29. Juni 2011

Sipan – Kleine ruhige Insel mit großem Erholungswert

Reisebericht von Andreas Bermel (w58453 at o2online.de)
FROSCH Reiseziel Sporthotel Hotel Sipan, Kroatien

Nach einer erlebnis- und abwechslungsreichen Boot&Hike-Woche sollte nun eine erholsame Woche in einem Sport-Hotel folgen. Fast so wie bei einer Anreise aus Deutschland startete unser Transfer (insgesamt 5 Teilnehmer der Boot&Hike-Woche hatten die Verlängerungswoche gebucht) zu nachtschlafender Zeit schon um 5:15. Der kombinierte Bus-/ Schiffstransfer war aber kurz und schmerzlos, so dass wir bereits gegen 7:00 im Hotel Sipan eintrafen. Da ich eigentlich die Verlängerung im Hotel Odisej auf der Insel Mjlet gebucht hatte, was wegen mangelnder Teilnehmerzahl erst kurzfristig von Frosch storniert wurde, begann die zweite Woche für mich mit gespannter Erwartung. Schließlich hatte ich mich nach der Katalogbeschreibung nicht ohne Grund für Mjlet und gegen die kleine Insel Sipan entschieden.

Nun saßen wir also auf der Terrasse des Hotel Sipan und warteten auf die Bereitstellung unserer Zimmer. Am Frühstück hätten wir nur nach Zahlung von 100 Kuna (ca. 14 Euro) teilnehmen können worauf wir mit der Zusage verzichteten, am Abreisetag das Frühstück genießen zu können. Meine Befürchtungen bezüglich des Hotels schienen sich schon zu bewahrheiten. Gegen 10 Uhr konnten wir unsere ziemlich luxuriösen Zimmer mit tollem Blick aufs Meer beziehen. Leider fehlte ein Balkon, um diesen Blick auch sitzend genießen zu können und die Klimaanlage funktionierte wegen fehlender Stromleistung auf der Insel ebenfalls nicht. Wegen der unruhigen und teilweise schlaflosen letzten Nacht (schließlich wollten die nach Hause zurückkehrenden Mitreisenden verabschiedet werden) nutzten wir den Vormittag für einen kurzen Erholungsschlaf. Anschließend erkundete ich die direkte Umgebung des Hotels, den Fischerort Sipanska Luka. Ich genoss die Ruhe dieses einzigen programmfreien Tages während der 2 Wochen in Kroatien.


Blick aus dem Hotelzimmer

Der Ort machte mit seinen teilweise verfallenden Häusern einen verschlafen, aber dennoch liebenswerten Eindruck. Er bestand neben einigen Konobas (einfache Gaststuben), einer Kirche, einer Kapelle, zwei kleinen Supermärkten und einem Postamt aus einer Reihe weiterer Wohnhäuser. Das große Hafenbecken am Ende einer Bucht vermittelte eher den Eindruck eines Sees und der weite Blick hinaus führte zu anderen Inseln und dem Festland. So langsam begann ich mich mit der Insel Sipan anzufreunden. Am Abend waren dann auch die letzten Teilnehmer (wir waren nun insgesamt 13 Reisende und 2 Teamer) vor Ort und die zweite Urlaubswoche wurde offiziell mit dem gemeinsamen Abendessen auf der Hotelterrasse eingeläutet. Wie jeden Abend in dieser Woche bestand das schmackhafte Essen aus einem Buffet mit vielfältigen Vorspeisen, i.d.R. zwei Hauptgerichten sowie einem Nudelgericht / Auflauf. Nur die Nachspeise wurde einzeln gereicht.

Sonnenuntergang am Hotel

Am nächsten Morgen hieß es, sich für eine Sportart zu entscheiden. Da die ganze Vorwoche Wandern auf dem Programm stand, entschied ich mich für die Schnupper-Radtour. Und so radelten fast alle mit dem MTB-Guide Nicole einmal quer über die Insel zu dem zweiten Ort, Sudurad. Hier legen zwar die Fähren an und das Meer ist direkter zu spüren. Aber der Ort selbst ist ähnlich ruhig wie Sipanska Luka. Nach einer kurzen Trinkpause in einer der dortigen Konobas ging’s zurück ins Hotel. Da erst der halbe Tag vergangen war, entschloss ich mich später noch einmal die gleiche Strecke anders herum zu fahren. Damit hatte ich nun schon Alles (???) zweimal gesehen. Was sollte an den letzten 5 Tagen auf Sipan nun noch kommen? Meine Befürchtungen wurden wieder größer.

Fahrradgruppe auf Sipan

Doch schon am nächsten Tag sollten sich die Vorteile von Sipan deutlich zeigen. Mit Hilfe der Fähren kann man schnell und günstig zwei Nachbarinseln und auch Dubrovnik erreichen. Auf Sipan selbst bietet ein Linienbus die notwendige Anbindung unseres Ortes an den Fährhafen. An diesem zweiten Tag sind wir also auf die Nachbarinsel Lopud gefahren. Je nach Sichtweise startete die Fähre erst bzw. schon um 12 Uhr mittags. Doch auch Lopud ist klein, und so war die Wanderung dort leicht in der Zeit machbar. Einige haben sogar noch eine Abkürzung genommen und dem großen Sandstrand von Lopud einen längeren Besuch abgestattet. Denn Sandstrände sind in dieser Gegend Mangelware, genauso wie lange anstrengende Wandermöglichkeiten. Beides war aber durchaus in meinem Sinne.

Fortbewegungsmittel Personenfähre Postira

Am nächsten Tag stand dann der Besuch der Stadt Dubrovnik an. Auf Grund der erwarteten Menschenmassen wählten wir die Frühfähre um 7:30 und waren so schon gegen 9:00 in dem Weltkulturerbe. Es war sicher ein schöner Ausflug. Und das kompakte Stadtbild welches in jedem Reiseführer zu sehen ist, ist es sicher Wert einmal dorthin zu fahren. Aber von dem Trubel und der Hektik in der vor Touristen überlaufenden Stadt hatten wir nach einem halben Tag genug. So war ich froh, am Nachmittag wieder auf unsere ruhige Insel Sipan zurückkehren zu können. Irgendwie fand ich den ‚unfreiwilligen‘ Aufenthalt hier nun immer besser. Auch wenn der an diesem Abend vorgesehene Vollmondspaziergang wegen des fehlenden Mondes doch nicht so gut geworden ist. Das war aber die einzige große Panne im Programm unserer beiden Teamer Birgit und Nicole, die trotz manch turbulenter äußerer Einflüsse immer alles im Griff hatten.

Blick über Dubrovnik

Am Morgen danach ging es wieder über die Insel nach Sudurad, dem Fährort auf der anderen Seite. Diesmal zu Fuß. Über abwechslungsreiche Pfade durch Wälder, an einsamen Bauernhöfen vorbei und mit teilweise weiten Ausblicken über die Insel und das Meer bis hinüber nach Mjlet erreichten wir schließlich die Konoba zu einem kühlen Drink. Auf dem Rückweg haben wir uns aufgeteilt. Mache wollten mit dem Linienbus fahren (hat leider nicht geklappt weil der an diesem Tag ausfiel). Andere, so wie ich, nahmen den gleichen Weg zurück was wegen der anderen Blickrichtung nicht weniger schön war wie der Hinweg. Birgit wollte mit einigen Freiwilligen neue Wege erkunden. Auch das war nicht von Erfolg gekrönt wie wir beim Abendessen erfuhren.

Blick über die Insel Sipan

Ein weiterer Höhepunkt der Woche war sicher die Seekajaktour wozu wir mit 3 Zweierkajaks und zwei Einzelkajaks am Freitag aufbrachen. Glücklicherweise hatten auch andere noch keine Erfahrung mit dem Kajakfahren und so war unser Boot nicht das einzige, welches nicht den geraden Weg zum Ziel wählte. Trotz Einhaltung aller technischen Regeln die Birgit uns vorab näherbrachte, drehten wir doch ein paar ‚Ehrenrunden‘. Aber wir haben es geschafft innerhalb von 4 Stunden die nächste, fast unbewohnte Insel Jakljan zu umrunden. Zwischendurch haben wir eine Verschnaufpause am Strand einer aufgegebenen Feriensiedlung eingelegt und uns etwas gestärkt. Wegen der ungewohnten Belastungen waren wir alle am Abend doch etwas geschafft, aber glücklich ein ‚kleines Abenteuer‘ überstanden zu haben.

Seekajak vor Sipanska Luka

Nun war der Samstag schon erreicht. Wir konnten das reichhaltige Frühstück im Hotel noch einmal genießen. Denn geplant war ein Besuch der Insel Kolocep wozu wir erst wieder die Fähre um 12Uhr nahmen. Auf Kolocep gab es nur die Möglichkeit zu wandern. Der Wanderweg war sicher einer der schönsten in dieser Woche. Fast durchgängig unter Bäumen mit Blick von Steilküsten auf das Meer hinaus. Die Pause in einer Konoba nutzten einige noch mal, um lokale Gerichte zu essen oder im etwas kalten Wasser der Adria zu baden.

Wandern auf Kolocep

Am nächsten Morgen ging es dann leider schon wieder zurück nach Deutschland. Das Frühstück war noch nicht vollständig aufgebaut und ein Genuss wegen der Eile schon gar nicht, schade eigentlich. An den diesbezüglichen Ärger bei der Ankunft dachte ich nur noch kurz. Bei der Ausfahrt mit dem Hotelboot aus der Bucht konnten wir noch lange dem Hotel und unserem Urlaubsort Sipanska Luka nachschauen und vielleicht auch ein bisschen nachtrauern. Es war doch, wider Erwarten, eine schöne, erholsame und dennoch abwechslungsreiche Urlaubswoche geworden und ich war froh hier und nicht auf Mjlet gewesen zu sein.

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