27. September 2011

Wanderwoche auf Kreta

Reisebericht von Angelika (ass_mueller at arcor.de)
FROSCH Reiseziel Sportclub Dimitra in Almirida auf Kreta

Über Kreta sind schon viele Berichte geschrieben – doch will ich hier über die extra zu buchende Wanderwoche einmal etwas näher berichten.

Einmal vorweg, die Destination  „Sportclub Dimitra“ in Almirida lässt keine Wünsche offen. Ein engagiertes  Team mit Hausleiter Steffen, Serviceleiterin Katja –  „Danke noch mal für den Schafskäse auf dem Frühstücksbuffet „ – Mario an der Bar und Corinna und Kai als Wander- bzw. MTB-Guide.  Nicht zu vergessen „Maria“  – ihr Essen abends war immer ein Highlight – und wurde auch in 14 Tagen nie eintönig oder langweilig …

Die Zimmer und die Anlage trugen zu einem rundum erholsamen Urlaub bei – die Aussicht morgens und abends auf die weißen Berge war grandios, der  Ort selber, klein und überschaubar –  es gab alles was man brauchte… und für erholsame Stunden am Meer – oder auch mal zum Relaxen nach alle den Aktivitäten- war der Strand klein aber wunderschön –– das Wasser sauber und klar.

Doch jetzt zum Eigentlichen: 4 geführte Wanderungen in den Weißen Bergen – die unterschiedlicher und abwechslungsreicher nicht hätten sein können. Wir waren 8 Wanderfrösche – eine lustige Truppe die sich gefunden hatten und die auch viel Spaß zusammen  hatte

-… wir denken nur an den Koffer von Frank, der erst Donnerstagabend ankam – aber Gott sei Dank hatte er ja seine Wanderschuhe auf dem Flug angehabt – das Funktionsshirt von Michaela hat für den einen Tag gepasst – und Badehosen gab es vor Ort zu kaufen , die zur Wandershorts  zweckentfremdet wurde J

Chef der Truppe war Berend – unser Wanderguide –

ein „griechischer“ Holländer, den die Liebe nach Kreta verschlagen hat und der jetzt hier mit seiner Familie lebt – unser Glück.

Berend,  der Land und Leute kannte und die Sprache perfekt beherrschte  –  der uns zu den schönsten Stellen führte, Orte zeigte, wo man sonst wahrscheinlich nie hingekommen wäre – und Tavernen kannte, wo wir so machen Raki und frischgepressten O-Saft genossen…

Danke ihm dafür, denn ohne ihn, mit seinen Kenntnissen, seiner lockeren und netten Art wäre die Woche wahrscheinlich nur halb so schön gewesen. —

Donnerstag ging es los mit einer gemütlichen Dörferwanderung zu Füßen der Lefka Ori, 13 km waren wir unterwegs – ohne nennenswerte Steigungen – eine nette Wanderung zum „Warmlaufen“ – nette Pfade, abwechslungsreiche Fauna –  der erste Raki in einem  „Kafeneon“ –noch nicht mal die Hälfte der Strecke war um – so lies es sich doch „gut gestärkt“ weiterlaufen J

4 Stunden, um sich  kennen zu lernen – es dauert schon bis man 8 Namen sich gemerkt hat …, sich auszutauschen – wer, wie wo schon mit Frosch unterwegs war….

Freitag hatten wir „ wanderfrei „ – was auch ganz unterschiedlich genutzt wurde – manche haben eine Mountainbike-Tour mitgemacht – zu viert hatten wir uns ein Auto geliehen um nach Chania zu fahren  – armer Tim – alleine mit 3 Frauen …. Aber wir haben uns zurückgehalten und sind nicht dem Shopping-Fieber verfallen J

Samstag war eigentlich das „ Highlight“ der Woche – ging es doch heute von der Askifou-Ebene –hinauf auf die Niato-Hochebene – 600 Höhenmeter … Mag  sich nicht so schlimm anhören – aber die Sonne schien rücksichtslos auf unsere Häupter, der Schweiß fing schnell an zu fließen – und wir waren froh über unsere reichlich im Rucksack mittransportierten Wasserflaschen – ich glaub 3 Liter hat fast jeder von uns an dem Tag leer bekommen.

Abseits der Strasse ging es über schmale Steige hinauf .  Großzügig sind wir einer Bienenzucht  ausgewichen, da Berend hier das letzte Mal schlechte Erfahrungen gemacht hatte – und wir alle nicht wussten, ob wir es – wenn es denn darauf ankäme- zu einem schnellen Spurt in der Lage wären ? — wir keuchten und schnauften dank der Hitze auch so schon in den letzten Zügen.

Außer uns „Fröschen“ haben wir unterwegs nur Ziegen und Schafe getroffen – meistens lebendig ….

Aber irgendwann endete jede Strapaze und wir hatten es geschafft und waren oben angekommen, wo wir eine wohlverdiente Rast einlegten. Unsere  Lunchpakete verzerrten und die durchgeschwitzten Klamotten zum Trocknen über die Ginsterbüsche hingen.

Gemächlich überquerten wir die Hochebene, bevor wir uns wieder an den Abstieg machten – und hier weiß ich im Nachhinein auch nicht was jetzt eigentlich schlimmer war – der Aufstieg in der Sonne – oder aber der Abstieg über einen alten Steinpfad wieder hinunter ins Tal ….die Kniegelenke machten irgendwann auf sich aufmerksam – so mancher unbedachter Schritt lies einem auch mal ganz schnell ins Rutschen kommen – aber wir sind alle wieder wohlbehalten unter angekommen… Die letzten 2 Kilometer zurück durchs Tal wollten einfach kein Ende nehmen —  die Gruppe wurde immer schneller – immer schweigsamer – wir hatten nur noch das Ziel vor Augen – und das hieß : Taverne = Trinken und Essen.

Sonntag hatten wir wieder „Ruhetag“ – wobei hier ein paar von uns sich mit dem Kajak auf den Weg machten – zum einsamen Strand gegenüber der Möweninsel  – ach ja, nicht ganz einsam das Skelett von einem Esel – oder einer Ziege ( wurde nicht genau erkundet und geklärt ) teilte sich den Strand mit uns ….

Montag  ging es durch die Samaria-Schlucht nach Agia Roumeli .

Hier waren wir nicht nur von der Wanderwoche – sondern auch andere Frösche konnten die Tour optional buchen, so dass ein ganzer Bus voll sich auf den Weg machte – mit etwas Verspätung – aber es soll ja vorkommen, „dass man sich erst noch eincremen muss – und deshalb halt etwas später kommt J

Die Schlucht selber ist gut zu begehen, man benötigt Ausdauer – waren wir doch bestimmt 5 Stunden unterwegs  – gut ist, dass es überall Wasserstellen gibt, wo man seine Vorräte auffüllen kann .. und so auch nicht so schwer zu schleppen hatte… –Das wichtigste ist hier einfach das richtige Schuhwerk – knöchelhohe Wanderstiefel, damit man einfach den nötigen Halt hat – spätestens im Flussbett weiß man dies zu schätzen.

Aber jeder kam durch – auch die mit Ballerinas und Flip-Flops – wohl bemerkt – keine Frösche – wir waren vorbildlich ausgestattet J

Wir konnten alle im eigenen Tempo gehen, gab es doch immer wieder Rastplätze wo wir aufeinander gewartet haben – oder eben am Ausgang von der Schlucht ..

… und wenn gar nichts mehr gegangen wäre, so waren da ja immer noch die Esel , die einem zur Not aus der Schlucht getragen hätten – obwohl ich nicht weiß, ob es auf dem Rücken des Esels bequemer gewesen wäre wie auf „ Schusters Rappen“   –

Bevor wir mit der Fähre von Agia Roumeli nach Chora Sfakion fuhren, hatten wir noch genügend Zeit für einen Stopp in der Taverne – für ein Fußbad im Meer – und ein bisschen Relaxen…

Dienstag war  „Auslaufen „ angesagt … – außerdem mussten wir unseren „Spunk“ pflegen (… wer dabei war, ihr wisst schon was ich meine J )

Gar nicht weit weg vom Sportclub – im Hinterland von Georgioupolis -eine wunderschöne Route, abseits der Touristenpfade . Durch zwei kleinere Schluchten –die Erste  hinauf mehr steinig und eng.. die  zweiten Schlucht – eher weitläufiger, – hier gingen wir oft oberhalb entlang, kreuzten sie auch ein paar Mal  —- und bei unser wohlverdienten Rast – konnten wir mit  dem Fernglas hoch oben in den Felsen die Geier bestaunen, oder  sie beim Flug beobachten – schon ein imposantes Bild.

Und außerdem hatten  die Geier  „ so ein schönes Fell auf den Flügeln“ , nicht war Kerstin ?

Zum Schluss ging es noch durch ein verlassenes Dorf zu unserem Ausgangspunkt, wo Berend uns wieder  in  die beste Taverne führte – ich glaub ohne ihn, hätten wir diese so auch nicht gefunden …. einfach am Straßenrand, an der Mauer entlang – … ein Idyll und der Raki hat natürlich auch wieder dazu gehört.

Also alles in allem mehr als Lohnenswert –ein echte Bereicherung für den Kretaurlaub…  und eine wunderbare Ergänzung zu den angebotenen Frosch-Wanderungen und Ausflügen vom Hotel aus.

Man muss kein Alpinist sein um die Tour zu bewältigen – es gibt keinerlei kritische Punkte – bezogen auf Schwindelfreiheit oder Trittsicherheit … – ein bisschen Kondition tut gut – und ansonsten – einfach nur Spaß am Wandern – und ein bisschen Ausdauer …

Jederzeit wieder !!!

…und nochmals – wenn ihr es lest  – ganz liebe Grüße an : Berend , Michaela und Frank, Tim, Alexandra und Susanne, Kerstin, Sabine – ich finde wir waren eine tolle Truppe –

Danke für den schönen Urlaub

Angelika

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