4. Juli 2012

… und der Tag am Meer

Agios Georgis, Korfu (9.-16. Juni 2012)
Reisebericht von S. H.

147 Tage lagen zwischen unserem grandiosen Skiurlaub in Saalbach-Hinterglemm (s. „Von der Kaulquappe zum Goldfrosch“ (https://www.frosch-blog.de/von-der-kaulquappe-zum-goldfrosch/4763) und dem Sommerurlaub auf Korfu. 147 Tage dauerte unsere unbändige Vorfreude. Und das zu recht.

Dass das ganze Unterfangen „Frosch Sportreisen“ heißt und nicht „Frosch Rumliegereisen“ war uns durchaus bereits zum Zeitpunkt der Buchung bewusst, wurde dann allerdings auch vor Ort auf’s vorbildlichste umgesetzt. Davon konnten uns auch kleinere oder größere Verletzungen nicht abbringen. Wenn sich der Arbeitsalltag überwiegend drinnen und zumeist vorm Computerbildschirm abspielt, bildet eine Woche in action unter dem durchgehend wolkenlos griechisch-blauen Himmel einen willkommenen Gegenpart. Die Vorstellungen darüber, wie die Urlaubsaktivitäten ablaufen könnten, waren bei uns in etwa diametral entgegengesetzt. Während meine mitgereiste Freundin auf jeden Fall unter Anleitung eines knackigen Kite-Instructors über die Wellen durch die Luft gen Sonnenuntergang fliegen (und im übrigen professionell am Strand rumliegen) wollte, sah ich mich eher (nicht) eine Woche lang im Neoprenganzkörperanzug Trockenübungen am Strand absolvieren. Also fix fürs Beachvolleyballcamp angemeldet. (Aus Gründen der fairen Berichterstattung sei hier aber erwähnt, dass der dreitägige Kite-Kurs spitzenmäßig ankam, der Neoprenanzug in Wahrheit kurzärmlig war und die Trockenübungen sich auf die Einführung am ersten Tag beschränkten, wie mir aus vertrauenswürdiger Quelle zugetragen wurde.)

Die Sportmöglichkeiten in Agios Georgios sind nahezu unbegrenzt. Den Bewohnern von Dio (Appartments), Paradise (Hotel Singlereise) und Hotel San Giorgio, für das wir uns u.a. aufgrund der Nähe von etwa 10m zum Strand entschieden hatten, stehen neben Beachvolleyball und Mountainbiken (MTB) auch Wanderungen, ein abwechslungsreiches Fitnessprogramm und natürlich das komplette Wassersport-Angebot (Windsurfen, Kiten, Cat-Segeln, SUP) zur Verfügung. Erstaunlicherweise wurde Schwimmen vom Wassersport-Chef persönlich großzügig nicht als Wassersport gezählt – !? Vermutlich, weil man sich dabei über Luv und Lee so gut wie überhaupt keine Gedanken machen muss.

Nachdem man den Tag wahlweise bei Strech- und Relax-Kursen im Garten der Hotelanlage beginnen (oder sich stattdessen im Bett ausstrecken und noch einmal rum drehen) konnte, wurde das Frühstück auf der Sonnenterrasse eingenommen. Vielleicht sollte den alten Griechen diesbezüglich mal jemand erklären, dass Sechskornbrot nicht bedeutet, zu Dekozwecken sechs Körner am Rand einer Weißbrotscheibe zu befestigen. Wie auch immer.

Ausreichend gestärkt nahm ich vormittags meistens an den am Vorabend vom zuständigen Teamer in den schillerndsten Farben ausgemalt angekündigten MTB-Touren teil. Die 600 Höhenmeter waren dabei allerdings wohl nur am Rand erwähnt worden. (Oder vielleicht hatte ich auch noch Poolwasser im Ohr.) Nachdem man also das gesamte Lungenvolumen kennenlernen und ausschöpfen konnte, war der traumhafte Blick über die Insel, das Meer und bis auf die Berge Albaniens aber eine angemessene Belohnung. Die freundlich hupenden und grüßenden Bergbewohner haben sich allerdings vermutlich gedacht, wir haben nicht mehr alle Speichen am Rad, bei der Hitze die Berge hoch zu asten. Es empfiehlt sich jedenfalls, früh loszufahren. Runterrollend durch den Halbschatten malerischer Olivenhaine, den Fahrtwind im Gesicht, schweifte der Blick über die italienisch anmutende Landschaft. Besonders empfehlen kann ich die Ausflüge nach „Notos Beach“ und die „Power Gordis Tour“. Während der Rast in einer direkt vor den türkisblauen Wellen gelegenen Taverne bei leckerem griechischen Joghurt mit Honig und Walnüssen fühlte man sich fast wie in der Karibik, was ungleich schöner war, als aus Münster und Berlin zeitgleich 13°C und Dauerregen gemeldet wurden. MTB-Räder standen uns in der Woche – evtl. auch aufgrund der in unserer Woche vergleichsweise geringen Reiseteilnehmerzahl – jederzeit ausreichend zur Verfügung, so dass man auch auf eigene Faust den Süden Korfus erkunden konnte. Auffallend viele richtungsweisende Schilder gaben „500m“ als Standard-Entfernung an – und dies interessanterweise ziemlich unabhängig davon, welche Strecke man zwischen zwei Schildern bereits zurückgelegt hatte. Möglicherweise wird der Ankauf von Schildern in Griechenland günstiger, wenn man gleich eine Vielzahl bestellt. Besonders hilfreich waren auch die in ca. zwei Meter Luftlinie von der Wasserkante platzierten Hinweistafeln „To the beach“. Bloß gut, dass wir die nicht übersehen haben!

In der Zeit, in der wir weder kiteten bzw. radelten oder Volleyball spielten, standen uns Strand oder Pool (etwa 10-15m lang) zur Auswahl. Die schöne Hotelanlage, in der wir auf Poolliegen im Halbschatten der Bäume entspannte Stunden zubrachten, bietet neben dem Beachvolleyballplatz, einem Tennisplatz, einer Tischtennisplatte und – für die Hochseilartisten – einer Slackline, an der Poolbar eine große Auswahl der besten Eissorten (und ich weiß, wovon ich rede!) und verschiedener Snacks. Richtig lecker gegessen wurde abends in der Mango-Bar auf der gegenüberliegenden Straßenseite auf der Terrasse am Meer. Daniel, Kickerkönig und bereits in Saalbach Koch unseres Vertrauens, zog wieder alle kulinarischen Register, oftmals für die Frösche aus allen drei Häusern zusammen. Nachdem die Sonne hinter einem (oder auch mehreren) Glas Ouzo („Was trinkst Du so?“) untergegangen war, verfolgten wir auf einer großen Leinwand die Vorrundenspiele der EM oder spielten selber FuBa beim traditionellen Kickerturnier. Sofern man auf die Zuordnung des Mitspielers Einfluss nehmen kann, sei die Wahl eines (ganzjährigen) Frosch-Teamers dringend angeraten.

Für die Volleyballer war der krönende Abschluss einer schweißtreibenden Woche das Mitternachtsturnier bei Flutlicht in Kombination mit einer Poolparty. Zunächst zeigten uns die Profis, wie es aussehen sollte, bevor die Fun-Teams den Platz betraten. Aufgrund ausgeklügelter Trainingstaktiken zu den unterschiedlichsten Tageszeiten – wobei es insbesondere mit Blick auf die Hitze gar nicht so schlimm ist, um 7.30h Volleyball zu spielen (schlimm ist allerdings durchaus, im Urlaub dafür um 7.15h aufzustehen!) –, erreichte unser Team das Finale und belegte einen respektablen zweiten Platz (und: Ja, es sind mehr als zwei Teams angetreten!). Dieser Erfolg war durchaus nicht vorhersehbar, da ich mich im Training teilweise an unsere Schulsportlehrerin erinnerte, die Woche für Woche zu ihrem Leidwesen eindrucksvoll vorgeführt bekam, dass es sich bei unserem Volleyballkurs durchaus nicht um die Kaderschmiede des USC Münster handelte. Trotzdem wurde sie nie müde, uns elanvoll anschreiend daran zu erinnern, dass „Volleyball ist ein Laufsport!“ und dass „Nimm Du ihn, ich hab ihn sicher!“ keine Option darstellt.

Am letzten Abend schließlich stiegen nach dem Candlelight-Dinner die griechischen Götter vom Olymp zu uns herab (erstaunlicherweise ähnelten sie dem ein oder anderen in Bettlaken gewandeten Teamer verblüffend), um die Spitzensportler des MTB-Rennens auf den Hausberg (Chlomos), der für den gemeinen Hauptstadt-Radler schon ohne Zeitdruck durchaus nicht unanstrengend zu erklimmen war, und die Gewinner des Volleyballturniers zu ehren. Nicht erst aber besonders auf dem nächtlichen Weg vom Partygeschehen zurück ins Hotel hob sich unser Blick noch in einen beeindruckenden Sternenhimmel.

Nachdem die Füße jetzt – zurück in Berlin – wieder (länger als zwei Minuten am Stück) sauber sind und auch kein Poolwasser mehr den Gehörgang blockiert, nachdem Sonnencreme und Mückensalbe wieder im Schrank verstaut sind, lässt sich als Fazit festhalten, dass Korfu alles bietet, was ein 1a Sommerurlaub braucht – wobei darüber, was dies beinhaltet, die Meinungen ruhig auseinander gehen dürfen.

3 Gedanken zu „… und der Tag am Meer

  1. Tina

    Hallo Steffie, da hast du die Urlaubswoche aber fantastisch aufgearbeitet und mich gleich wieder in Urlaubsstimmung versetzt. (War gerade noch im Garten auf der Slackline und muß sagen, dass tägliche Training in Korfu hat schon was gebracht). Ansonsten für alle die sich Korfu als nächstes Urlaubsziel überlegen: Ich kann`s auch nur empfehlen. War eine super Woche mit ganz viel Sport und netten Leuten. Beim Kite surfen, sind wir auf Grund von Windmangel in den ersten Tagen leider nur bis zu diversen Wasserstartversuchen gekommen, aber da kann man ja jederzeit wieder einsteigen.
    Aber auch MTB, Slacklinen, Schwimmen, Joggen, Joga…… hat den Tag reichlich ausgefüllt. Immer gerne wieder. Wenn man noch etwas Kultur (mit Korfu Stadt oder dem Bootsausflug) haben möchte sollte man auf jeden Fall 2 Wochen buchen. Aber als nächstes steht wohl erstmal wieder der Skiurlaub im ONU an. Vielleicht überlegt ihr es euch ja noch und kommt auch mal nach Champery. (Wer braucht schon so viel Apré Ski?? 😉 Bis bald dann mal.

  2. Hendrike

    🙂 großartig. Da hatte wohl jemand richtig Spaß im Urlaub! Und die Bilder sind auch sehr einladend. Diesen Sommer war es ja noch Paris, aber im kommenden Jahr steht Sportreise mit Fröschen oben auf der Agenda!

  3. Anja

    Hallo Steffie,

    coooooool, nun freue ich mich noch mehr, dass ich
    a) ab Samstag Korfu und das Drumherum kennenlernen darf
    b) zwei Wochen gebucht habe 🙂

    LG Anja

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