27. September 2011

Thassos, 15. bis 22. September 2011

Reisebericht von Ursula Becker (ubecker at gmail.com)
F’ROSCH Reiseziel Sportclub Four Seasons auf der Insel Thassos, Griechenland

Mein „Hauptsommerurlaub“ ging dieses Jahr nach Irland und war, anders als befürchtet,  wettertechnisch gar nicht so übel. Dennoch blieb in mir der Wunsch zurück, im Herbst noch ein bisschen die Sonne zu genießen. Frosch bot als neues Reiseziel die griechische Insel Thassos an,  und alles las sich für mich ideal: Sonne, Strand und Meer, aber auch eine grüne Umgebung, in der man wandern kann. An einer Party-Location hatte ich kein großes Interesse – ich kann nur entweder tagsüber Sport machen oder abends feiern, aber schlecht beides – zumindest, wenn es mit Erholung verbunden sein soll. Also buchte ich für eine Woche ein Einzelzimmer auf Thassos und freute mich auf meinen „Urlaub nach dem Urlaub“.

Die Anreise

An einem Donnerstag ging es also los, und das EXTREM früh, der Flug verließ Frankfurt nämlich bereits um 3:30 morgens! Diese Nacht verbrachte ich also mehr oder weniger wach. Alles – die Abholung durch einen Repräsentanten verschiedener Reiseanbieter am Flughafen Kavala, der Bustransfer zur Fähre und die Weiterfahrt von Limenas zum Hotel –  klappte aber prima, und so befand ich mich mit einigen Mitreisenden bereits gegen halb 11 meines ersten Urlaubstages im Hotel Four Seasons, in dem ich nach kurzer Wartezeit mein Zimmer beziehen und ein bisschen schlafen konnte.

Hotel und Umgebung

Das Hotel liegt etwas außerhalb von Limenas. In der direkten Umgebung gibt es keine Geschäfte, und in die Stadt kommt man zu Fuß eher schlecht (man müsste am Rand einer stark befahrenen Straße entlanglaufen). Mit dem Mountainbike geht die Fahrt dagegen ziemlich flott, alternativ kann man noch mit einem Linienbus oder dem mehrmals täglich verkehrenden „Hotelshuttle“ (das einfach ein PKW samt Fahrer ist, der geduldig so lange hin- und herfährt, bis alle wartenden Interessenten transportiert sind) fahren. Das ist auch gut so, denn sonst wäre schon der Kauf eines Sixpacks Wasser im Supermarkt ein kleines Problem.

Die Hotelanlage  „umrahmt“ L-förmig den kleinen Swimming Pool und den ganztägigen Treffpunkt Pool Bar, so dass man jederzeit nach einem Ausflug schnell in den Pool springen oder unkompliziert Mitreisende treffen kann. Nachmittags und abends sitzen auch viele Gäste auf ihren Terrassen und Balkonen, um zum Beispiel das ganz gut funktionierende WLAN zu nutzen, so dass man einander viel und häufig sieht.

Wer etwas mehr Zeit zum Baden hat, läuft ein paar hundert Meter bergab zum Meer, wo man die Wahl zwischen dem (winzigen) „Hausstrand“ und dem Papalimani Beach etwas weiter rechts hat. Letzterer ist auch nicht gerade riesig, aber groß und schön genug, um hier ein paar Stunden zu verbringen. Die vorhandenen Liegen darf man jederzeit nutzen, wobei erwartet wird, dass man in der Taverne etwas konsumiert. Bei den Preisen (kleines Wasser 50 Cent) ist dagegen auch nichts einzuwenden.

Die Hotelzimmer haben alle den gleichen Grundriss. Sie sind bei Einzel- oder Doppelnutzung recht geräumig, verfügen in den Schränken über ausreichend Platz und haben auch einen kleinen Schreibtisch zu bieten. Ebenfalls vorhanden ist eine Miniküche, aber ich denke, mit Halbpension benötigt man allenfalls den Kühlschrank und vielleicht den Wasserkocher.

Die Tiere

Tiere? Ja, denn zum einen gab es während meines Aufenthalts in der Anlage drei Kätzchen, die mich und viele andere der Gäste um ihre Pfoten wickelten. Eines davon wird nach dem Saisonende zum Poolbarkeeper Nico ziehen, der Rest wird sich wohl nach einer neuen Futtergelegenheit umsehen müssen. Nachdem es in Thassos viele halbwilde Katzen und Hunde gibt, die sich von Essensresten ernähren, eine ziemlich ungewisse Zukunft für die beiden. Hoffentlich finden sie ein neues Zuhause oder werden vom örtlichen Tierschutzverein FOS Thassos durch den Winter gebracht.

Weitere Tierbekanntschaften fielen weniger angenehm aus: Auf Thassos wird viel Honig hergestellt, und dementsprechend gibt es hier besonders viele Bienen. Eigentlich kein Problem, aber aus nicht näher bekannten Gründen war häufig gerade der Rand des Swimming Pools oder der Strand direkt am Meeresrand von Bienen bedeckt. Man musste also sehr vorsichtig sein, in keines der Insekten zu treten, und auch bei Wanderungen und Ausflügen wurden viele der Gäste gestochen. Besonders schlimm verliefen die meisten Stiche nicht, aber Bienenallergiker können sicher passendere Reiseziele finden als Thassos.

Das Essen

Frühstück und Abendessen finden draußen in Poolnähe statt. Das Frühstücksbüffet umfasst Brot, Marmelade, Käse, Wurst und verschiedene Eiervarianten. Auch Müsli habe ich gesehen. Beim Abendessen wurden Vor- und Nachspeisen allabendlich ebenfalls in Büffetform angeboten, die Hauptgerichte (normalerweise drei zur Auswahl, von denen man jeweils eines beim Frühstück auswählt, am Wechseltag gibt es für alle Moussaka) wurden dagegen serviert.

Für mich als Vegetarierin war besonders angenehm, dass es täglich eine Veggie-Option gab, so dass ich mir nie Sorgen machen musste, dass ich nichts Geeignetes finden würde. Den Höhepunkt jedes Abendessens boten allerdings sowieso die köstlichen und vielfältigen Vorspeisen wie Auberginensalat, griechischer Salat, überbackene Tomaten, gefüllte Weinblätter, Feta, Tsatsiki …  es war nur sehr schwer möglich, nicht immer bereits vor dem Hauptgang pappsatt zu sein. Das Dessertangebot wurde dagegen mit einer Auswahl zwischen griechischem Joghurt, Obst und etwas Baklava-artigem recht übersichtlich gehalten, aber mehr hätte sicher sowieso niemand geschafft.

Zweimal wöchentlich bleibt die Hotelküche abends kalt, wobei Frosch jeweils einen gemeinsamen Essensausflug anbot. Zum Pachis Beach, wo sich der Tisch unter der gebotenen Vorspeisenauswahl regelrecht bog, kam ich noch gerne mit, auf den Essensausflug nach Limenas verzichtete ich dann und suchte mit einigen anderen Gästen selbst ein Lokal aus. Spontan etwas aus der Speisekarte wählen zu können hat ja auch mal seine Vorteile.

Programm und Ausflüge

An den meisten Tagen wurden Wanderungen und/oder Biketouren angeboten. Ich lief zunächst bei einer eher einfachen Wanderung vom Hotel nach Rachoni mit und versuchte mich an einem frühen Morgen beim Yoga am Strand (sehr beruhigend in toller Atmosphäre).  An einem anderen Tag wagte ich mich an eine anspruchsvolle Tour auf den höchsten Berg der Insel, den Ypsario. Weit mussten wir dabei nicht laufen, dafür aber um die 1000 Höhenmeter zurücklegen. Eine durchaus anstrengende Wanderung, aber der Blick vom Gipfel entschädigte für alle Mühen – selbst, wenn dort auch Leute mit Mietjeeps vorfuhren und die wenigen verbleibenden Meter zum Aussichtspunkt noch schnell in Flipflops zurücklegten!

An einem weiteren Tag nahm ein großer Teil der Gruppe an einem Bootsauflug teil, den Frosch nicht organisierte, aber vermittelte. Das Schiff fuhr Richtung Westen ein langes Stück Küste entlang, unterwegs gab es Stopps zum Fischen, Schnorcheln und auch einen Essensstopp, für den auf dem Boot gegrillt wurde. Leider war an unserem Ausflugstag der Himmel etwas wolkenverhangen, so dass ich auf die Bade- und Schnorchelstopps verzichtete – zum nass herumsitzen war es mir einfach zu kalt. Aber auch bei besserem Wetter würde ich diesen Ausflug nicht unbedingt weiter empfehlen: Die Küste entpuppte sich als ziemlich gleichförmig, zu sehen gab es (über wie unter Wasser) kaum etwas, und die Reise dauerte immerhin über sechs Stunden. Dass die Bootsbesatzung einen gefundenen Oktopus per „mehrmals gegen den Felsen klatschen“ umbrachte, war aus ihrer Sicht wahrscheinlich völlig normal, aber für Außenstehende kein schönes Ereignis. Im Nachhinein wäre ich mit einem Tag am Strand viel glücklicher geworden.

Fazit

Meine Woche auf Thassos ging viel zu schnell vorbei.  Alle meine Erwartungen hinsichtlich Unterbringung, Freizeitangebot und Essen wurden erfüllt oder übertroffen. Ich habe unter den anderen Gästen nette neue Bekanntschaften gemacht, und auch die Teamerinnen und das Hotelpersonal waren sichtlich bemüht, jedem Gast das Bestmögliche zu bieten. Bis auf den bereits kritisierten Bootsausflug habe ich alle Aktivitäten genossen, hätte aber auch noch die eine oder andere Wanderung mehr geschafft. Gerade der September bietet sich als Reisezeit an, denn die Tage sind nicht mehr ganz so heiß, was anstrengendere Aktivitäten erst möglich macht. Wenn man also nicht gerade eine Bienenphobie hat, kann ich Thassos wärmstens empfehlen.

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