31. Oktober 2011

Thassos. Noch ein bisschen Sonne tanken …

Reisebericht von Vera und Rolf Schüppen (vera.schueppen at vr-web.de)
FROSCH Reiseziel Sportclub Four Seasons auf Thassos, Griechenland

… das war der Plan. Darum sollte es vor dem Winter nochmal in den Süden gehen. Da Griechenland aufgrund Land und Leuten im nahen Süden eh unser Favorit ist, wurde das Angebot schnell eingegrenzt. Als Reiseveranstalter stand Frosch dann auch schnell fest, da uns das Konzept schon auf Kreta und in der Schweiz sehr gut gefallen hat. Die Kombination von Bewegung in Form von Wandern, Biken oder Schwimmen im Meer und Erholung durch Relaxen an Strand oder Pool oder Unternehmungen in der Gruppe oder alleine, ist genau das, wonach wir gesucht haben. Also den Katalog gewälzt und Auswahl getroffen. Thassos klang toll, zwar recht neu bei Frosch aber der Preis kam uns entgegen. Leider waren dann schnell alle Zimmer mit Meerblick vergriffen, so dass wir ein Zimmer im 2. Stock gebucht haben (von der man das Meer allerdings auch sehen konnte).

Am 14.09. ging es endlich los – mit Bahn und ICE nach Frankfurt und mit Air Berlin mitten in der Nacht Richtung Süden. Die Sonne ging gerade auf, als wir auf dem Flughafen in Kavala ankamen. Es waren bereits 21°C und keine Wolke am Himmel. Unsere Koffer waren mal wieder mit die letzten auf dem Band, dafür war der Bus schnell gefunden, der uns dann unter Zuhilfenahme der stündlich verkehrenden Fähren zum Hotel brachte. Der erste Eindruck war gut: Drei zusammenhängende Gebäude mit insgesamt 27 Zimmern, großer Lobby mit WLAN, „Show-Treppe“ runter zum Pool, Poolbar und ausreichend Liegen. Die gesamte Anlage machte einen sauberen und gepflegten Eindruck. Einzig die überdimensionierte Fläche, wo die Bikes an der Stange hingen und sich die open-air Werkstatt befand, hätte eines ausgiebigen Besenschwungs bedurft.

Das Zimmer konnte bereits nach Ankunft gegen 10:15 Uhr bezogen werden und machte einen ebenfalls sauberen Eindruck. An den Fenstern und Balkontüren befinden sich in der Tat Fliegengitter, die im Sommer wohl nicht nur die miesen Moskitos fernhalten, sondern auch die auf der Insel zu Hauf auftretenden Bienen am Eindringen hindern sollen. Auf Thassos gibt es wirklich viele Bienenstöcke, aber irgendwo muss der leckere Honig ja herkommen. Da verirrt sich dann leider auch schonmal eine Biene in langen Haaren oder zwischen Wanderschuhzunge und Bein oder man tritt aus Versehen mit nackten Füßen auf eine drauf. Natürlicher Schutzreflex dieser Insekten ist dann leider der Stich, bei dem sie sich sprichwörtlich den Hintern aufreißen und sterben. Dem Menschen bleibt dann nur die Kühlung des Stiches, Salbe auftragen und/oder, wenn allergisch bedenklich die Verabreichung einer Injektion, die im Hotel vorrätig gewesen wären.

Zum Programm:

Wir hatten für die erste Woche jeder ein Festbike dazu gebucht, damit man auch außerhalb der Touren immer einen fahrbaren Untersatz zur Verfügung hat.

Die Willkommensansprache und die Bikeeinweisung am nächsten Morgen waren kurz und gut, sodass man gleich die Einführungsrunde per pedes oder wie wir per Bike in die Stadt Liménas machen konnte. Supermärkte, Shops, Tavernen und Apotheke wurden gesichtet, Hafen und Strände erkundet, Sehenswürdigkeiten erklärt.

Tags drauf führte die Biketour zum Marmorstrand. Unterwegs wurde das Verhalten auf Schotter- und Sandwegen erklärt und „erfahren“. Nach einem ausgiebigen Badestopp an diesem wirklich herrlichen Strand ging es individuell zurück.

Ein Highlight dieser Woche war die „Besteigung“ des Ipsario per pedes. Diese Tour haben wir uns nicht entgehen lassen, weil landschaftlich super, konditionell zwar anstrengend aber machbar und während unseres Aufenthaltes wurde diese nur einmal angeboten. (Tolle Trails, tolle Ausblicke !!!)

In unserer Festbikewoche haben wir dann noch zwei Touren alleine unternommen. Montag waren wir auf dem Wochenmarkt in Prinos, wo es vom Dübel über Schuhcreme bis zur Gemüsezwiebel alles zu kaufen gibt, was das griechische Herz begehrt. Auf dem Rückweg haben wir am Glikadi-Beach halt gemacht zwecks ausgiebigen Sonnenbadens. Übrigens bieten die Tavernen an den Stränden meist Liegen und Schirme gegen Bestellung eines Getränkes an, äußerst fair!!

Die Idee für unsere Tour am Dienstag stammte vom Wochenprogramm und sollte am Mittwoch stattfinden, fiel aber dann wegen REGEN! aus. Da wir aber dank WIFI täglich die Wetterlage parat hatten, zogen wir diese vor. Wir sind mit dem Bike via Fähre zum Festland übergesetzt und haben eine schöne große Runde durch das landwirtschaftliche Anbaugebiet des Nestos-Delta gemacht, anschließend noch Keramoti und dessen Strände erkundet.

Den regnerischen Mittwoch haben wir in den Touristenshops von Liménas verbracht.

Nachdem wir uns von unseren Bikes verabschiedet hatten, war wieder mehr Wandern angesagt:

Donnerstag) Durch das Hinterland des Hotels zur Kirche Agios Georgios und weiter zum Tavernenstop in Rachoni. Frisch gestärkt auf anderem Weg zurück zum Hotel.

Freitag) Mit dem vom Hotel angebotenen Shuttle nach Liménas und dann zum Marmorstrand gewandert … zu voll … weiter zum Golden-Beach. Nach Sonnen und Baden mit dem Linienbus zurück.

Samstag war Relaxen, Sonnen, Baden, Schnorcheln und Tavernen angesagt. Die Taverne Papalimani liegt gleich gegenüber der Hoteleinfahrt und hat ein freundliches Ambiente.

Sonntag) Mit dem Linienbus nach Potamia. Von dort durch einen Wald mit sehr viel Farn und einer alten offenen Wasserleitung und einem Geröllpfad hinauf zur Gipfelkirche Profitis Ilias (Wiedermal tolle Trails, tolle Ausblicke!!)

Montag) Von Liménas aus hinauf nach Panagia, ein paar Geschenke einkaufen, mit dem Linienbus zurück nach Liménas, Olivenöl & Gewürze für die Lieben daheim besorgen und per pedes zum Hotel (geht auch).

Dienstag kam ein weiteres Highlight. Die Wanderung von Theologos über Kástro zu den Wasserfällen des Lákkos Kastrinón. Die Tour beginnt unspektakulär, wird beim Aufstieg nach Kástro sehr anspruchsvoll, ist aber durchaus zu schaffen. Der Wasserfall war etwas enttäuschend, dafür die Wanderung durch das Tal zurück sehr romantisch.

Am Mittwoch haben wir uns noch etwas Kultur angetan und den Rundgang durch die antike Oberstadt Liménas` gemacht. Die Überreste sind durchaus sehenswert und man hat einen tollen Blick auf Liménas und Umgebung.

Donnerstag war dann Abreise. Schade! Es hat uns wirklich sehr gut gefallen und wir würden diese Reise jederzeit weiter empfehlen.

Zum Schluss noch das Wichtigste: Die Küche.

Das Frühstück war zwar täglich gleich, aber sehr umfangreich, so dass für jeden etwas dabei war: Brot, Wurst, Käse, Tomaten, Gurken, Feta, Müsli, Eier in verschiedenen Variationen, Würstchen, Joghurt mit Obst/Honig, Kaffee, Tee, O-Saft, Milch, …

Da es (außer Samstag und Montag) täglich gute lokale Speisen gab, waren wir mehr als zufrieden. So gab es z. B. Moussaka, Stifado, Lamm, Souvlaki, Befteki, gegrilltes Allerlei etc, davor jeweils eine Suppe, Salate, verschiedene Brotaufstriche und Backofengemüse, jeden Tag alternativ ein vegetarisches Gericht und … natürlich … Nachtisch: Joghurt mit Honig, Früchte, Baklava und Eis.

Danach verweilte man noch und ließ bei dem ein oder anderen Getränk von der durchaus günstigen Poolbar den Tag revue passieren.

Da zweimal die Woche die Küche kalt blieb, wurde angeboten mit dem Bus gemeinsam zu einer Taverne zu fahren und für den Preis von fairen 15 € Vorspeisen, einen Ouzo, ein zusätzliches Getränk, ein Hauptgericht und einen Nachtisch je nach Angebot zu bekommen. Haben wir an den Samstagen (da ging es zum Pachis-Beach) mitgemacht. Montags fuhr uns der Bus nach Liménas. Da hatten wir allerdings in einem Reiseführer von der Ouzeri Mouses erfahren und diese getestet. Wir waren dann an beiden Montagen mit ein paar anderen Fröschen dort, weil es uns so sehr gut gefallen hat und es uns dort mit 6-7 Vorspeisen, 3-4 Hauptspeisen, Bier und Wein und Nachtisch für uns 6-7 Personen auch nur 11-13 € / Person gekostet hat.

Fazit: Ein durchweg gelungener Urlaub. Machen wir wieder, aber nicht auf Thassos … weil, kennen wir jetzt. Gibt ja noch viele andere griechische Inseln. Des Griechen Land und Leute haben es uns ja schon seit Langem angetan.

2 Gedanken zu „Thassos. Noch ein bisschen Sonne tanken …

  1. Meik

    Hallo Ihr beiden,

    Ihr scheint ja alle Wandertouren ausprobiert zu haben 😉 Wenn ich nach einer Lokation für eine Woche suche, die nicht allzu herausfordernde, aber trotzdem interessante Wanderungen bietet, wäre ich auf Thassos richtig ?

    LG
    Meik

  2. Jürgen

    Meik, ich war im Juli dieses Jahres auf Thassos und fand die Insel ein Traum. Wunderschöne Landschaft und Strände, viele Möglichkeiten zum Wandern (Bergwandern und durch die Wälder und sehr gute Strecke für Mountain Bike auch), die Preise waren ziemlich günstig und wenige Touristen, zumindest wenn man sie mit anderen, bekannteren Inseln vergleicht. Absolut empfehlenswert.
    Bloß nicht zwischen Juni und August hingehen, wenn du viel wandern willst, ich fand es viel zu heiß für anstrengende Sportaktivitäten.
    Lg,
    Jürgen

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