20. Dezember 2010

Trekking für „alle“ auf Kreta im September/Oktober

Reisebericht von Ellen Jahnke (Ellen.Jahnke at gmx.de)
FROSCH Reiseziel Kreta

Bei Trekking-Reisen dachte ich bisher immer: „Das ist nichts für mich. Immer das ganze Gepäck schleppen, daher nur wenig mitnehmen können, in Zelten übernachten, nur in den Bergen kraxeln und mit geübten „Trekking-Fans“ kaum mitkommen…“

Frosch bietet aber etwas, das mich eines Besseren belehrt hat: Die Trekking-Reisen, speziell die einwöchige Reise auf Kreta. Nachdem ein anderer Frosch so begeistert davon erzählt hatte, habe ich mir den Text dazu im Katalog angesehen und die Reise dann gleich gebucht – und siehe da, es war toll!

Dass die Reise zu einem besonderen Erlebnis für die Teilnehmer wurde, lag vor allem auch an unserem Guide. Ein Super-Lob und Dank für einen tollen Urlaub geht an den griechischen Österreicher Jonathan – und an Kreta!!!!!

Die Reise

Der Flug geht bis Chania, dann geht es per Kleinbus weiter in den Südwesten Kretas, genauer in den Ort Paleochera. Die Fahrt dorthin dauert ca. eine Stunde.

Nach der ersten Übernachtung dort in einem netten kleinen und sauberen Hotel geht das Abenteuer Trekking mit Frosch gleich am nächsten Morgen los: Das Gepäck wird auf einen Pick-up geladen und beginnt seine eigene Reise zum nächsten Zielort, den die Gruppe wandernd erreicht. Dies ist im Verlauf der Woche immer gleich. Der Gepäcktransport und auch alles sonst bei der Reise ist super organisiert und klappt reibungslos.

Vor dem Start oder unterwegs gibt es bei jeder Wanderung Gelegenheit, sich mit Proviant zu versorgen.

An diesem ersten Tag ging es zum „Einwandern“ zunächst am Meer entlang, immer wieder mit schönen Ausblicken, später einen Berg hinauf auf eine Hochebene und dann wieder runter zum Meer bis nach Sougia.

Wir haben für diese abwechslungsreiche Tour in einem normalen Wandertempo, wie es Urlaubswanderer gut schaffen, etwa 5 Stunden gebraucht. Die Zeit reichte in Sougia sogar noch aus, um ins Meer zu springen und am feinen Kiesstrand zu entspannen.

Das Wetter (Ende September) war an dem Tag merkwürdig: Total schwül und bewölkt (28 Grad um 9:00 Uhr).

Abends gab es das Essen dann direkt am Meer – und das Gepäck war auch wohlbehalten angekommen. Super!

Nach dem Frühstück mit Blick aufs Meer gab es eine schöne Schluchtenwanderung durch die Irini-und Figou-Schlucht und einen Anstieg auf die Hochebene nach Omalós. Die Anstiege und Abstiege der Tour waren auch für mich als reine Urlaubswanderin gut zu schaffen und es blieb immer Zeit, die Gegend zu genießen. Auch an dem Tag waren wir so ca. 5 Stunden unterwegs. Auf der Hochebene gibt es dann nicht viel zu sehen und an diesem Tag war es super kalt – kein Wunder, liegt der Ort doch auf 1.000 m! Dafür gibt es abends lecker und reichlich Essen J.

Am nächsten „frischen“ Morgen ging es per Kleinbus zum Start der Wanderung auf den Gingilos (2080 m). Warm wurde uns ganz schnell, weil es erst mal richtig bergauf geht. Und je mehr die Sonne rauskam, desto wärmer wurde es… Die Wanderung war wieder was ganz anderes als an den Tagen zuvor und die Ausblicke sind beeindruckend. Auch hier war wieder alles gut schaffen. Allerdings könnte jemand Problem bekommen, der Höhenangst hat. So musste eine von uns z.B. leider auf dieser Tour irgendwann umkehren.

Abends gab es für uns im Hotel dann tatsächlich ein Kaminfeuer, denn auf dem Abstieg hatte es begonnen zu regnen. Kaum zu glauben, dass wir Tage davor und auch danach wieder im Meer schwimmen waren J.

Die Samaria-Schlucht war am nächsten Tag unser Ziel und bei strahlendem Sonnenschein ging es los Richtung Meer. Auch diese Wanderung war in ihrer Art einzigartig und es gab viele unterschiedliche Eindrücke in der Schlucht, die ihr Aussehen immer mal wieder änderte. Weil wir spät genug gestartet waren, war der große Strom der Touristen schon weg, sodass wir die Schlucht fast für uns allein hatten.

Am Zielort Agia Roumeli hatten wir wieder genug Zeit, schwimmen zu gehen. Und dann gab es dann mal wieder lecker Essen und extra für uns noch Strom vom hauseigenen Generator. An der Küste war der Strom ausgefallen… Weil dies immer mal wieder vorkommt und die Generatoren nicht immer und überall die ganze Zeit laufen, sollte man auf jeden Fall eine Taschenlampe in den Urlaub mitnehmen.

Bei der nächsten Wanderung ging es eher entspannt an der Küste entlang Richtung Loutro. Auch an diesem Tag war es schon morgens richtig warm. Diese Wanderung bot auch wieder Abwechslung und nette Ausblicke, lediglich das letzte Stück vor der Superbadebucht zog sich etwas, aber das Ziel entlohnt dafür. Nach einem Bad in der Bucht geht es dann mit einer Endspurtwanderung bis nach Loutro ins Hotel.

In dem Ort ist schon etwas mehr Tourismus vertreten, aber noch immer ist es eher ruhig. Kaum verwunderlich, ist der Ort doch nur zu Fuß oder per Boot erreichbar.

Schön ist es auf der gesamten Tour, wie viele Sterne abends zu sehen sind, weil die Küste kaum Beleuchtung hat.

Nach einem Anstieg von Loutro aus, der uns viel heftiger angekündigt wurde, als er nachher tatsächlich war (wie schön J!), ging es nach einem sehr schönen Stopp mit Käse, frischem Brot und Tomaten sowie tollen „Keksen“ durch die Aradenaschlucht zurück nach Loutro. Zwar „wieder eine Schlucht“, aber auch die sieht wieder anders aus als die anderen, sodass die Wanderungen auf der Reise nicht langweilig werden.

Tja, und dann war die Woche schon vorbei und es ging per Fähre in den nächsten Hafen und per Kleinbus zum Flughafen. Es war ganz schön anstrengend, aber sehr interessant und man bekommt richtig viel von der schönen Landschaft zu sehen. Klasse!

Fazit

Unser Guide Jonathan war super. Er hat dafür gesorgt, dass alle gut mitkommen, hat nicht zu viel und nicht zu wenig zu Land und Leuten erzählt und das Besondere: Er lebt auf Kreta und spricht Griechisch, sodass er sich super verständigen konnte.

Die Trekking-Reise ist eine Light-Trekking-Version, bei der das Gepäck transportiert wird und man nur seinen Tagesrucksack tragen muss. Die Wanderungen sind mit normaler Kondition gut zu schaffen. Jede Wanderung hat ihren eigenen Reiz und bietet eigene Landschaften.

Die Transfers zum und vom Flughafen dauern so ca. eine Stunde.

Die Hotels und Pensionen sind sehr unterschiedlich von richtig gut bis „naja, sollte man renovieren und mal richtig putzen“. Irgendwie war aber alles OK, wenn man so durch die Natur Kretas wandert. Das Essen ist von OK bis richtig gut. Selbst beim Frühstück gibt man sich Mühe (auch von super bis OK), obwohl man in Griechenland ja eigentlich nicht wie bei uns frühstückt.

Nett sind die Leute überall und nehmen die Frösche zuvorkommend auf.

Die Landschaft ist sehr schön und abwechslungsreich. Viele Kreta-Urlauber sagen, der Südwesten sei die schönste Gegend Kretas.

Tipps

Beim Einkauf des Proviants gibt man nicht viel Geld aus und kann sich immer gut versorgen. Die Preise sind OK, insbesondere für die Insellage; eine Cola z.B. kostete 1,50 Euro, Wasser 1,5 Liter auch 1,50 Euro. Ich habe so alles in allem ca. 100 Euro ausgegeben für Wasser, Proviant, Trinkgelder, Getränke abends usw.

Wer hat, sollte ruhig Wanderstöcke mitnehmen, die bei Abstiegen Entlastung bringen können.

Die Stecker deutscher Geräte passen in die Steckdosen.

Für „Langhaarige“ bewährt es sich, einen Fön mitzunehmen.

Toll ist die Reise sicher auch im Frühling, wenn alles blüht. Wir haben davon nicht mehr so viel gesehen, aber grün war es noch. Es war auch im September/Oktober richtig warm, sodass wir meist in kurzen Hosen und T-Shirts wandern konnten, es sei denn, es „tröpfelte“ mal oder ging auf den Ginglios.

Sonnenuntergänge bekamen wir leider nicht zu sehen, ein Sonnenaufgang in Loutro war aber sehr schön….

Mücken gab es bei unserer Wanderzeit (September/Oktober) keine.

3 Gedanken zu „Trekking für „alle“ auf Kreta im September/Oktober

  1. Ute

    Schöner Reisebericht……kann mich nur anschliessen. Habe die Reise im Frühsommer gemacht und fand unsere Trekking-Gruppe und Guide J sehr gut!

    Viele Grüße an J und seine bildhübsche Frau!

    Ute

  2. Jens

    Kann mich dem auch nur anschliessen!
    Habe die Reise auch im Frühsommer gemacht, wie Ute.
    Echt klasse, Gruppe so wie J.
    Leider konnte die Verlängerung nicht an die Trekking Tour heranreichen.

    Grüße auch von mir an J und an die Teilnehmer unserer Gruppe.

    Jens

  3. Brigitte

    War ebenfalls mit Jens und Ute in der Gruppe. Das Lob für Jonathan kann ich nur unterstreichen.
    Als einzigen Oldie haben mich die Gruppe und vor allem Jonathan gut aufgenommen.
    Das Highlight für mich war die Aradena Schlucht, an die ich mich ohne Jonathans Fürsorge nicht heran getraut hätte.

    Das Preis-Leistungsverhältnis stimmte, das Essen war mit wenigen Ausnahmen ganz köstlich.

    Grüße an die Gruppe und vor allem Jonathan

    Brigitte

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich akzeptiere