26. August 2010

St. Moritz-Maloja – ganz großes Kino!

Reisebericht von Ingrid Hagemann (ingridhagemann  at t-online.de)
FROSCH Reiseziel Sportclub Maloja Palace in St. Moritz/Maloja, Schweiz

Erstmalig im Frosch-Angebot fand sich im Winter 2010 der Sportclub „Maloja Palace“ in der Nähe von St. Moritz. Die Destination war so brandneu, dass sie per Newsletter angekündigt wurde – der Katalog war zu diesem Zeitpunkt im Dezember 2009 längst gedruckt. Die Ausschreibung klang verlockend – die Anmeldung für die Osterferienwoche vom 26.03. bis 04.04.2010 für 4 Personen war schnell getan. Wir sollten es nicht bereuen!

Da kein Schlafbus eingesetzt wurde, war die Anreise ab Münster im „normalen“ Reisebus natürlich etwas anstrengend, jedoch entschädigte bereits der erste Blick auf das in der Morgensonne liegende Palace-Hotel in traumhafter Winterlandschaft die Nackenstarre.

Der winzige Ort Maloja (ca. 300 Einwohner) liegt direkt am Silser See – von hier sind es ca. 15 km bis nach St. Moritz. Das Hotel selbst ist beeindruckend – vor allem seine unglaubliche Größe! Selbst nach einer Woche gab es noch immer diverse Frösche, die nicht auf Anhieb den Weg in den Skikeller, zur Sauna oder gar zum eigenen Zimmer fanden. Im großzügigen Empfangsraum auf der imposanten Hoteltreppe als „Standbild“ arrangiert stellten sich die Teamer am ersten Abend den Fröschen vor. In bewährter Manier wurden die ersten wichtigen Infos und Tipps gegeben. Die Skipässe konnten direkt an der Rezeption gekauft werden (die leider in diesem Skigebiet ein wenig teurer sind!). Gespeist wurde in einem riesigen Saal, der ebenso wie auch der Wintergarten einen tollen Ausblick in die verschneite Umgebung bot.

Neben dem Skifahren gab es wie immer optionale Angebote: generationenübergreifende Kickerturniere, nächtliche Fackelwanderungen mit ortsunkundigen aber charmanten Teamern, lauwarmes Glühweintrinken auf der Hotelterrasse,  „bad-taste“ und andere Partys sind hier zu erwähnen.. Höhepunkt und „ganz großes Kino“ war jedoch der Abend, an dem das Hotel durch einen stundenlangen Schneesturm nahezu eingeschneit war – hohe Schneeberge türmten sich mittlerweile vor Fenstern und Türen. Kurz vor Mitternacht dann ein Schrei „Hiiier kommt Johnny!“, der durch das Palace-Hotel dringt! Zur Erklärung: es geht um den Film „Shining“, in dem ein durchgeknallter Jack Nicholson sich in einem einsamen und dem Palace-Hotel verdammt ähnlichen Hotel in einen höhnisch grinsenden Killer verwandelt – sein eigener Sohn erkennt das durch seine hellseherische Gabe namens „Shining“. Genau dieser Film wurde per Beamer zu nächtlicher Stunde präsentiert – ein wahrlich unheimliches Vergnügen!

Der Schneesturm machte das alpine Skifahren am nächsten Tag nahezu unmöglich, sodass wir uns auf Langlaufskiern durch die Schneemassen wühlten. Ich bin mir nicht sicher, wie schlau es für mich als Langlauf-Anfängerin war, sich ohne sichtbare Loipen auf schmalen Brettern halb blind durch den Sturm zu kämpfen – die Gegend ist jedoch angeblich fantastisch zum Langlauf und wurde von einigen Fröschen intensiv dafür genutzt.

Das Skifahren im Corvatsch-Gebiet und im Hausskigebiet von St. Moritz ist richtig gut. Recht abwechslungsreiche Abfahrten incl. Tiefschnee, wenig Wartezeiten an den Liften trotz Osterferien und immer einwandfrei präparierte Pisten sorgen für pures Skivergnügen. Viele Pelze auf der Piste aufgrund der Nähe zu St. Moritz gab es erstaunlicherweise nicht – diese saßen vermutlich lieber vor dem Kempinski in der Sonne, nachdem die Hotelpagen die Skier der Damen von der Gondel ins Hotel geschleppt hatten.

Noch einige Stichpunkte zum Abschluss:

Das Essen war bis auf kleine organisatorische Problemchen beim Raclette-Essen einwandfrei: vielseitig, lecker und vom Koch jeden Abend voller Inbrunst angekündigt. Gleiches gilt für das Frühstück – die Möglichkeit sich etwas für die Pistenpause mitzunehmen ist super.

Zu viert hatten wir die Superior-Suite (Kat. A) gebucht: zwei große Doppelzimmer, ein schickes Bad und eine Küche mit großem Balkon war bisher die imposanteste und feudalste Unterbringung, die ich jemals hatte auf meinen bisherigen Froschreisen.

Die Geschichte des legendären Grandhotels ist hochspannend: an einem Abend fand eine Führung durch das ganze Hotel samt geschichtlichem Hintergrund statt – unbedingt empfehlenswert! Von besonderem Charme sind die großen gerahmten Schwarz-Weiß-Fotos in den endlosen Hotelfluren, die an die Blütezeit des Hotels erinnern.

Fazit: Hinfahren und Genießen! Und sich nach dem Film „Shining“ nicht nachts im Hotel verlaufen…

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