2. Juli 2013

Toskana 16.-23.06.2012

Reisebericht von Jörg B.
FROSCH Reiseziel Sportclub Fattoria San Antonio in Montaione, Italien

Neun sportarme Monate Kälte, Regen und grau-in-grau lassen hier und da den Gedanken ans Auswandern näher rücken als es rational gut ist… besonders, wenn auch im Juni weder Sommer noch Sonne in Sicht ist. Gut, dass es Fluchtmöglichkeiten wie diese gibt:

Lange darauf gefreut, ist es Mitte des Monats endlich soweit – die Bikes auf dem Auto verstaut, fahren meine Freundin und ich knapp 900 km Richtung Süden. Wir gönnen uns noch einen 2tägigen Zwischenstopp in der östlichen Toskana und stimmen uns auf wie bestellte > 30°C bei prallem Sonnenschein ein, bevor wir am Sonntag in Ruhe über die Landstraßen bis nach Montaione cruisen.

Die Villa da Filicaja liegt ein wenig vom Ort entfernt an einem Hausberg, der seinen Namen hier tatsächlich auch verdient, die Einfahrt ist standesgemäß, das Anwesen liegt etwas zurück mit fantastischer Aussicht auf die Umgebung. Hausleiterin und Wanderguide Dany empfängt uns sehr herzlich, Grafen-Kater Merlino sieht sich die Szenerie routiniert-gelassen an und schleicht sich. Bis zum Zimmerbezug ist der Poolbereich ein idealer Platz, und nachdem wir am Nachmittag  die Koffer in die obere Etage geschleppt haben, kann der Urlaub beginnen.

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Tim, einer unserer Bike-Guides für diese Woche, lässt uns unsere mitgebrachten Räder an der Bikestation unterbringen, wir haben etwas Zeit für einen ersten Austausch zu Touren und Umgebung – Vorfreude macht sich breit. Zum Abend sind fast alle eingetroffen, und wir haben das Glück, wetterbedingt die erste Gruppe zu sein, die dieses Jahr hier auf der Außenterrasse essen. Vor zwei Wochen hatte es hier noch um die 8°C… unvorstellbar. Wir genießen die Wärme und fangen beim untereinander Kennenlernen an, die Weine der Fattoria zu verkosten – 7 Weine und 7 Tage versprechen eine sehr sinnvolle Kombination 🙂

Der nächste Morgen: Bike-Einweisung durch Tim, Joey und  Judith, die uns durch’s übliche Ritual führen und dann gut gelaunt auf die Einführungsrunde mitnehmen. Die Mischung aus sprunghafter Hitze und einem fast sportfreien Winter lässt den Hausberg, der bei fast allen Touren zu bewältigen ist, hier und da doch zu einer Aufgabe werden. Ist man drüber, wird man mit umwerfenden Ausblicken belohnt und kann sein Auge über die toskanische Hügellandschaft schweifen lassen. Die Strecke ist abwechslungsreich, macht Spaß und führt am Ende der 25 km zur Eisdiele in Montaione – eine verdiente und leckere Belohnung, und das Bike ist endlich frei vom Winterstaub.

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Unterbrochen wird das Bike-Programm von einem gelungenen Ganztags-Ausflug nach Florenz – nach einer Stadtführung und einer zufälligen Begegnung mit Lothar Matthäus, der beim Fotografieren ins Bild lief, sehen wir uns die Stadt auf eigene Faust an, kühlen uns mit Martini Rosso und Crodino Spritz und lassen den „Abendessen-freien Abend“ im Garten unter den Bäumen des „I‘ Ciampa“ bei Vernaccia und hervorragender Pizza in Montaione ausklingen.

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Die Bike-Touren werden stückchenweise interessanter, was Länge und Höhenmeter betrifft; die Gegend bleibt traumhaft, die Sonne versucht offensichtlich, den Winter innerhalb einer Woche auszugleichen – es ist mehr als warm, und das kalte „Moretti“ in der praktischen 0,66l-Flasche am Pool nach den Touren tut extrem gut, wo ich auch auf meistens auf meine Freundin treffe, die hitzebedingt das „Extrem-Pooling“ zu einer weiteren Sportart erklärt hat  🙂 .

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San Gimignano kann man sich auf drei Arten erarbeiten: durch Wandern, durch die Biketour P wie Plüsch oder S wie Schwer. Wir teilen uns halbwegs gleichmäßig auf und kommen in eine sehr schöne und fantastisch erhaltene Stadt, die zum Bummeln und Seele baumeln lassen einlädt. Das Eis ist weltmeisterlich, die Vielfalt an Souvenirläden beeindruckend, die schattigen Plätze in der Nähe der Geschlechtertürme sehr gern frequentiert, und die kühlen Aperol Spitz tun mehr als gut, bevor es am späten Nachmittag Richtung Montaione zurückgeht.

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Abends werden wir, wie übrigens bis auf den freien Abend die ganze Woche über, vom Cantina-Team Chan („ich koche nur so nebenbei“) und Maike mit einem sehr leckeren Essen und allem Service drumherum auf der relaxten Terrasse im Angesicht der Villa verwöhnt – grafschaftlich eben… 🙂

Bike-Guide Joey reist am Donnerstag ab, Wanderguide Rebekka kommt neu dazu – es bleibt unverändert gut: die jetzt noch anstehenden Bike-Touren laufen unter der Rubrik „Tim’s Lieblingstouren“ und können allein deshalb schon nicht langweilg sein… die „Königsetappe“ mit 58 km und irgendwo zwischen 1.200 und 1.500 HM (hier streitet Garmin mit anderen GPS‘) sorgt bei > 30°C für Abstinenz auf der Teilnehmerliste – ich habe tatsächlich 2 Teamer für mich allein und genieße diese VIP-Tour mit Tim und Judith nach San Miniato. Wir fahren durch noch einmal ganz anderes Gebiet, haben atemberaubende Aussichten, „schöne“ Anstiege, die wir irgendwann zu „Bodenwellen“ deklarieren, gönnen uns einen Caffé oben beim Turm in diesem angenehm untouristischen Örtchen und gehen dann zum trail- und anstiegintensiveren Rückweg über. An dieser Stelle nochmal ein ganz dickes Danke an Tim & Judith für eine superschöne Biketour! .

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Am Abend sind wir von Frosch alle ins Carpe Diem in Montaione eingeladen; wir lassen uns verschiedenste Antipasti und Primi Piatti schmecken, um danach gut gelaunt in den Pub weiter zu wandern und Spaß beim Kickern zu haben.

Nach dem Frühstück geht es auf die letzte Tour – kürzer, dafür trail- und anstieglastiger. Wir sind wieder eine deutlich größere Gruppe, lachen und fluchen uns die Teilstrecken weg, an denen wir uns tief auf die Lenker kauern müssen, fahren durch einige schöne Schotter- und Waldstrecken und haben uns den Abschiedsabend verdient, als wir gut gelaunt wieder an der Villa ankommen.

Die Abschiedsabend-Party sorgt noch einmal für das Gefühl, am richtigen Platz zu sein und morgen gar nicht weg zu wollen… ein letztes Mal Chianti von der Fattoria im Glas, die letzten Tage Revue passieren lassen, tanzen…. Nach einem letzten Frühstück und einer tollen Woche, die wir beide sehr schön fanden, geht es 900 km zurück Richtung Norden…

Vielen Dank an dieser Stelle an das klasse Frosch-Team in unserer Woche und viele Grüße an unsere Miturlauber – und natürlich an Merlino!

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