Pizzeria unten im Hafen war einfach und günstig, aber die Pizza sehr lecker und der Blick von der Dachterrasse auf den Hafen in der Abenddämmerung fantastisch. Nachtisch gibt es in der Eisdiele darunter und die im Ort sollte man auch nicht verpassen. Samstag Abend war das ganze Dorf in der breiten Fußgängerzone versammelt und auch die kleinsten flanierten gestylt als ginge es um Italy’s next top model.

Das Segelboot vom Typ Bavaria 44 war richtig groß, hatte 4 Doppelkabinen und 2 Naßzellen (die auch wirklich immer naß waren, weil der Boden nicht schräg genug zum Abfluß hin war). Da wir zu neunt waren schlief der Skipper im Salon. Außerdem gab es eine Außendusche und die Möglichkeit in einem Hafen zu duschen, aber wenn man nicht XXL ist, kommt man auch in den Nasszellen gut zurecht. Es gab Bettlaken (aber ich fand meinen Bettbezug praktischer) und für jeden nur ein relativ kleines Handtuch (besser neben dem Strandhandtuch noch ein großes für die Dusche mitbringen).

Die Reisezeit war ideal, es war noch nicht allzu heiß und durch den Wind auf dem Boot tagsüber sehr angenehm. Als sich die Sonne mal länger hinter den Wolken versteckte, musste ich mir eine lange Hose, Pulli und Jacke anziehen, weil es durch den Farhtwind sehr kühl war. Eine windresistente Kopfbedeckung und Sonnencreme >25 sollte man unbedingt dabei haben.

Der Törn in diesem Segelgebiet lässt nicht viel Kreativität zu, da die meisten sicherlich die Inseln Capri, Ischia und Procida [Proschida] sehen wollen und man von dem Ausgangshafen einen Tag hin und zurück braucht. So war unsere Route folgende: Amalfi- dann Übernachtung in einer einsamen Bucht in der Nähe von Sorrento, an Capri vorbei, zwischen Ischia und Procida hindurch zu einem Hafen auf der Rückseite von Ischia, um Ischia herum zu dem kleinen Hafen auf Procida, und dann zurück mit einer Übernachtung in Sorrento. Ich kannte die gesamte Region schon sehr gut, meine Lieblingsinsel ist Capri, wo wir leider keinen Stop gemacht haben, da die Liegengebühren sehr hoch waren.
In Amalfi kann ich das Restaurant im Sarazenenturm (siehe Foto) am ganz rechten Ortsrand sehr empfehlen, weil man auf der Terrasse 270° von Meer umringt ist und auf Amalfi by night blickt. Einen Spaziergang ins nächste Örtchen sollte machen, wem der Rummel in Amalfi zu viel ist. Alternativ könnte man auch ein Stück weiter in Positano anlegen, das Amalfi an sich recht ähnlich ist. Beide beeindrucken durch ihre traumhafte Lage über dem Meer.

Die Felsformation Faraglioni (Foto) haben wir uns aus nächster Nähe angeschaut, sind dann aber vor Capri vorbei gesegelt. Das Foto daneben zeigt den Hafen von Procida, der mir wesentlich besser gefallen hat als der auf Ischias Rückseite, da letzterer direkt an der Hauptstraße lag und das Dorf nicht so alt und ursprünglich wirkt wie das auf Procida. Wer in diesem Hafen auf Ischia eine Eisdiele sucht, wird sie übrigens erst im nächsten Ort finden der sowieso viel schöner ist (vom Hafen aus nach rechts, ca. 15min). Auf Procida lohnt es sich sehr im Dorf links abzubiegen und eine steile Gasse hochzuwandern, auf der anderen Seite wieder runter bis zu einem kleinen Hafen mit 3 Restaurants. Im mittleren haben wir frischen Fisch und Meeresfrüchte zu selbst gemachter Pasta genossen.

Sorrento ist eine sehr schöne Stadt und natürlich beliebt bei Touristen. Die Fahrt in den Hafen ist beeindruckend, weil die Stadt oben über den Steilfelsen liegt. In Neapel waren wir leider nicht, dort würde ich ggf. den Yachthafen La Mergellina empfehlen, weil er in einer sehr schönen Ecke liegt, von dort kann man Restaurants und Eisdiele in Posillipo aufsuchen.

Die Crew war altersmäßig sehr gemischt. Ich war mit 31 die jüngste und fand den Altersunterschied von über 25 Jahren zu den drei ältesten Mitseglern schon sehr groß. Nichtsdestotrotz waren alle sehr nett und unterhaltsam. Einige hatten schon Segelerfahrung und unterstützten den Skipper. Mit angepackt und gesteuert haben alle. Nach anfänglichem Zögern und der Angst etwas falsch zu machen, hat das Steuern bei Windstärke 5 richtig Spaß gemacht. Da es sich nicht um eine Regatta handelte und der Wind meist nur Windstärke 2-3 erreichte, konnte man oft einfach erzählen, lesen oder in der Sonne liegen. Der Skipper hat auf unseren Wunsch den Neulingen viel erklärt und mit den Experten diskutiert. Die Crew war sich einig, dass möglichst viel Zeit segelnd verbracht werden sollte, so dass wir immer gleich nach dem Frühstück ausgelaufen sind und erst abends wieder in einem Hafen (einmal in einer Bucht) angelegt haben.
Gegessen wurde immer auf Deck (einmal bei Regen im Salon). Gemäß demokratischen Beschlusses haben wir dreimal selber gekocht und an den restlichen Abenden Restaurants in den Häfen aufgesucht. Aufgrund schwachen Windes mussten wir mindestens 2 Tage unter Motor fahren, was natürlich die Treibstoffkosten in die Höhe getrieben hat, die am Ende aus der Bordkasse bezahlt werden. Für mich als Einsteigerin waren die unteren Windstärken andererseits ideal, denn ich hatte vorher schon ein bisschen Angst seekrank zu werden, so fühlte ich mich schnell sicher.

Nicht so positiv habe ich die Transfers in Erinnerung. Auf dem Hinweg war wegen Fahrerwechsel ein Umweg notwendig, und der Transfer vom Boot zum Sportclub ließ mehrere Stunden auf sich warten, die man auch am Abholpunkt Boot verbringen mußte.
Die anschließende Woche im wunderschönen Hotel Il Tempio direkt am Strand war nach der Enge an Bord paradiesisch, einfach die perfekte Ergänzung. Jeden Abend ein hervorragendes 4-Gänge-Menü und endlich wieder Bewegung- Wandern, MTB-Touren, Beachvolleyball, Schnuppersurfen und -Catamaransegeln etc.
Die Kombination Segeltörn-Sportclub hat mir so gut gefallen, dass ich schon für Mitte September wieder gebucht habe, dieses Mal in Griechenland.

Ein Gedanke zu „Segeltörn Amalfiküste und Sportclub Il Tempio (24.5.08 – 7.6.08)

  1. Brasilien

    Ich war noch nicht an der Amalfiküste, wenn ich das aber lese dann wird es wohl dringend Zeit…. und vom Wasser aus muss es dann ja der Superknaller sein… Danke für den tollen Artikel!!

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