13. August 2009

Wandern und radeln in Bad Hofgastein 11. bis 25. Juli 2009

Reisebericht von Sigrid Koppelmann (gasteinfroeschin at web.de)
FROSCH Reiseziel Sportclub Parkhotel, Bad Hofgastein – Österreich

Da ich noch nie in Österreich Urlaub gemacht habe und die Beschreibung im Frosch-Katalog mich neugierig machte, habe ich zwei Wochen im Sportclub Bad Hofgastein gebucht. Nach einer anstrengenden Autofahrt bin ich dann am 11.Juli durch den Tunnel ins Gasteiner Tal gefahren. Zuerst erreicht man Dorfgastein, ein nettes kleineres Dorf. Dann kommt man bald an den Ortseingang von Bad Hofgastein, einem gemütlichen Kurort. Das Parkhotel liegt gleich am Ortseingang in einer Sackgasse in der Nähe der Hauptstrasse. Von meinem ruhigen Zimmer im dritten Stock konnte ich auf ein kleines Flüßchen schauen, das direkt hinter dem Hotel entlang fließt. An das dauernde Wasserrauschen mußte ich mich erst gewöhnen, ich habe aber immer sehr gut geschlafen. Am Ende des Tales liegt Bad Gastein. Dort möchte ich nicht Urlaub machen, aber man sollte diesen Ort einmal gesehen haben.

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Die Atmosphäre des Hotels hat mir gut gefallen, obwohl es dort insgesamt etwas enger ist als in den beiden anderen Frosch-Hotels (Onu und Carlton), die ich kenne. Besonders schön ist der Wintergarten, in dem wir meistens gefrühstückt und zu abend gegessen haben. Ich hatte immer das Gefühl, ich würde im Freien sitzen.

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Photo-3Wir haben auch häufig auf der Terrasse gesessen und ich habe abends den Sternenhimmel, das Bier oder den Wein genossen. Das Essen war reichhaltig, abwechslungsreich und immer sehr lecker. Der kompetente Koch Rolf hat uns an fünf Abenden in der Woche mit einem Vier-Gänge-Menu verwöhnt. Beim wöchentlichen Grillabend auf der Terrasse gab es Unmengen von leckerem Grillfleisch, Folienkartoffeln, Soßen, Salaten usw..

Am Dienstagabend hatte Rolf immer frei. Dann ging die ganze Gruppe in ein Lokal und hat einheimische Kost gegessen, die auch sehr lecker war. Man konnte draußen sitzen und hatte einen schönen Blick auf Bad Hofgastein. Die Kinder saßen meistens an ihrem eigenen Tisch und haben sich anscheinend gut verstanden.

Die Kinder hatten ihr eigenes Programm. Es war faszinierend zu beobachten, wie sie alle morgens mit ihren Rucksäcken losstiefelten, angeführt von Martina, der erfahrenen Kinderbetreuerin, und wie sie dann nachmittags zufrieden wieder zurückkamen. Manchmal gingen sie auch anschließend noch an den Badesee. Dort war ich auch einmal. Ich fand das Wasser noch viel zu kalt. Den Kindern hat das gar nichts ausgemacht.

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Ich war zuerst etwas skeptisch, ob es mich nicht stören würde, wenn im Urlaub tobende Kinder um mich herumspringen würden. Aber es war genau das Gegenteil! Die Kinder und Jugendlichen habe ich als Bereicherung erlebt und sie haben mich nie gestört. Als nach der ersten Woche die kleine zweijährige Anna abreiste, war ich richtig traurig. In beiden Wochen gab es eine ausgewogene Mischung von Familien mit ein bis zwei Kindern, Alleinreisenden mit einem Kind, kinderlosen Paaren und Singles. Das fand ich einfach ideal.

Ideal war für mich auch das Sportangebot. Ich habe fast alle MTB-Touren mitgemacht. Es ging über Asphalt, Schotter und Waldwege und unser Guide Peter hat uns freundlich, kompetent und engagiert auf die Berge geführt. Bei der Schnuppertour am ersten Tag waren schon 300 hm zu bewältigen, was einige dann dazu gebracht hat, sich in Zukunft der Wandergruppe anzuschließen. Es muß einem Spaß machen, eine längere Zeit nur bergauf zu fahren. Das zeigte sich bei der Tour zur Wengeralm am Mittwoch. Als wir gegen 9.30 Uhr zu 10 Gästen mit Teamer Peter Richtung Dorfgastein losradelten, waren alle gut gelaunt und voller Vorfreude. Kurz vor dem Dorf ging es dann bergauf. Nach den ersten 50 hm fuhr die erste zurück. Sie hatte es sich anders überlegt und wollte doch lieber einen Ruhetag einlegen. Nach weiteren 50 hm brach der nächste die Tour ab und fuhr zurück ins Hotel. Es war ziemlich heiß und der Weg ging steil bergauf. Als ca. 150 hm erreicht waren, fühlte ich mich so schlapp, dass ich dachte, ich müsse auch bald aufgeben. Bei der ersten Rast war ich nach kurzer Zeit einigermaßen erholt. Peter und Guido sprachen mir Mut zu und sagten, mehr als 20 Prozent Verlust sei nicht akzeptabel, ich müsse weitermachen. Im tiefsten Inneren spürte ich auch, dass ich es schaffen könnte. Es gab dann häufiger Schattenpassagen und wenn es mir zu steil und zu schotterig war, habe ich einfach ein Stück geschoben. Bei der zweiten Pause auf 400 hm war mir klar, ich schaffe es irgendwie zur Alm. Als wir dann nach insgesamt 800 hm mehr oder weniger steil bergaufradeln glücklich und verschwitzt bei der Wengeralm ankamen, wartete Wolfgang schon lange auf uns. Ihn hat es ermüdet, Pausen zu  machen, und er ist in seinem hohen Tempo den Berg hinaufgerast.

Da ich gerne am Berg schwitze, waren die Touren bis 800 hm für mich machbar. Nur bei den Bike-and-hike-Touren und den Touren über 1000hm habe ich gepasst und bin lieber mit Teamerin Ulrike gewandert. Die Wandergruppen waren relativ groß und Ulrike hat sich immer um alle gut gekümmert. Das Wandern hat den Vorteil, dass man mehr von der Natur sieht. Es gab Enzian, Murmeltiere, Pferde und immer wieder traumhaft schöne teilweise schneebedeckte Berge zu sehen.

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Bei jeder Tour gab es eine Rast in einer Alm. Ich hätte nie gedacht, dass es in einem Tal so viele traumhaft schön gelegene und teilweise ganz urige Almen gibt.

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Das Abendprogramm hatte Höhen und Tiefen. Alphaltstockschießen fand ich in der ersten Woche langweilig. Außerdem gab es viele Mücken. In der zweiten Woche konnte ich dieser Sportart schon sehr viel mehr abgewinnen und hatte sogar richtig viel Spaß dabei. Das traditionelle Kickerturnier finde ich immer ganz lustig, obwohl ich gar nicht kickern kann. Die Sportart Nagelcup war für mich ganz neu. Es war schon erstaunlich, wie manch einer seinen Nagel traf. Am Ende der ersten Woche gab es leider keine Abschiedsparty, was mich sehr erstaunt hat. Glücklicherweise hat es dann am Ende der zweiten Woche noch geklappt, dass getanzt wurde und ein wenig Partystimmung aufkam. Die diversen Ratespiele waren lehrreich und amüsant. Peter und Ulrike haben sich immer gut vorbereitet und uns zu Höchstleistungen angespornt.

Insgesamt war der Urlaub für mich optimal, eine schöne Mischung aus Sport, Spaß, Kommunikation und Naturerleben. Vielen Dank an alle Teamer, besonders an Ulrike und Peter, und an alle supernetten Mitreisenden, besonders an Guido, ohne dessen moralische Unterstützung ich die Wengeralm nie erreicht hätte!

2 Gedanken zu „Wandern und radeln in Bad Hofgastein 11. bis 25. Juli 2009

  1. Wolfgang

    Ich kann dem hier aufgeführten nur zustimmen. Von den 6 Froschurlauben, die ich mitgemacht habe, war das einer der besten. Und wem die „normalen“ Biketouren nicht ausreichen, der kann mit Peter dem Mountainbikeguide die Kombination Fulseck- Kreuzkogel fahren (1500 Hm)

  2. Ute

    Ich war ab 31.07.09 für 2 Wochen im Parkhotel und kann zustimmen, dass das Gasteiner Tal für einen Mountainbike und Wanderurlaub ideal ist. Ich würde allerdings Sportgastein nicht ausklammern….ganz im Gegenteil….ein Eldorado für alpine Bergtouren. Und die Bike&Hike-Touren von Hausleiter Holger sind das Highlight schlechthin….warum soll man nur eines machen, wenn man beides haben kann, mountainbiken und wandern. Für mich fehlten im Sportclub Tageswanderungen, denn die angebotenen Wanderungen waren alle zeitlich auf das Kinderprogramm abgestimmt. Gut für die Familien, für Paare und Einzelreisende hieß es nach Alternativen zu suchen. Aber gut ausgerüstet mit einer Karte kann man tolle Gipfeltouren auch auf eigene Faust machen, sogar eine Tauernüberschreitung an einem Tag mit Rückkehr durch die Autoschleuse mit dem Zug ist möglich.
    Alles in allem bietet Gastein ein Vielfalt, die man in manchen Tälern so nicht vorfindet. Denn komplettiert wird das Angebot durch den Kurbetrieb, den der Frosch-Gast auch nutzen kann. Ein Thermenbesuch bietet sich ebenfalls an, ist aber an Schlechtwettertagen wegen Überfüllung kaum möglich!

    Wenn es nicht noch so viel in den Alpen zu erkunden gäbe, würde ich schon heute sagen: ich komme wieder! Schaun ma mal!

    Servus Ute

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