12. Juli 2008

Superjeile Zick

Reisebericht von Frank Antoine (famtoine at t-online.de)
FROSCH Reiseziel Sportclub Carlton in Crans Montana, Wallis – Schweiz

Einen guten Blick hatte Jan, der Mountainbike-Guide, für seine Schäfchen in der Woche vom 30.06. bis zum 06.07.08. Entspannt, mit einem Haufen Verbandszeug und einem frischen 1. Hilfe-Kurs im Gepäck und einem Humor, der ganz unvermittelt aus der Tiefe des Raumes zu dir kommt. Gut wusste er einzuordnen, wer welche Touren mitfahren könnte und er passte seine Vorschläge den unterschiedlichen Leistungsniveaus an, hielt den Laden zusammen: Zusammen losfahren, gemeinsam ankommen!

Trotz Jans erwiesenen Qualitäten wollten wir, die 5-6 Rheinländer, es noch ein wenig mehr krachen lassen und gestalteten mit Hilfe seiner Tipps und den hervorragend ausgeschilderten MTB-Routen im Berg auch unsere eigenen Ausflüge (oder Abflüge).

Als ich mit meinen Freunden am 30.06.08 nach Crans kam, hatte ich Sorgen, dass mein Trainingszustand und 10 kg Übergewicht für die anstehende Woche Mountainbiking im schroffen Schweizer Hinterland nicht ausreichen würde. In den vergangenen 12 Wochen hatte ich gerade mal 500 km herunter gekurbelt.
Meine Befürchtungen sollten sich in den nächsten 7 Tagen bestätigen: Es war wunderschön und auch sehr schön anstrengend. So anstrengend, dass ich abends an der Bar bei Kathrin und Robert kaum noch die Halbliterkanne Bier stemmen konnte und auf die kleinen Sambuka-Gläschen umsteigen musste.
Den Mitreisenden in diesen Tagen ist mittlerweile sicher bekannt, von welcher Herrengruppe die Rede ist: Die gut gelaunte Gruppe, die so ziemlich alles im schön restaurierten Speisesaal mit einer Welle begrüßte: Leonie mit Nachschlag, den Koch, die Teamer, das nahende EM-Finale (wie ging das eigentlich aus?). Man möge uns verzeihen, es ist genetisch, oder so.

Wer ohne Jan alleine in die Alpen zieht, der sei gewarnt: Konditionell und technisch sollte er halbwegs fit und routiniert sein. Jacke, ein Handy, Verbandszeug und Werkzeug gehören unbedingt ins Gepäck!!! Wir haben alles gebraucht und einige hübsche Blessuren nach Hause getragen.

Sehr zu empfehlen ist die orange ausgezeichnete Strecke de Courtavey, die unmittelbar hinter dem Haus beginnt. Ca. 12 km, 450 Höhenmeter. Ein guter Einstieg mit schöner Passage durch den Wald.
Die grüne Tour alpages hat ca. 600-700 Höhenmeter, ist gut zu fahren bis auf eine ganz fiese Abfahrt auf einer roten Skipiste unterm Skilift. Auf dem glatten Fels liegt feiner Schotter und das Gefühl beim Bremsen ist so, als würde man auf kleinen Kugellagern rutschen (absteigen und keinem erzählen).
Unbedingt empfehlenswert sind die beiden Almen Tieche und die tarte de pommes auf der pepinet. Gnadenlos lecker!

Die blaue Strecke durch die Täler ist weniger alpin, bietet aber ein paar tolle Singletrails, Durchfahrten durch hübsche Dörfer und nur einen richtig knackigen Anstieg von ca. 200 Höhenmetern. Den bin ich ohne abzusteigen hoch und war ganz stolz auf mich – die Tränen hat ja auch keiner gesehen.
Dann sind wir auch noch Teile der roten und orangenen Strecken und die schwarze Abfahrt vom Granzettes hinunter gefahren. Da haben wir zum Abschluss 700 Höhenmeter am Stück abrauschen dürfen. Ein toller Abschluss für eine wunderschöne Woche unter vielen gleichgesinnten und fröhlichen Bewegungslustigen.
Im übrigen: Hier macht Mountainbiking schon deshalb Spaß, weil jeder am Berg dich freundlich grüßt und auf Radfahrer sehr viel Rücksicht genommen wird.

Schade nur, dass ich von dem restlichen Frosch-Angebot (Käserei, Golfen, Klettern, Wanderer-Leistungskurs, Hochseilgarten etc.) so wenig mitgenommen habe. Das nächste Mal muss ich wohl 2 Wochen buchen.
Viel Spaß noch

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