26. Januar 2009

Toskana – traumhaft schön!!!

Reisebericht von Britta Siemers (Britta.Siemers at gmx.de)
FROSCH Reiseziel Sportclub Fattoria San Antonio in Montaione, Italien

Schon immer eines meiner Wunschziele – nun habe auch endlich ich die Toskana kennen und lieben gelernt! Dieses Fleckchen Erde hat mich so fasziniert, dass ich gleich ein paar Monate später erneut hinfliegen musste!

Aber von Anfang an…. und dabei sei erwähnt, dass diese beiden Urlaube meine ersten Frosch-Erfahrungen waren! Also noch ein Neuling auf diesem Gebiet… aber los geht’s:

Mitte April – die ersten beiden Saisonwochen in Montaione – ging es per Flug von Hannover nach Pisa. Erst fand ich ja die späte Abflugzeit etwas ungünstig, im Nachhinein aber war es sehr angenehm. Der Tag selbst war dadurch nicht stressig und daher fing der Urlaub auch gleich erholsam an. Nachdem wir alle am Flughafen eingesammelt wurden, ging es kurvig durch die Dunkelheit nach Montaione zur Casa Filicaja. Hier wurden wir auch sofort in Empfang genommen und es gab sogar erst mal eine Stärkung – trotz nächtlicher Uhrzeit!
Allein das Anwesen hat mich persönlich schon im Laternenschein umgehauen, am nächsten Morgen bei strahlendem Sonnenschein aber war es ein absoluter Traum. Genau so und nicht anders habe ich mir die Toskana vorgestellt! Alles leicht bräunlich, schon ein wenig abgebröckelter Putz, in den Appartements teilweise Gewölbedecken und in den Wohnungen teilweise Wandmalereien! Einfach traumhaft!

Das Alter des Gebäudes haben wir Bewohner des unteren Appartements dann auch gespürt – die Heizung leckte ein wenig und dadurch bekamen wir im wahrsten Sinne des Wortes eine kalte Dusche! Aber das Frosch-Team war hier wirklich engagiert und hat sich bemüht, das Problem so schnell wie möglich zu beheben! Nochmals meinen herzlichen Dank an Ingo, der immer früh morgens die Therme aufgefüllt hat (Übergangslösung bis zur endgültigen Reparatur!), damit ich nach meiner morgendlichen Joggingrunde auch warm duschen konnte! Ingo – das vergesse ich Dir nie!
Aber wo wir gerade bei Ingo sind: Das Essen werde ich auch nie vergessen! Ich fand es phantastisch, dass wir nicht so „touri-typisches“ Essen vor die Nase bekommen haben, sondern wirklich italienisches Essen (und wohl auch ein paar Eigenkreationen, die aber alle extrem lecker waren), so dass wir Ingo immer aufgezogen haben, dass unsere Waage zu Hause sicher überlastet ist! Ein großes Lob!

Unsere Frosch-Crew der ersten Woche bestand noch aus Irmi, Sylke und Klaus sowie Kati. Alle locker und sympathisch! Die Gruppe selbst war sehr gemischt, einige Pärchen, ein paar Alleinreisende und das Alter reichte von ca. 19 bis 50. Ich persönlich fand das Gemisch wirklich sehr gut. Die zweite Woche waren wiederum fast nur Alleinreisende unterwegs, also eine völlig neue Gruppenzusammenstellung. Auch wenn beides sehr unterschiedlich war, fand ich beides unkompliziert und gut. Und genau so sollte es ja sein!

In der Toskana wird hauptsächlich wandern, biken und reiten angeboten sowie natürlich die ein oder andere Stadtbesichtigung. Ich persönlich fand die „Hügel“ der Toskana zu bergig (für mich!! ;-)) und daher habe ich mich lieber auf zwei Beinen fortbewegt bzw. auch an zwei Nachmittagen auf 4 – nämlich auf den Pferden. Hier ist der Westernreitstil angesagt, die Touren sind auch sehr reizvoll, aber aufgrund des unwegsamen Geländes eher langsam. Auch wurde immer dieselbe Strecke gewählt, so dass keine Abwechslung bestand. Man sollte hier also nicht von einem „Reiturlaub“ ausgehen, sondern von einem Urlaub, in welchem die Möglichkeit zum Ausritt geboten wird. Was wiederum für Pferdeliebhaber sehr interessant ist, ist der vom Grafen ins Leben gerufene Verein, der misshandelte und vernachlässigte Tiere aufnimmt, wieder gesund pflegt und in den Weinbergen den Tieren sein Gnadenbrot gibt. Die Pferde, die zum Reiten zur Verfügung stehen, sind Tiere aus dem persönlichen Besitz des Grafen und gehören nicht zu den pflegebedürftigen.

Die Planung selbst ist auf zwei Wochen ausgelegt und bestand meistens im täglichen Wechsel von Wanderung und Stadtausflug. Biken wurde jeden Tag angeboten und somit ist für jeden etwas dabei. Reiten konnte man nach Vereinbarung.
Am ersten Tag gab es eine kleine Einführungswanderung, wo man schon mal locker auf die Höhenunterschiede der Toskana vorbereitet wurde. Ich selbst halte mich für recht sportlich und habe auch eine gute Kondition, denke aber, dass jemand, der extrem unsportlich ist, mit längeren Wanderungen durchaus Probleme haben könnte, wenn die Sonne zu heiß brennt. Die Wanderungen (von 2 – ca. 5 Stunden) führten uns immer durch das typische hügelige Land mit Blick auf Weinstöcke, Zypressen und Olivenbäume – soweit das Auge reicht. Ich konnte mich an der Landschaft gar nicht satt sehen. Zum einen lag es sicher daran, dass in Deutschland zu dem Zeitpunkt noch alles grau war und dort bereits alles blühte und saftig grün leuchtete. Zum anderen hat diese Landschaft ihren ganz eigenen Zauber. Die mit schönste Wanderung im Frühling führte uns nach San Gimignano. Dazu unten mehr.

Innerhalb der zwei Wochen standen die Städte Siena, San Gimignano, Florenz, Volterra, Lucca, Castelfiorentino und Gambassi auf dem Programm. Neben unserem Örtchen Montaione natürlich. Hier meine persönlichen Eindrücke:

Siena – Hier sind wir auf eigene Faust hingefahren aufgrund des etwas regnerischen Wetters. Sylke hat uns die Zeiten gesagt und die Fahrt etc beschrieben und das lief auch soweit sehr gut. Siena besticht durch den Dom und den großen Marktplatz. Zu erwähnen sind auch die 3 Cafés der Familie Nannini, hier gibt es unheimlich leckeres Mandelgebäck!!! Unter´m Strich jedoch musste ich für mich feststellen, dass mich die Stadt nicht umgehauen hat. Aber das ist nur mein persönlicher Eindruck.

Volterra – Ein noch von der Stadtmauer umschlossener Ort mit vielen kleinen Gässchen und immer etwas kühler als der Rest der Toskana, weil hier immer ein frischer Wind weht. Also unbedingt beachten! In Volterra läuft man ständig an kleinen Läden vorbei, die Alabaster verkaufen, ob als Lampe oder kleine Figur zum Hinstellen. Hier sieht man teilweise sogar noch, wie diese Sachen gefertigt werden. Am Stadtrand selbst findet man sogar noch alte römische Ausgrabungen.
Der Ausflug dauert ca. 4 Stunden und ich fand die Zeit auch ausreichend. Man konnte in Ruhe alles anschauen und sich noch genüsslich den ein oder anderen Cappuccino schmecken lassen.

San Gimignano – Dieses Ziel sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte. Für mich die schönste Stadt der Toskana! Die Stadt selbst ist zwar ziemlich touristisch, aber das tut dem Charme dieser Stadt keinen Abbruch. Man bummelt durch die kleinen Gässchen, ist das „Beste Eis 2008“ auf dem Marktplatz und bummelt gemütlich durch die vielen kleinen Geschäfte, wo man sicher auch das ein oder andere Erinnerungsstück kaufen kann. Man sollte auch unbedingt auf einen der Geschlechtertürme hinaufsteigen oder zumindest auf einen Turm direkt an bzw. auf der Stadtmauer, damit man eine Aussicht auf die Stadt selbst hat. Ich fühlte mich irgendwie Jahre zurückgesetzt und konnte mir wirklich lebhaft vorstellen, wie es vor langer, langer Zeit dort gewesen sein muss… Diese Tour, ob zu Fuß oder mit dem Bike, sollte keiner verpassen!

Florenz – Diese Stadt hat auf jeden Fall auch seinen Charme. Der Dom, der Palazzo Vecchio, die Ponte Vecchio, der Platz Michelangelo… wirklich sehr schön. Wir haben den Platz Michelangelo zu Fuß erklommen – Treppen soweit das Auge reicht. Aber man wird belohnt und hat einen traumhaften Blick über die gesamte Stadt. Auch diese Stadt ist natürlich von Touristen gefüllt, aber für mich persönlich auch eine Perle der Toskana. Nicht zu erwähnen der Ledermarkt, auf dem man das ein oder andere Schnäppchen machen kann (Handeln ist angesagt!!!).

Lucca – Das besondere Highlight dieser Stadt ist die Stadtmauer, die man komplett begehen und damit einmal den alten Stadtkern umrunden kann (4,2 km). Im Frühling alles saftig grün, im Herbst dagegen teilweise schon kahle Bäume und raschelndes Laub zu den Füßen, aber von der Temperatur kein Unterschied!
Auch hier gibt es viele kleine Gassen und niedliche Geschäfte, die allerdings allesamt ihre gewohnte Siesta einhalten. Ein weiteres Highlight dieser Stadt ist ein Turm, der oben mit Steineichen bepflanzt ist. Hat man erst mal alle Stufen erklommen, wird man mit einem traumhaften Blick über die gesamte Stadt belohnt! Hier sollte man sich unbedingt die vielen kleinen Balkone anschauen. Die Bewohner der Stadt haben sich hier ihre ganz eigenen kleinen Paradiese geschaffen!

Castelfiorentino – Besonders an diesem Ort ist die Zahnradbahn, mit der man recht steil zum alten Ortskern der Stadt hinaufgefahren wird. Eher recht klein, findet man auch hier die typischen kleinen Gässchen. Nicht versäumen sollte man einen kunstvoll verzierten Cappuccino, der immer individuell von Hand kreiert wird. Hier führte uns übrigens auch eine Wanderung hin, die ebenfalls sehr schön war!

Gambassi – Dieses Örtchen liegt in Sichtweite von Montaione, der Weg dahin ist aber doch ziemlich anstrengend, da man erst einmal ins Tal dazwischen hinab und hinterher auch wieder hinauf muss. Im Frühling war hier ein einheimischer Markt mit vielen einheimischen Köstlichkeiten, was natürlich sehr interessant und lecker (!!!) war. Der Ort ist eher beschaulich und klein, aber dennoch sollte man auch diese Wanderung nicht verpassen!

Montaione – Persönlich fand ich toll, dass dieser Ort nicht schon so touristisch erschlossen war, dass hier massenweise Hotels etc. standen. Hier konnte man am Marktplatz noch gemütlich einen Cappuccino für 1,10 EUR schlürfen und wenn man Glück hatte, gab´s auch noch Cassata – extrem lecker!!

Auch sollte man sich unbedingt bei MARIA ein Foccaccia belegen lassen, auch recht preisgünstig und super lecker. Ich persönlich habe selbstgemachtes Pesto in Verbindung mit eingelegten Tomaten und Parmaschinken bevorzugt!
An den beiden kochfreien Abenden pro Woche war ich immer in der Pizzeria ERASMUS. Der erste Eindruck ist doch eher spärlich, aber die Pizzen sind der Hammer! Hauchdünn, im Steinofen gebacken und wirklich sehr leckere Kreationen mit vielen frischen Zutaten. Das sollte man sich nicht entgehen lassen!

Mein ganz persönliches Fazit der beiden Toskanaurlaube:
Ich habe in wirklich netter Atmosphäre ein tolles Fleckchen Erde kennen und lieben gelernt. Ich war rundherum zufrieden, fand beide Urlaub super entspannend, weil man sich um nichts kümmern musste und würde jedem ohne Wenn und Aber die Reise empfehlen! Ach ja – ein kleiner Tipp für die Weinliebhaber unter Euch: Es wurden auch zwei Weinproben pro Woche angeboten, die ich aber nicht mitgemacht habe, da ich kein Weinliebhaber bin.
Aber für alle Gleichgesinnten: Der Averna schmeckt im Heimatland fast noch besser 😉
Unterschiedlich in den zwei Wochen war, dass die ersten beiden Saisonwochen wohl noch nicht ganz durchgeplant waren und auch ein kleineres Frosch-Team alles organisiert hat als die letzte Saisonwoche. Anfangs gab es beispielsweise nur 1 Stunde Schnupper-Walken, Ende der Saison gab es 3 x die Woche 1 Stunde Walken mit Anleitung. Weiter gab es 2 Stunden Wellness pro Woche (Handmassage, Maske etc.) sowie Entspannungstraining unter Anleitung, diese Angebote fielen in den ersten beiden Saisonwochen weg. Unterm Strich fand ich aber alle Wochen total klasse und habe rein gar nix vermisst!!!

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