2. August 2011

Wanderurlaub in der Schweiz

Reisebericht von Vera Schüppen (vera.schueppen at vr-web.de)
FROSCH Reiseziel Sportclub Carlton in Crans Montana

Nach einer super tollen Kreta-Trekkingtour im letzten Jahr stand für uns schnell fest, dass es auch dieses Jahr wieder ein Froschurlaub werden sollte. Schnell wurde der Sportclub Carlton im Schweizer Wallis als Ziel bestimmt, denn wir wollten wieder wandern. In der ersten Woche wollten wir es ruhig angehen lassen, für die zweite Woche wurde die Wanderwoche dazugebucht.
Nach einer recht entspannten Anfahrt mit dem Auto wurden wir gleich zum Saisonstart als die ersten Gäste des Sommers begrüßt. Wir konnten gleich unser Zimmer beziehen und waren beeindruckt von der tollen Aussicht auf die Schweizer Bergwelt. Schnell wurde ausgepackt und danach ein erster Ortsrundgang gemacht. Später beim Abendessen lernten wir das Froschteam und die Gäste der ersten Woche kennen. Schnell kam man ins Gespräch und lernte sich kennen.

Am ersten richtigen Urlaubstag haben wir uns alleine auf eine ausgiebige Wanderung gemacht, das Umfeld des Hotels wurde erkundet. Für die nächsten Tage haben wir uns den sehr interessanten Wanderungen mit Maggi angeschlossen. Man konnte deutlich merken, dass es nicht Maggis erste Saison in Crans Montana war. Sie kennt die Gegend sehr gut und hat immer Interessantes zu Erzählen.

Es ging natürlich entlang der berühmten Wasserleitung Bisse du Ro. Wirklich sehr spektakulär, wie hier früher unter lebensgefährlichen Verhältnissen die Wasserversorgung angelegt wurde. Aber keine Angst, wer schwindelfrei und trittsicher ist, braucht sich keine Sorgen zu machen. Der Weg ist stellenweise zwar recht schwierig und nur durch leichte Absperrungen oder sogar nur mit Seilen zum Festhalten gesichert, aber trotzdem gut machbar.

Außerdem wurde eine wirklich tolle Tour zu den Wasserfällen La Tièche und der Bisse du Tsittoret durchgeführt. Sehr schöne Landschaft mit immer wieder tollen Ausblicken und schönen Blumenwiesen. Der Start dieser Wanderung lag im Nachbarort Aminona, wohin wir mit dem kostenlosen Bus fahren konnten. Zurück ging`s dann zu Fuß.

Auch eine Wanderung zur Statur Chris du Roi wurde gemacht. Es ging vom Hotel zuerst zu einem sehr schönen See, dem Etong de Miriouges. Dann weiter durch den Ort Lens bis zur Christusstatur. Nach der Mittagspause dann entlang der Bisse de Lens wieder zurück bis Lens. Von hier sind wir später mit dem Bus zurück nach Crans gefahren. Wer wollte konnte aber auch wieder hoch wandern. Diese zusätzlichen 400 Hm haben wir uns allerdings gespart.

Freitags ist in Sion Bauernmarkt. Zu diesem sind wir morgens mit dem Bus ins Rhonetal gefahren. Sion ist ein wirklich nettes kleines Städtchen, der Bauernmarkt auch sehr sehenswert. Gegen Mittag haben wir unseren Rückmarsch durch die Weinberge angetreten. Entlang der Bisse de Clavau konnten wir die Aussicht auf`s Rhonetal genießen. Gewandert wurde bis zum Ort Icogne. Das letzte Stück wurde mit dem Bus zurückgelegt.

Auf eigene Faust haben wir noch dem Matterhorn einen Besuch abgestattet. Mit dem Auto bis Täsch, kurz in den Zug bis Zermatt und dann schnell in die Gornergratbahn. Tolle Aussicht auf der gesamten Strecke! An der Station Riffelberg sind wir ausgestiegen und dann erst einmal bis zum Riffelsee gewandert. Zwischendurch hatten wir das Glück Murmeltiere beobachten zu können – super niedlich. Vom Riffelsee sind wir dann weiter entlang des Gornergletschers, auf einem Weg, auf dem wir für die nächsten Stunden alleine unterwegs waren. Erst ganz entspannt mussten wir später recht steil hinauf bis zum noch schneebedeckten Gornergrat. Die Aussicht, die sich uns bot, entschädigte für die Strapazen. Auch ein Steinbock hat sich uns noch ins Bild gelegt, bevor wir mit der Gornergratbahn wieder die Rückreise angetreten haben.

In Woche zwei haben wir uns dann Wanderguide Rolf anvertraut. Bei ihm wurden die Touren deutlich intensiver. Für uns als Flachlandtiroler aufgrund der nicht gewohnten Höhe mit entsprechenden Höhenmetern auch teilweise recht anstrengend. Aber ich kann die Wanderwoche nur jedem Wanderfreund empfehlen. Die Anstrengungen haben sich immer gelohnt. Man war zwar anschließend kaputt aber glücklich!

Als Einstieg in die Wanderwoche ging`s mit der Seilbahn hoch auf den Cry d`er. Oben ausgestiegen wurde erstmal angezogen, was der Rucksack so hergab, weil: kalter Wind, leichter Schneefall, später sogar Hagel. Die geplante Gipfelbesteigung mussten wir leider ausfallen lassen. Trotzdem wurde es ein toller Tag. Der Weg war anfangs witterungsbedingt rutschig und dadurch nicht so toll zu laufen, später wurde es aber immer besser. Es ging noch entlang des Murmeltierpfads und weiter bis durch das Hochgebirgstal La Tièch. Obwohl wir dort bereits in der ersten Woche unterwegs waren, war es keineswegs langweilig. Wir waren in entgegengesetzter Richtung unterwegs und so ergaben sich völlig andere Ausblicke. Zurück zum Hotel auch heute durch den Wald entlang der Bisse de Tsittoret.

Der nächste Tag war ein echtes Highlight. Ein Ausflug zum Aletschgletscher stand an. Mit Fahrgemeinschaften fuhren wir bis zur Talstation Betten. Dann hoch mit der ersten Seilbahn bis zur Bettmeralp und von dort mit der Großraumgondel zum Bettmerhorn (2647 m). Hier haben wir dann Gruppen gebildet, denn es gab mehrere Tourvorschläge zur Auswahl. Wir haben erstmal den Gipfel bestiegen. Über einen gesicherten Steig ging es teilweise recht abenteuerlich hoch auf 2842 m. Lohnenswert – die Aussicht war klasse! Nach aussichtsreicher Mittagspause sind wir anschließend immer parallel zum Aletschgletscher weiter zum Märjelensee gewandert. Denselben Weg mussten wir später auch wieder zurück, doch auch hier galt andere Richtung – andere Aussicht.

Für den dritten Tag der Wanderwoche stand eine Schluchtenwanderung auf dem Programm. Ausgangspunkt war Aminona, wohin es wieder mit dem Kostenlos-Bus ging. Von hier aus starteten wir dann durch den Wald steil hinunter in die Schlucht des Wildwasser-Baches Raspille. Anschließend, mit mehreren Pausen, wieder steil hoch am Bach entlang bis zum Wasserfall, hinter welchem es durch ging. Nach ausgiebiger Mittagspause wanderten wir, jetzt wieder ganz entspannt, auf dem sogenannten Hundertjährigen Wanderweg zurück zum Hotel.

Am Mittwoch hatte die Wanderwoche Ruhetag. Jeder hat diesen Tag individuell gestaltet.

Die vierte Wanderung wurde zur Nebelwanderung. Sie führte uns entlang der Bisse du Ro und weiter zum Stausee Lac de Tseuxier. Leider konnten wir uns heute nur von Rolf erzählen lassen, was es wohl eigentlich zu sehen gäbe. Trotzdem hatte auch diese Wanderung ihren ganz eigenen Charakter.

Zum Wochenabschluss wollte uns Rolf noch unbedingt einen Gipfel präsentieren und so sind wir mit den Autos bis Chandolin gefahren. Von dort wanderten wir zuerst zum Illgraben, einem Ergebnis eiszeitlicher Erosion. Danach weiter auf dem Illpass bis zum Illsee. Hier haben mir Höhe und Höhenmeter ganz schön zu schaffen gemacht und so freute ich mich sehr über die Mittagspause. Gestärkt kämpfte ich mich trotzdem noch hoch auf das Illhorn. Und es hat sich gelohnt. Oben angekommen war es vorbei mit dem kalten Wind und die Aussicht auf die umliegende Bergwelt konnte bestaunt werden. Später ging es dann auf dem Illpass und über Wiesen wieder zurück zum Auto.

Zwei erlebnisreiche Wochen mit tollen Eindrücken liegen hinter uns.

Zum Hotel muss man eigentlich gar nicht viel sagen. Es hat wirklich seinen ganz eigenen Charme. Unser Doppelzimmer war sehr geräumig, das ganze Hotel wirkt trotz seines Alters sehr gepflegt. Die Sauna mit Ihrer Aussicht ist ein Traum und auf der neuen Dachterrasse lässt es sich herrlich entspannen.

Besonders hervorheben möchte ich aber zum Schluss noch die gute Küche. Die Köche Christian und Robert sind mit Leib und Seele am Werk. Sie haben uns jeden Tag neu mit Ihrem vorzüglichen Essen verwöhnt. Zum Glück hat man tagsüber diverse Kalorien verbraucht und konnte abends ohne Reue zuschlagen. Danke, macht weiter so!!

Auch die anderen Froschteamer kann ich nur positiv erwähnen. Die weiteren Sportangebote haben wir zeitlich leider nicht nutzen können. Aber auch vom Biken und Klettern haben wir nur positives gehört. Es war rund herum ein sehr gelungener Urlaub. Weitere Froschreisen werden auf jeden Fall folgen und auch ins Carlton werden wir gerne zurückkehren.

Ein Gedanke zu „Wanderurlaub in der Schweiz

  1. Stefanie

    ist im Vergleich zur Kretatrekkingtour die Wanderwoche Crans Montana eigentlich schwieriger? Von den Höhenmetern her hört sich das ja nicht sooo schlimm an.

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