13. September 2011

Wandern und Biken in Crans-Montana (6. – 13.08.11)

Reisebericht von Ludger Voßkamp [Luvoss at T-Online.de]
FROSCH Reiseziel Sportclub Carlton in Crans Montana, Schweiz

Nach 14 Tagen im Sommer 2009 habe ich erneut einen Sommerurlaub in Crans Montana verbracht und wiederum vielfältige positive Erfahrungen gemacht, die ich nun als Empfehlung virtuell zu Papier bringen möchte. Das Wetter war abgesehen von einzelnen Schauern am ersten Wochenende „wie gebucht“, fast nur Sonnenschein und am Berg ausgesprochen angenehme Temperaturen.

Das Hotel Carlton

Die Unterkunft war mit mehr als 90 Personen, darunter zahlreiche Familien, ausgebucht. Der „Charme der 30er Jahre“ (vgl. Katalogbeschreibung) äußert sich unter anderem in den schönen großen Waschbecken mit schwungvollen alten französischen Armaturen, deren Funktion („C“ für chaud und „F“ für froid) sich auch ohne Französischkenntnisse blitzschnell per „trial and error“ erschließt. Die Schallisolierung der Zimmer ist allerdings auch mehr als „traditionell“, denn die morgendlichen Verkehrsgeräusche, insbesondere der Kehrmaschine, sind kaum zu überhören. Auch die Doppeltüren der Zimmer schließen deutlich hörbar.

Von der im Souterrain gelegenen Bar betritt man eine ausgesprochen schöne Außenterrasse, die nachmittags und an warmen Tagen auch abends zum Verweilen einlädt. Hervorzuheben ist die im obersten Stock gelegene Saunalandschaft mit einem Sonnendeck, von dem aus man einen Panoramablick über die gewaltige Kette von Viertausendern des Wallis genießen kann.

Wandern und Biken

Die hohe Teilnehmerzahl führte zu großen Teilnehmerzahlen beim Wandern und Mountainbiken, zumal einer der beiden MTB-Guides sich wegen einer Knieverletzung auf das „Schrauben“ beschränken musste. Die Gruppengröße der Biker war auf 15 limitiert und deshalb musste man nach der Ansage der Teamer während des Abendessens schnell zur Rezeption sprinten, um sich in die Liste einzutragen, das Biken wurde gewissermaßen zum „Duathlon“.

Nach den leichten Touren an den ersten beiden Tagen war am Dienstag für die Wanderer die „Bisse du Ro“ im Angebot, eine Wanderung entlang jahrhundertealter in den senkrechten Fels geschlagener Wasserleitungen, während der man ziemlich lange über Holzplanken direkt über dem Abgrund wandelt, allerdings gut durch Seile und Geländer gesichert. Da ich diese Tour schon kannte, entschied ich mich für die frisch von Mike ausgekundschaftete „3-Dörfer-Bike-Tour“ mit ca. 500 Höhenmetern: traumhaft blühende Almwiesen, idyllische Dörfer und aufgrund leichter Bewölkung nicht zu hohe Temperaturen ließen mich diesen Ausflug als Genuss empfinden, zumindest bis zum letzten längeren Anstieg hoch nach Crans.

Am Mittwoch wurde keine Biketour angeboten, dafür aber von Jörg, dem Hausleiter, die Besteigung des Trubelstocks, 1200 Höhenmeter „am Stück“ bis auf 2997,8 (!!)m Höhe. Eine Höhenangabe mit einer Stelle hinter dem Komma habe ich noch nirgendwo gesehen! Schweizer Präzision!? Erstaunlicherweise meldeten sich 26 Gäste für diese Tour, von denen 23 (!!) den Gipfel erreichten, so dass es richtig eng dort oben wurde. Nach dem Abstieg erholten wir uns kurz oberhalb des Parkplatzes auf einer malerisch gelegenen Alm, deren Name „Cave du Sex“ eigenwillig ist.

Für mich war es die erste Bergwanderung des Jahres und trotz der Benutzung von Stöcken hatte ich in den folgenden Tagen deutliche Nachwirkungen in den Oberschenkeln, es war eher ein Muskeltiger als ein Kater! Also verlegte ich mich in den folgenden zwei Tagen wieder auf das Biken und wurde nicht enttäuscht, denn Mike bot erneut zwei neue Touren an, eine schöner als die andere. Der Anstieg mit tausend Höhenmetern zum „Petit Mont Bovin“ ließ mich schnaufen wie eine Dampflok, aber der geniale Ausblick und die anschließende lange, sehr abwechslungsreiche Abfahrt mit kurzen Zwischenanstiegen zurück zum Carlton entschädigte für die Mühen.

Am Freitag ging es zunächst in rasender Fahrt hinab ins Tal, dann mit der Seilbahn hinauf nach Vercorin und von dort über eine mittelschwere Strecke bis nach Gremintz, einem uralten pittoresken Bergdorf. Auf dem Rückweg ging es dann wieder nebst kurzen Zwischenanstiegen lange bergab und trotz der Benutzung der „Funiculaire“ von Sion aus hoch nach Montana kamen wir erst um 17 Uhr im Hotel an, gerade noch rechtzeitig, um die letzten Waffeln zu ergattern. Ganz besonderen Dank an dieser Stelle für Mike und seiner „Explorergeist“!

Sonstige Sport- und Spielaktivitäten

Neben den Wanderern und Bikern gab es auch eine Klettergruppe, die sich an der Hauswand und im Fels übte. Ferner wurde ein Nachmittag im Hochseilgarten angeboten. Die Kinder wurden auf vielfältige Weise sportlich und spielerisch betreut, offenbar mit großem Erfolg, denn sie waren kaum wahrnehmbar. Auch für die Erwachsenen wurden abends nach bewährtem Froschmuster verschiedene Aktivitäten durchgeführt.

Kulinarische Besonderheiten

Das reichhaltige Frühstücksbüffet und das abwechslungsreiche allabendliche Viergängemenü ließen, gemessen natürlich am Preis-Leistungsverhältnis, keine Wünsche offen! Zum schweizer Wein, der im Carlton angeboten wird, enthalte ich mich allerdings lieber der Stimme. Hervorheben möchte ich jedoch das immer wieder schmackhafte original schweizer Raclette, bei dem nicht Pfännchen benutzt werden, sondern der erhitzte Käse vom halben Rad abgeschabt wird.

Nightlife

Von einem Ausflug ins Nachtleben von Crans ist dringend abzuraten, kostet doch z.B. ein „Caipi“ 19 Franken, also knapp 19 Euro!! Und an der Talstation der benachbarten Seilbahn bezahlt man einen schlichten Kaffee mit 4 und ein Weizen mit 9 Franken! Dann bleibt man doch lieber in der netten Bar, wo dann neben den geplanten Parties (Welcome- und Farewell-Party) auch nach dem Kickerturnier spontan abgerockt wurde.

Alles in allem war es wieder einmal eine sehr gelungene Woche mit vielen netten Leuten, unter denen man als Single, Pärchen, Alleinerziehende oder Familie leicht Gleichgesinnte findet.

Ludger

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