26. Januar 2012

Von der Kaulquappe zum Goldfrosch

Reisebericht von S. H.
FROSCH Reiseziel Sportclub Thuiner in Saalbach Hinterglemm, Österreich

Wer in Münster aufgewachsen ist, kennt „Frosch“ zumindest von der Leinwand. Im Kino wurde regelmäßig – zumindest als ich noch Gast im „Schlosstheater“ oder „Cinema“ war – kurz vor dem Hauptfilm eine Werbung eingeblendet, in der Fotos von gekonnten Ski-Stunts in traumhaft sonnig verschneiten Landschaften gezeigt wurden. Zugegeben: Das hat mich nicht weiter tangiert, bis ich – 12 Jahre nach meinem Wegzug aus Münster – Anfang Januar ziemlich spontan meine erste Froschreise angetreten habe. Skifahren in Saalbach-Hinterglemm!

Ein Shuttleservice brachte uns vom Salzburger Flughafen direkt zum Sportclub Thuiner, wo mich ein offensichtlich erst kürzlich renoviertes, sauberes und gemütliches Zimmer (Kategorie B) und die von der Übernacht-Busfahrt aus Münster leicht derangierte Freundin bereits erwarteten. Nachdem wir uns auf dem speziellen Saalbach-Fernsehkanal über das Wetter in den kommenden Tagen und den aktuellen Betrieb auf der Flutlichtpiste in Hinterglemm – den man alternativ auch mit einem Blick vom Balkon hätte klären können – informiert hatten, lernten wir beim Begrüßungscocktail erste Mitreisende kennen, mit denen wir im Laufe der Woche noch viel und herzlich lachen sollten („Selig sind die Skifahrer!„).

Die über Frosch reservierte erforderliche Ski-Ausrüstung konnte ich mir unproblematisch beim „Gumpi“ (Gumpold Skiverleih) des Vertrauens in Hinterglemm leihen. Insbesondere der Helm, den ich jedem dringend anrate – safety first! –, fuhr dabei allerdings eindeutige Punktabzüge in der B-Note ein. Er verlieh nahezu jedem Träger für eine Woche eine dezente „Vollhorst“-Note. Interessanterweise handelte es sich bei dem Helm aber um den einzigen Gegenstand, der in unserer Reisegruppe nicht zumindest kurzzeitig den Besitzer wechselte, wohingegen einige Mitreisende sich partout nicht merkten konnten, wo genau sie ihre Skier/Schuhe im Skikeller geparkt hatten, und für einige Aufregung sorgten, als sie bedenkenfrei mit den Geräten anderer Personen loszogen. Eine sichtbare Markierung der eigenen Ausrüstung zur Unterscheidung fremden Equipments sollte daher in Betracht gezogen werden.

Da in der 15jährigen Skipause andere Bretter für mich die Welt bedeuteten und auch meine Höhenangst in dieser doch beachtlichen Zeitspanne erstaunlicherweise gar nicht weniger geworden ist, entschied ich mich am ersten Skitag spontan, an einem dreistündigen Fresh-up-Kurs teilzunehmen, um garantiert sicher wieder an einer Talstation zu landen. Dank hilfreicher Tipps zur Technik vom Frosch-Teamer, erinnerte sich mein Körper zum Glück schnell daran, wie es sich anfühlte, korrekt die Pisten runter zu düsen.

Nach diesem gelungenen Start schlossen wir uns den täglich von verschiedenen Teamern angebotenen Skitouren in unterschiedlichen Schwierigkeits- bzw. Schnelligkeitsstufen an und erkundeten den abwechslungsreichen Skicircus Saalbach-Hinterglemm – oder zumindest das, was man an einigen Tagen davon sehen konnte. Schnee war jedenfalls ausreichend für alle da in dieser Woche! Während einige Fotos im Nachhinein eher aussehen, als hätte man versehentlich ein Glas Milch abgelichtet, bestaunten wir an manchen Tagen in feinstem Sonnenschein ein atemberaubendes Bergpanorama und verbrachten unsere Mittagspause Mitte Januar im T-Shirt auf einer der geselligen Hütten. (Nur eben eine MMS an die Kollegen daheim im Büro – mit trüben Graupelschauern vorm Fenster – versandt…) Die Frosch-Teamer warnten uns auf der Abfahrt nach Leogang umsichtig vor der „Leo-Gang“ und, was für mich einfach aussah wie, nunja, sagen wir… Berge, bekam durch die Anekdoten unser Tourguides einen Namen und eine Geschichte. Wer nach Saalbach fährt, wird selbst erfahren, wovon ich rede…

Nach viel Bewegung an der frischen Luft konnten wir unseren Flüssigkeitshaushalt spätestens beim Après-Ski wieder auffüllen, der von verschiedenen Fraktionen (und je nach Sonnenstand oder Gemütlichkeit der jeweiligen Hütte) zu unterschiedlichsten Tageszeiten eingeläutet wurde. Zwar wird schlechte Musik nicht per se durch Lautstärke oder den Live-Vortrag von zwei komischen Kauzen und einen tanzenden Eisbären besser – ab einem gewissen Pegel aber durchaus erträglich. Getreu dem Motto „Jeden Tag – Hinterhag“ tanzten wir also tapfer in drückenden Skischuhen, mit Helmfrisur und in zu warmer und nicht durchgehend topmodisch anmutender Skikleidung zumeist auf der überfüllten Hinterhag-Alm, im Goassstall oder auch direkt am SC Thuiner.

Um 19h fanden sich die meisten „Skihaserl und -frösche“ wieder im SC Thuiner ein zum allabendlich köstlichen 4-Gänge-Menu. Am letzten Abend wurde hierbei sogar allerliebste Traumschiff-Atmosphäre mit Wunderkerzen und passender Musik erzeugt. Wahrlich ein Traum!

Zum Tagesausklang erwarteten uns abwechselnd verschiedene Getränke-Specials an der geselligen Bar, ein Kickerturnier, Discoabende und ein Bergfest (im eigentlichen Wortsinn). Mit der Snowtrain schunkelten wir vom Haus zur Gondel und hoch zum Bergstadl. Nachdem wir das Getränkezelt bereits ordentlich auf dem Tresen gerockt hatten, wurden nach dem Essen in der urigen Hütte Tische und Bänke zum Dancefloor umfunktioniert. Anschließend ging es mit einem malerischen Fackelzug durch den teils tief einsackenden Neuschnee zurück gen Tal, wo dann im Tanzhimmel der Name Programm war. Insgesamt ist positiv zu konstatieren, dass ausreichend gekonnt getanzt wurde in diesem Urlaub. Frosch und Saalbach machen’s definitiv möglich.

Nach einer Woche gepflegten durch-den-Neuschnee-carvens auf den breiten Pisten, die wir teilweise für uns alleine hatten, kann uns ein „Betrug am Berg“ sicher nicht vorgeworfen werden. (Fast) Ohne jegliche Wartezeiten brachten uns Lifte mit Sitzheizung (!!!) zuverlässig wieder und wieder in schwindelerregende Höhen auf bis zu 2.100m.

Das stets freundliche und hilfsbereite Frosch-Team vor Ort hat alle Register gezogen und wesentlich dazu beigetragen, dass wir einen 1a Urlaub hatten. Fest steht: dies war sicher nicht meine letzte Reise mit Frosch. Auf zum „Kiten in Brighton“ (oder auf Korfu)!

S.H., 24.01.2012

Jetzt sitz ich wieder im Büro und frage mich: „Was sollen wir mit Schnee in der Hauptstadt?“ Und während ich so nebenbei die Welt rette und 148 Mails checke, bekomm ich eine SMS von meinem Kollegen. Er verbringt gerade seine Mittagspause in der Alten Schmiede hoch über Saalbach in der Sonne und schreibt: „Die Sonne scheint, die Füße stinken, lass uns noch `n Willi trinken!“


3 Gedanken zu „Von der Kaulquappe zum Goldfrosch

  1. Silke Hütig

    …dass Beste ist: Ich war dabei!! Und kann
    diesen tollen Reisebericht nur bestätigen!!
    Bin schon 7x mit FROSCH in den Skiurlaub
    gefahren, aber Saalbach war die Krönung!!!

  2. Lars

    Cooler Bericht. Und ab Freitag bin ich dann wieder mit Frosch los, das sechste Mal und dabei das erste Mal in den Thuiner…Juhu

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