17. Juli 2008

Waren die Römer überhaupt auf Lesbos? 21. Mai – 4. Juni 2008

Reisebericht von Ulf Bongers (ulf.bongers at web.de)
FROSCH Reiseziel Sportclub Hotel Aphrodite, Lesbos – Griechenland

Prolog
Mal kurz überlegen, was diesmal den Ausschlag gegeben hatte. Warum hatte ich mich für Lesbos entschieden? Zunächst sicherlich meine Affinität zu den griechischen Inseln – insbesondere Samos hab ich ins Herz geschlossen – dann natürlich auch die Prospektbeschreibung. Hotel mit Pool, Garten und eigener Bucht, ein denkmalgeschütztes Dörfchen in der Nähe und die Aussicht auf Wandern und Biken in ursprünglicher und nicht zu karger Natur. Da ich nicht die ganz große Wasserratte bin, konnte mich der grobe Kieselstrand nicht wirklich abschrecken. Dazu rundete das ausgelobte Volleyballfeld meine Vorfreude auf einen aktiven und erholsamen Urlaub ab.

Das Hotel Aphrodite
Nach einem gut 90-minütigen Flughafen-Transfer im Reisebus, den sich mehrere Reise-Veranstalter teilten, liefen wir die Hotelanlage an. Dabei konnten wir schon einen Blick auf das in den Hang gemeißelte Dörfchen Mólyvos – nebst Kastell – erhaschen und die Vorahnung nahm Gestalt an, dass es eine gewisse Anstrengung erfordern könnte, das Örtchen zu Fuß oder per Bike zu erkunden. Doch wie hatte schon Costa Cordalis – der alte Obergrieche – dereinst so trefflich intoniert: Die süßen Trauben hängen hoch. Später mehr dazu.

Die Zimmer des Hotels verteilten sich auf ein Haupt- und zwei Nebengebäude, dazu kamen noch die exklusiv für Frosch-Gäste reservierten Appartements im Strandgebäude. Neben der 24-stündig besetzten Rezeption verfügte das Hotel über einen Speise- und Aufenthaltssaal nebst Barbereich, eine Außenterrasse, die teilweise von einer mit wildem Wein bewachsenen Pergola beschattet wurde, einem großzügigen Poolbereich und – so wie sich das für Griechenland gehört – eine Strandtaverne. An der Rezeption konnte man sich kostenfrei ein Laptop leihen und im gesamten Restaurant-Bereich per WLAN ins Internet. Bis dahin blieben eigentlich keine Wünsche offen. Der Haupt-Garten bestand größtenteils aus mehreren Reihen riesiger Palmen und lückenhaftem Rasen, für meinen Geschmack hätte es noch ein bisschen mehr bunt und grün sein können. Möglichst in Form von Blumen und Wiese – ich bin aber auch anspruchsvoll.

Lesbos

Die Hotelanlage und das Hinterland aus der Fisch-Perspektive

Darüber hinaus gab es noch einen kleinen, etwas lauschigeren Garten hinter dem Strandgebäude – den Frosch-Garten. Hier standen ein paar Tischchen im Schatten großer Bäume, und eine Hängematte lud zum Relaxen und Sudoku-Rätseln ein – eine gewisses Konzentrationsvermögen vorausgesetzt. Welches sich mir entzog – mir blieb die Hängematte, wenn sie mal frei war. Rechts daneben erstreckte sich ein frisch angelegtes Volleyballfeld. Dem Frosch-Garten vorgelagert war die Bike-Station, bestückt mit 14-15 Bikes. Die fantasievoll zusammengezimmerte Wassersportstation lag am anderen Ende des Strandes. Ihre Bedeutung – besonders für fachfremde Belange – sollte bis zum Ende des Urlaubs noch wesentlich zunehmen.

Kommen wir zu den Zimmern, von denen ich gleich zwei Probe wohnen durfte. Das erste lag im Hauptgebäude auf der ersten Etage in direkter Nachbarschaft zum Eingangs- und Empfangsbereich, also per se hellhörig. Das Zimmer war für ein Einzelzimmer recht geräumig, ein Kühlschrank, ein kleiner Fernseher, zwei Betten, dafür ein superkleiner Balkon, auf den gerade zwei Stühle und ein Bistro-Tischchen passten. Man selbst blieb lieber außen vor, außer man wollte erst den einen Stuhl hochheben, um sich in den anderen nieder lassen zu können. O.k., ich übertreibe. Aber minimal. Das Badezimmer war – ich nenn es mal funktionell. Man darf da in Griechenland beim landestypischen 3-Sterne-Standard keinen Marmor und vollendet verblendete Fliesenspiegel erwarten. Warum ich nach einer Woche am Wechseldatum nach einem anderen Zimmer fragte, hatte aber einen anderen Grund. Das Zimmer hatte eine Verbindungstür zum Nebenzimmer, die selbstverständlich zwar verschlossen war, aber so schlecht schallisoliert, dass ich die Nachbarn im Nebenraum schnarchen hören konnte. Da man gerade dies vermeiden möchte, wenn man Einzelzimmer bucht, fragte ich, ob ein Tausch möglich sei. Dies war auch relativ spontan am Wechseltag kein Problem. Überhaupt hab ich das Hotel- und Restaurant-Personal als angenehm zurückhaltend und freundlich empfunden. Das zweite Zimmer befand sich dann in einem Nebengebäude, war vom Standard her ähnlich, hatte aber einen viel größeren Balkon und war wesentlich ruhiger. Dafür hatte ich häufiger Besuch von kleinen zutraulichen Wanderameisen, die die abenteuerlichsten Verkehrswege quer durchs Zimmer ersannen – eine an die Stuhllehne gehängte Abfalltüte mit Bananenschale war nach einer kurzen Weile ein beliebtes Ausflugsziel. Bis ich mal auf den Gedanken kam, alle offenen Lebensmittel in den Kühlschrank zu packen und den Müll auf den Balkon. Ab da war zumindest das Zimmer verkehrsberuhigte Zone.

Das Dörfchen Mólyvos
Wie schon angedeutet, schmiegte sich das ungewöhnlich gepflegte, malerische Dorf Mólyvos vom Hafen aus einen Hang hinauf und wurde auf der Anhöhe schließlich von einem Kastell gekrönt, welches dereinst zur Verteidigung gegen Piraten errichtet worden war. Da das Hotel etwa auf Meeresniveau lag und das Dörfchen mit den zentralen Verkehrsanbindungen auf der anderen Seite des Hügels, galt es bei fast allen Aktivitäten – Biketouren, Wanderungen, Abendessen – zunächst ein paar Höhenmeter zu überwinden. Aber während man anfangs der ersten Woche noch häufiger das Bedürfnis hatte, dem Hausberg unverhohlen den Mittelfinger zu zeigen, nahm man ihn in der zweiten Woche eigentlich gar nicht mehr so richtig ernst. Allein für diese Erfahrung lohnt es sich, zwei Wochen zu buchen.

Lesbos

Das griechische Verkehrswesen ist komplex und manchmal verwirrend. Man durfte durchaus um das allgegenwärtige Kastell herum wandern.

Von den Kykladen kennt man typische Bilder weiß getünchter Fassaden mit blauen oder türkisfarbenen Fensterläden. In Mólyvos waren Natursteinfassaden mit bordeauxfarbenen Holzfenstern das vorherrschende Erscheinungsbild – eine meiner Meinung nach sehr ansprechende Alternative. Wenn man auf den – schon touristisch geprägten – Hauptwegen flanierte, konnte man erahnen, dass doch einiges in das seit den 50ern unter Denkmalschutz gestellte Dorf investiert wurde. Abseits der Hauptgassen war dann schon eher das nicht minder reizvolle typisch griechische Hinterhofambiente zu finden.

Das allgegenwärtige Kastell
Sowie einstmals bei den Fraggles die ‚allwissende Müllhalde’ einen zentralen Fixpunkt für die nach Wahrheit dürstenden darstellte, thronte auf dem Hügel von Mólyvos das omnipräsente, das ‚allgegenwärtige Kastell’. Egal bei welcher Gelegenheit man einen Schnappschuss aus der Hüfte schoss, das allgegenwärtige Kastell war nachher irgendwie immer im Bild.

Auf unserer Schnupperwanderung hatten wir Glück, das Burggelände war trotz der andauernden Bauarbeiten zugänglich, vermutlich hatte einer der Arbeiter vergessen, das Schloss zuzudrücken. Demnach kamen wir in den seltenen Genuss, von den Zinnen herab ein paar Schnappschüsse zu tätigen. Nicht, dass der extrem pittoreske Hafen von diesem Standpunkt aus wesentlich anders ausgesehen hätte – aber man hatte wenigstens wieder das Kastell mit im Bild.

Lesbos

Der Hafen von Mólyvos von den Zinnen des allgegenwärtigen Kastells

Was denn jetzt der Vergleich mit der ‚allwissenden Müllhalde’ sollte? Keine Ahnung, optisch liegen beide jedenfalls ziemlich weit auseinander. Ich glaub, ich wollte einfach noch mal die Fraggles ins Spiel bringen, bevor diese armen Dinger völlig in Vergessenheit geraten.

Das Programm
Wie üblich bestand das Basis-Programm aus Wanderungen und Bike-Touren, hinzu kam der Wassersport mit Surfen und Katamaran-Segeln. Ferner konnte man sich Material zum Schnorcheln leihen und drei Seekajaks standen zur Verfügung. Abgerundet wurde das Ganze mit Fitness, Nordic Walking und Beachvolleyball. Letzteres eher eingeschränkt, denn das Feld war leider nicht mit Hilfe von original karibischem Qualitätsfeinstrandsand bestückt worden, sondern eher damit, was letztens an der Ecke beim Straßenbau übrig geblieben war. Vielleicht war das der Grund, warum ich es während der zwei Wochen gerade zweimal in die Nähe des Volleyballnetzes schaffte. Während des Spiels war man hauptsächlich vergeblich damit beschäftigt, die nicht enden wollende Zahl der dicken Steine im Geläuf nach draußen zu befördern. Sisyphos im Taschenformat. Zudem war es – wie im Straßenbau üblich – eine recht staubige Angelegenheit. Vielleicht kein Wunder, dass die wöchentlich ausgeschriebenen Beachvolleyballturniere aus Mangel an Interesse nicht zustande kamen.

Neben der Schnupperwanderung hab ich nur noch zwei weitere, relativ kurze mitgemacht. Die eine hatte eine sehr nette Taverne direkt am malerischen Hafen des Dörfchens Skála Sikaminéas als Ziel. Neben dem sensationellen Joghurt mit Honig und frischen Früchten war ein Papagei die Hauptattraktion der Lokalität und der hatte sein Publikum fest im Griff. Ein außerirdischer Geschäftsreisender von irgend so einem Planeten aus dem System Beteigeuze hätte seine Schwierigkeiten gehabt zu entscheiden, wer hier wem nachplappert. Den Rückweg zurück zum Hotel bestritten wir mittels eines kleinen Ausflugsbötchens, welches auch in der zweiten Woche noch eine erfreuliche Rolle spielen sollte. Da ich recht gerne Bötchen fahre, entschädigte das für den doch eher unspektakulären, schattenlosen Hinweg über Asphalt und breite Schotterwege. Immerhin wurde ich auf der Bootsfahrt mit dem bisher verheißungsvollsten Wochen-Horoskop meines Lebens konfrontiert: Liebesglück ohne Kompromisse. Auf die Erfüllung der Prophezeiung warte ich noch heute – aber es war ja auch nur eine Woche gültig. Meine Reaktionszeit hat dem Alter entsprechend zugenommen. Das ist mein Problem mit Wochenhoroskopen. Und nicht das einzige …

Lesbos

Das ‚Thermalbad’ von Efthaloú

Von der zweiten Wanderung sind mir im Wesentlichen die Gespräche mit meinen Mitwandernden in Erinnerung geblieben. Ein Zeichen, dass man sich sehr gut unterhalten hat, die Wanderung an sich jedoch an Höhepunkten arm war. Nein halt, das Restaurant, welches wir zur Mittagspause ansteuerten, hatte den gediegensten Toiletten-Erlebnisbereich, der sich mir bislang in Griechenland präsentierte. Gut, fünf Sterne hab ich dort noch nicht kennen gelernt, aber es muss nahe dran gewesen sein. In jeder Woche gab es jedoch auch noch eine längere Wanderung, in der ersten Woche die Mühlenwanderung, in der zweiten die zum Grab des – dem Vernehmen nach ziemlich publikumsscheuen – heiligen Alexanders, welche nach Aussagen der Teilnehmenden beide sehr schön gewesen sein sollen.

Der Römerweg
Da ich beim Biken relativ wenig Ergeiz entwickle, Asphaltkilometer und Höhenmeter zu hamstern, kamen mir Mountain-Michels kleine, abwechslungsreiche Touren sehr entgegen. Oft war irgendein geländetechnisches Schmankerl dabei. Legendär war der so genannte Römerweg. Nachdem ich ihn zum ersten Mal hinunter gerappelt war, dachte ich nur: so baut kein gesunder Römer. Ihr dürft Euch da jetzt also nicht das Geläuf vorstellen, auf dem Caesars Quadriga nach dem Sieg über die Gallier mit high speed ins Kolosseum rumpelt, sondern eher so einen gewundenen Ziegenpfad, den ein vergessener, verhutzelter römischer Soldat in ein gottverlassenes gallisches Berggebiet zimmert, während er zum x-ten mal von Obelix vertrimmt wird. Aber waren die Römer überhaupt auf Lesbos? Weiß das jemand? Keine Ahnung – deshalb lassen wir die Römer mal außen vor. Das Ding sah jedenfalls aus, als wäre ein Rutsch grob behauener Pflastersteine während eines Unwetters aus der Ladeluke eines in großer Höhe havarierenden Flugzeugs in den schlammigen Boden geplumpst. Das trifft es wohl am besten. Für diesen Spezialfall hatte Michel genau den richtigen Rat parat. Lasst das Bike entscheiden, ob ihr rechts oder links an dem unvermittelt vor Euch auftauchenden Brocken vorbei brettert. Ja, warum auch nicht das Bike entscheiden lassen, machte es doch einen recht kompetenten Eindruck.

Das i-Tüpfelchen war schließlich die Überraschungstour an meinem vorletzten Urlaubstag – das Technik-Training. Vielleicht ein bisschen spät. Da der Michel bei der Ansage am Vorabend nicht dabei gewesen war, wussten wir morgens nicht allzu detailliert, was uns auf der Tour erwartete. Und ich bin überzeugt, dass nicht alle erschienen wären, hätten sie es so genau gewusst. Aber wenn man sich einmal in Montur geschmissen hat – Augen zu und durch. Den Anfang machte eine Lektion im Treppenfahren und zwar genau im touristischen Brennpunkt neben dem allgegenwärtigen Kastell – da kannte der Michel nichts. Einzeltraining neben den verwundert drein schauenden Passanten, erst die breiten Stufen runter und dann wieder rauf. All das mit wechselndem Erfolg, aber ohne Unfall. Danach ging es in Richtung Römerweg, selbigen runtergehoppelt, ein paar Schlenker durch die Walachei und schließlich eine supersteile Rampe rauf nach Petri. Da hieß es nicht hinten über fallen. Ohne Pause bis nach oben durchzuhalten, war für mich und die meisten anderen eh nicht drin. Schließlich in Petri in der Panorama-Taverne die wohlverdiente Pause. Danach ging es in rasanter Fahrt über Asphalt hinunter in Richtung Meeresniveau und schließlich – ich hätte es auch nicht für möglich gehalten – den Römerweg wieder hinauf. Das geht. Am Ende waren fast alle – inklusive mir – pulverisiert, aber glücklich. Und nicht nur die Frauen – mit etwa 50% repräsentativ vertreten – waren sich einig: das hätten wir zu Hause nie im Leben ausprobiert. Aber mittels Gruppenzwang und Michels fachkundiger Anleitung war es gut zu schaffen – und für mich ein Highlight des Urlaubs.

Lesbos

Die Skyline von Mólyvos

Rabbit Island
Ein weiteres ‚Highlight’ war die in meiner zweiten Woche zum ersten Mal angebotene Sunset-Boots-Tour, eben mit jenem oben schon erwähnten Ausflugs-Bötchen namens ‚Mercury Express’ – offensichtlich dem einzigen in Mólyvos. Abends um sechs ging es vom Hafen aus in einer Schleife an Petra vorbei zu einer vorgelagerten Insel namens ‚Rabbit Island’. Auf der Rückseite der Insel befand sich eine Art verlassene und verrottete Bootsanlegestelle, die so ohne weiteres als Schmuggler-Versteck in einem Jack-London-Roman hätte beschrieben sein können. O.k., es war sicherlich nicht das ganz große Postkarten-Motiv, wie man es von anderen Sunset-Touren kannte, aber bestimmt eins der originelleren. Die schroffe, leicht hügelige Insel wurde von Unmengen von Möwen bevölkert, die dort reichlich Ruhe und Platz zum Nisten und Brüten fanden. Nur Kaninchen hab ich dort keine gesehen. Die Frage lag nahe, wovon sich all die Möwen bis dato ernährt hatten …

Der Stopp vor der Bucht bot die Möglichkeit, kurz vom Boot ins Wasser zu hüppen, während der Captain des Kutters schon fleißig damit beschäftigt war, den Außenbord-Grill an die Reling zu hängen. Keine zwanzig Minuten später hieß es Essen fassen. Zu den unvermeidlichen Souvlaki gab es den ebenso unvermeidlichen Zaziki und ein paar Salate, dazu Wein aus dem Plastik-Kanister. Nichts spektakuläres, die Spieße aber lecker und eine willkommene Abwechslung zum eher mäßigen Hotelessen. Die aus zweiter Reihe von oben startenden Sonnendeck-Gäste hätten sich noch einen Nachschlag gewünscht, dafür hatten sie aber schließlich auf der Hinfahrt auch die besseren Plätze. Nach der erwartet frischen, aber kürzeren Rückfahrt bot sich noch ein Besuch in der Congas-Bar an, um den Abend gebührend ausklingen zu lassen und das führt uns zum nächsten Kapitel …

Der P-Faktor
Der setzte sich im Wesentlichen aus zwei Aspekten zusammen. Die oben erwähnte Congas-Bar befand sich unterhalb des Zentrums von Mólyvos direkt am Meer. Mit großer Cocktail-Bar, Billard-Tisch, Großbildschirm, lauschigen Sitzecken und kleiner Tanzfläche ausgestattet, ließ sie eigentlich keine Wünsche offen. Auch das Ambiente passte, die Einrichtung gemütlich, chillig, abwechslungsreich. Der DJ machte allerdings eher sein eigenes Ding, viele Remixes, weniger der typische Ü30-Party-Frosch-Geschmack, aber phasenweise auch gut tanzbar. Vielleicht verständlich, da zu späterer Stunde auch viel jüngeres, einheimisches Publikum auflief. Erst als sich die Frösche in der zweiten Woche öfter mal blicken ließen um die Tanzfläche zu bevölkern, ließ er sich auch mal dazu herab, den einen oder anderen Musikwunsch zu erfüllen.

Das Hotelgelände bot kaum Möglichkeit für Festivitäten, wie man sie aus anderen Frosch-Häusern kennt. Dazu sind auch zu viele andere Hotelgäste in der Anlage untergebracht, die sich gestört fühlen könnten. Die Welcome- und Farewell-Parties starteten deshalb vornehmlich im Restaurant-Bar-Bereich und endeten gewöhnlich an der Wassersportstation, welche dank Denis’ Eifer und Einfallsreichtum immer mehr zu einer richtig schnuckeligen Strand-Bar mutierte. Deren Kernstück bildete der Ende der ersten Woche vollendete höhenverstellbare Trocken-Surf-Simulator, der bei oben genannten Gelegenheiten auch zur kürzesten Cocktail-Bar-Theke der Welt umfunktioniert wurde. Macht Euch selbst ein Bild über dieses Wunderwerk der Technik, ich hab leider keins gemacht …

Was vom Tage übrig blieb …
Wie bekloppt muss man eigentlich sein, um sich bei knapp 40 Grad Außentemperatur in noch fünf Grad heißeres Wasser zu legen? So geschehen in den Thermalquellen von Efthaloú. Etwa genauso bekloppt, wie in der Mittagshitze mit dem Bike die Rampe nach Petri zu erklimmen – also vollständig bekloppt. Ein übrigens ziemlich häufig gedachter Gedanke gerade beim einheimischen Teil der Bevölkerung. Nebenbei – ähnliche geformte Gedankenblasen Einheimischer kann man nicht nur auf Lesbos beobachten, sondern immer gehäuft dort, wo sich Frosch-Gäste im Sommer zur Mittagszeit abseits der Strände bewegen.

Aber, hey, was soll ich sagen, beide genannten Aktivitäten haben irgendwie Spaß gemacht – hinterher jedenfalls, als der Schmerz nachließ – und an beiden Abenden war ich mehr als tiefenentspannt. Was kann man vom Urlaub mehr erwarten? Neben den Thermalquellen gab es noch die ein oder andere Möglichkeit, abseits des Frosch-Programms etwas zu unternehmen. Etwa eine Bus-Tour in den wilden Westen zu den versteinerten Bäumen oder einen Ausflug im Mietwagen in die Insel-Hauptstadt Mythilini. Für derartige Aktivitäten wusste Jeanette, Reiseleiterin und Wanderguide organisatorische Hilfestellung zu leisten.

Lesbos

The roof is on fire

Bewertungsbogen in kurzer Prosa
Lesbos bietet alles, was für einen entspannenden und aktiven Urlaub nötig ist. Wenn man in der Beschreibung des Frosch-Katalogs ein wenig zwischen den Zeilen liest, ist man auf die hakeligen Punkte ganz gut vorbereitet. Für Wassersport-Tiere und Beach-Groupies gibt es bestimmt geeignetere Ziele, allein der steinige Strand macht es einem da nicht leicht. Das Hotel hat sehr viel Potential, einiges muss sich aber auch noch einspielen, um den hehren Zielen eines Frosch-Sportclubs gerecht zu werden. Das Dreier-Teamer-Gespann ist für ein besonders ausgeklügeltes Rahmenprogramm wohl unterbesetzt, macht seine Sache in Punkto Basisprogramm aber sehr gut. Frosch hat mit seinem Standort erneut ein glückliches Händchen bewiesen. Die Gegend bietet dem Auge einiges und Mólyvos ist das vielleicht makelloseste Hafenstädtchen, das ich in Griechenland bisher sah – möge es noch lange vom exzessiven Massentourismus verschont bleiben.

6 Gedanken zu „Waren die Römer überhaupt auf Lesbos? 21. Mai – 4. Juni 2008

  1. Susanne Sauer-Wolber

    Hallo Ulf,

    ich bin vor 2 Tagen aus Lesbos zurückgekehrt und habe meinen Reisebericht auch schon fertig. Ich möchte dich zur Beschreibung des Römerweges beglückwünschen, ich habe Gleiches erlebt und beim Lesen Tränen gelacht.

    Der ganze Bericht ist super!

    LG Susanne

  2. Susanne Sauer-Wolber

    Toll!!! Am Besten (wenn man ihn denn gefahren ist) gefiel mir die Beschreibung des Römerweges. Tränen gelacht!
    Susanne

  3. Ulf Bongers

    Zweifach Lob tut doppelt gut ;o)
    thx, Susanne, freue mich darauf zu lesen, was Du von Deiner Reise zu berichten weißt …

    LG Ulf

  4. Susanne Sauer-Wolber

    Probleme mit der Technik – liegt vielleichtan der Farbe des Haupthaares:o)

  5. Birgit Huneke

    Hallöchen,
    vielen Dank für die informativen Berichte. wir starten nächste Woche nach Lesbos.
    Hast du oder einer der anderen Lesbos-Gereisten vielleicht Erfahrungswerte wie es dort mit Moped oder Auto leihen ist?
    Hat jedes Zimmer einen Kühlschrank?

  6. Geli Ernst

    Ulf, ich freue mich auf den Römerweg 🙂 wir (6 Personen) starten am 24.September…bin sehr gespannt und freu mich auf Lesbos!

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