30. Juli 2013

Skiathos – Griechenland klein aber fein

Reisebericht von Andreas Bermel (w58453 at o2online.de)
FROSCH Reiseziel Sportclub Agnadi in Skiathos, Griechenland

In Deutschland stiegen nach dem gefühlt unendlich langen Winter die Flutwellen ihrem Höhepunkt entgegen. Da kam der Sommerurlaub auf Skiathos gerade recht. Wie immer ein wenig unsicher, ob denn die Wahl des Reiseziels richtig gewesen ist, erreichte ich nach einer Zwischenlandung in Wien die kleine griechische Insel von der ich vorher noch nie etwas gehört hatte. Das liegt sicher auch daran, dass Skiathos von Deutschland aus nur sehr schwer per Flugzeug erreichbar ist. Die Insel wird größtenteils von Briten, aber auch von Skandinaviern besucht.  Dafür waren ‚die Deutschen‘ dann aber überall bekannt. Vom Taxifahrer der das Hotel schon ahnte bis zum Eisverkäufer, dem die deutsche Gruppe mit den schwarzen Fahrrädern aufgefallen war.

Die Landung auf dem kleinen Flughafen von Skiathos war dann gleich eines der touristischen Highlights der Insel. Die Landebahn ist sehr kurz und reicht quasi von Küste zu Küste. Nicht nur aus dem landenden Flugzeug heraus sondern auch für die Zuschauer auf der Straße bieten sich spektakuläre und, wie wir später beim miterleben eines Starts feststellen sollten, teilweise auch gefährliche Augenblicke. Wie auch immer, die Landung war kein Problem, die Abfertigung des Gepäcks und der Transfer zum Hotel waren schnell erledigt.

Bild1

Nicht ganz unvorbereitet machten wir hier die Bekanntschaft mit der zweiten Besonderheit von Skiathos, dem bergigen Gelände. Der von Frosch vielfach beschriebene ‚Hausberg‘ zum Hotel Agnadi musste zu Fuß erklommen werden.  Auf Grund der Vorwarnungen war es dann aber gar nicht so schlimm. Und wie sich im Laufe des Urlaubs herausstellen sollte, gab’s da durchaus noch anstrengendere Wege auf der Insel. Im Hotel angekommen wurden wir von den Teamern erwartet und begrüßt. Leider sollte sich die auf Grund der Wettersituation in Deutschland gern gehörte Aussage, dass es in Griechenland nur sehr selten regnet und wenn, dann für max. 10 Minuten, später nicht bewahrheiten. Was ich aber nicht weiter ausführen möchte. Schnell konnten wir unsere Zimmer beziehen und uns mit der näheren Umgebung vertraut machen. Zum Hotel Agnadi ist zu sagen, dass die Lage und der Rundumblick auf das Meer mit den vorgelagerten Inseln (z.B. Skopelos) von allen Zimmern und dem Poolbereich aus schon herausragend ist.

Bild2

Dafür muss man dann halt den Anstieg von der Hauptstraße aus in Kauf nehmen. Die Zimmer sind ausreichend groß und praktisch ausgestattet. Die Bäder mit Dusche sind freundlich und hell gestaltet. Nachteil ist lediglich, dass als Dusche nur eine Handbrause zur Verfügung steht wodurch allerdings die Überflutungsgefahr beim Duschen minimiert wird.  Vor allem der Kühlschrank ist für Getränke sinnvoll nutzbar. Manch einer hat sich auch nachmittags einen Kaffee in der kleinen Küchenzeile gekocht. Ich war mit dem Zimmer im 1.Stock sehr zufrieden. Ob man lieber im kühleren, aber auch dunkleren Erdgeschoß mit direktem Zugang zum Poolbereich oder im 2. Stock mit zusätzlichem Wohnraum aber dafür etwas heißer wohnt, bleibt jedem selbst überlassen. Einzelreisende mit halbem Doppelzimmer sollten schon bei der Buchung nach einem Zimmer mit getrennten Betten fragen.

Das Sportprogramm von Frosch beschränkt sich auf Skiathos vor allem auf’s Wandern und Radfahren, was durchaus meinen Wünschen entsprach. Zusätzlich werden in der Woche einzelne Fitnesskurse angeboten. Höhepunkt jeder Woche ist sicher die Wanderung mit dem, ebenfalls vielfach beschriebenen, deutschen ‚Aussteiger‘  Ortwin. Einem Schwaben der vor ca. 20 Jahren nach Skiathos ausgewandert ist und der seine Aufgabe darin sieht, das Wanderwegenetz der Insel aufzubauen und zu pflegen. Die beiden von Ihm geleiteten Wanderungen zur verfallenen alten Inselhauptstadt Kastro sowie zum ‚Zauberwald‘ sind auf jeden Fall empfehlenswert. Die unterwegs locker vermittelten Informationen über Land und Leute, die Insel sowie die vielen Kräuter am Wegesrand gestalten den Tag darüber hinaus recht abwechslungsreich. Bei der ‚Kastro-Tour‘ war neben der Besichtigung des Klosters Evangelistria vor allem das Ziel Kastro die Strapazen Wert, während ich vom ‚Zauberwald‘ eher enttäuscht war. Der Weg dorthin dafür aber umso mehr entschädigte. Vorteilhaft sollte sich die Ortsansässigkeit von Ortwin auch bei auftretenden Problemen erweisen. Weil auf Grund des Seegangs die geplante Rückfahrt per Schiff von Kastro nach Skiathos kurzfristig nicht möglich war und kein Taxifahrer die Strecke über die Schotterpisten an die Nordküste fahren wollte, engagierte Ortwin den Wirt der Kastro-Strandbar. Dieser brachte uns auf der Ladefläche seines Jeeps zurück zum Hotel. Eine sicher lange in Erinnerung bleibende Achterbahnfahrt quer über die Insel Skiathos.

Bild3

 

Bild4

Trotz des bergigen Geländes sind auch die anderen angebotenen Wandertouren auf Grund der kurzen Strecken wohl für jeden zu meistern. Auch von den Radfahrern habe ich nur Positives gehört, obwohl man es sich beim Anblick so mancher Wege nicht vorstellen kann. Ich habe lediglich ‚privat‘ einige Radtouren unternommen um die Gruppe nicht durch allzu vorsichtiges Fahren auf den Schotterpisten aufzuhalten. Dabei hatte ich weder von der Anstrengung (man kann ja einen niedrigen Gang wählen) noch von der Orientierung her Probleme. Die Insel ist nach einer kurzen Orientierungsphase auf Grund ihrer Größe und Struktur relativ leicht zu überblicken. Daher ist es schon erstaunlich wie viele abwechslungsreiche Möglichkeiten sich bieten. Hier will ich nicht nur die angeblich über 60 Strände nennen. Vom ‚englischen Familienstrand‘ (z.B. Achladies, direkt unterhalb des Hotels) über den ‚griechischen Discobeach‘ (z.B. Vromolimnos), meinem Favoriten, bis hin zu einsamen Buchten (z.B. Kechria) gibt es für jeden etwas. Alle Strände sind mit nur wenig Aufwand, teilweise mit dem Bus, aber auf jeden Fall zu Fuß oder mit dem Fahrrad leicht erreichbar.

Bild5

 

Bild6

Der einzige ‚richtige‘ Ort der Insel ist Skiathos Stadt und ist so, wie man sich Griechenland vorstellt. Weiße Häuser, enge Gassen, glasklare Hafenbecken mit kleinen und großen Schiffen sowie einer Vielzahl von Bars und Restaurants. Zumindest während der Vorsaison ist hier entspanntes Sitzen und Genießen möglich. Neben der Stadt sind auch große Teile der Insel mit dem Linienbus, der bis Mitternacht ca. alle 20 Minuten entlang der Küstentrasse verkehrt, gut zu erreichen. Bei Gruppen von 3-4 Personen ist jedoch oft ein Taxi billiger. Vor allem wenn man ein wenig über den Preis verhandelt. Zusätzlicher Nebeneffekt hierbei ist, dass bei der Rückfahrt aus der Stadt heraus der ‚Hausberg‘ nicht zu Fuß erklommen werden muss. Aber auch mit dem Fahrrad sind zumindest alle Gebiete westlich des Hotels sowie die Südküste problemlos zu erreichen. Vom Hafen in Skiathos aus können die unterschiedlichsten Ausflüge gebucht werden. Ob zum Beispiel eine Inselumrundung mit einem kleinen Ausflugsschiff, ein Tagesausflug auf die Nachbarinsel Skopelos mit Besichtigung einzelner Drehorte des Kinofilms ‚Mama Mia‘ oder die von uns gemachte Katamarantour mit Badestopps in vielen kleinen Buchten der vorgelagerten Insel. Alles ist mit ein wenig Eigeninitiative leicht machbar.

Bild7

Einmal in der Woche gibt es im Hotel kein Abendessen. Dies ist die beste Gelegenheit die örtlichen Restaurants zu besuchen. Am besten fährt man dazu in die Stadt und wählt aus der Vielzahl von Restaurants oder man steuert gezielt ein Restaurant im Hinterland an. Wir waren in der ersten Woche z.B. mit dem Essen und der gebotenen Aussicht im ‚OliveLand‘ sehr zufrieden. Die Restaurantausflüge waren während der beiden Wochen in denen ich im Hotel Agnadi gewesen bin auch deswegen beliebt, weil es beim Essen im Hotel leider größere Probleme gab. Das Frühstück würde ich als ausreichend und griechenlandtypisch bezeichnen. Beim Abendessen und hier vor allem bei den Hauptspeisen gab es leider extreme Schwankungen zwischen gut und schlecht. Zum Ende der zwei Wochen hat Frosch einige Anstrengungen unternommen um auch dieses Problem abzustellen. In wieweit dies gelungen ist kann ich nicht beurteilen.

Zum Abschluss noch ein Fazit der Reise:

Die anfängliche Unsicherheit ist schnell verflogen. Die Insel zieht einen sofort in ihren Bann. Griechenland wie man es sich vorstellt! Dazu kurze Wege, gute Verkehrsanbindung, schönes Hotel in ausgezeichneter Lage sowie der schöne Ort Skiathos und eine tolle Landschaft machen den Urlaub hier zu einem Erlebnis. Schon in einer Woche kann man fast alles auf der Insel kennenlernen. Ein zweiwöchiger Aufenthalt lässt einem vieles jedoch entspannter angehen. Auch mal einen Tag mehr am Strand verbringen oder nochmal abends durch die Gassen von Skiathos schlendern. Urlaub eben …

Bild8

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich akzeptiere