19. Januar 2009
Reisebericht Madeira 22.-29.11.2008
Reisebericht von Kai Nitschke (Kai.Nitschke at lg.justiz.hamburg.de)
FROSCH Reiseziel Aktiv- und Wanderreise Madeira
Nachdem ich als Frosch-Urlauber bislang überwiegend Mittelmeer-Ziele angesteuert hatte, fiel meine Wahl diesmal auf Madeira. Hauptgrund war, dass ich im November noch ein wenig Sonne wollte und mir Madeira als Insel für schöne Wanderungen bereits häufiger empfohlen worden war.
Die Anreise erfolgte an einem Samstag mit Air Berlin, die Madeira von mehreren deutschen Städten aus direkt anfliegt, so dass man in rund vier Stunden auf der Insel ist. Aufgrund der einstündigen Zeitverschiebung kann man bei einem frühen Hinflug daher schon im Laufe des Vormittags ankommen.
Praktischerweise liegt das Froschziel Caniςo de Baixo auch nur 15 Autominuten vom Flughafen entfernt, so dass ich bereits gegen 10 Uhr vor Ort war. Frosch bietet in Madeira drei Hotels zur Wahl: Galosol und Galomar liegen direkt nebeneinander und sind recht groß, mit überwiegend älterem deutschen Publikum. Das Alpino Atlantico ist klein und familiärer, liegt aber ein Stück entfernt. Von dort muss man daher zum Abendessen oder auch um die Fitnessräume und die Sauna zu nutzen immer ein paar Minuten laufen. Alle drei Unterkünfte bieten aber einen super schönen Meerblick und für Südeuropa einen hohen Standard.
Der Ort Caniςo de Baixo ist touristisch geprägt mit vielen Hotels und Urlauberapartments. Es gibt aber was man zum Leben so braucht: Einen kleinen (überteuerten) Supermarkt, einen Geld-automaten sowie Postkartenläden und ein Geschäft mit Wanderbekleidung.

Zudem ist man zu Fuß in rund 20 Minuten in Caniςo und dies ist ein richtiger madeirischer Ort: Kirche in der Mitte, großer Platz davor, angrenzend Restaurants, Cafés und ein großer Supermarkt mit moderaten Preisen.
Des Weiteren gibt es nur wenige Schritte von den Frosch-Hotels entfernt eine Bushaltestelle mit einer stündlichen Abfahrt nach Funchal. Wer eine Expressverbindung wählt, ist in rund 15 Autobahnminuten im Zentrum der Inselhauptstadt. Ansonsten schaukelt man gemütlich über Caniςo und weitere kleine Insel-dörfer in rund 45 Minuten nach Funchal.
Am Ankunftsabend gab es dann die obligatorische Frosch-Vorstellungsrunde: Frosch-Reiseleitung und zugleich Wanderguide ist Christa, eine kernige Österreicherin, die seit langem auf Madeira beheimatet ist. Zudem arbeitet Frosch mit einem Mountainbikeanbieter zusammen, der seine Garage gleich neben dem Hotel hat.

Im Froschpaket enthalten sind drei Wanderungen und eine Biketour. Weitere Touren kann man bei Christa oder dem Moutainbikeanbieter aber unproblematisch dazubuchen (Preise: zwischen 42-49 Euro pro Teilnehmer für eine Tagestour), denn diese arbeiten nicht ausschließlich für Frosch, sondern sind bei entsprechender Nachfrage auch mit anderen Gästen unterwegs. Mit ein wenig Abenteuerlust kann man Wandertouren aber auch auf eigene Faust starten. Einschlägige Bücher mit Karten sind jedoch empfehlenswert, da Ausschilderungen weites gehend fehlen. Wer in Deutschland noch nicht zugeschlagen hat, kriegt die notwendige Literatur aber gegen entsprechendes Entgeld auch noch an der Hotelrezeption.
Insbesondere die Wanderung von Funchal zurück nach Caniςo de Baixo kann ich sehr empfehlen. Der Einstieg ist auf dem Berg Monte oberhalb von Funchal, wo man mit einem Stadtbus (Nr. 20/21) unproblematisch hinkommt. Dann wandert man immer an der Levada (Bewässerungskanal) entlang nach Camacha. Von dort geht es dann bergab nach Caniςo. Wer müde Beine hat, kann ab hier aber auch einen Bus nehmen.
Zudem gibt es von Funchal noch eine schöne Wanderung in das Socorridos-Tal. Der Einstieg oberhalb des Fußballstadiums Bar-reiros ist etwas schwer zu finden, aber dann kann man sich gut an der Levada orientieren und hat die Möglichkeit am Ende der Tour, mit einem Stadtbus zurück in das Zentrum von Funchal zu kommen.
Die von Christa angebotenen Wanderungen sind im Frosch-Katalog recht zutreffend beschrieben. Allerdings muss man aufgrund des teilweise doch recht wechselhaften Wetters damit rechnen, dass Touren einen Tag später als geplant stattfinden oder, dass auch mal spontan eine andere – weil regenfreie – Route
gewählt wird.
Unsere drei Tagestouren hielten auf jeden Fall, was Christa am Tag zuvor versprochen hatte, zumal Madeira für Wanderurlaub sehr geeignet ist: Die Insel ist grün und gleichzeitig sehr gebirgig, die Landschaft wunderschön und mit vielen Levadas durchzogen, an denen man entlang wandern kann.
Allerdings ist das Gelände manchmal auch sehr steil: Man braucht also ein wenig Kondition und möglichst auch Schwindelfreiheit um einige schwierige Stellen zu bewältigen.
Entsprechendes gilt auch für die Biketour: Da wir aufgrund des wechselhaften Wetters nicht im Gelände oder an der Levada entlang fahren konnten, ging es auf der Straße meistens steil bergauf oder steil bergab. Zudem halte ich Madeira aufgrund der teilweise doch sehr rücksichtslosen Autofahrer für nicht besonders fahrradtauglich. Fahrradtouren auf einige Faust sind ohnehin nicht zu empfehlen, da man von Caniςo de Baixo erst einmal sehr lange den steilen Berg hinauf fahren müsste.
Den freien Tag kann man zudem viel besser für einen Ausflug nach Funchal nutzen. Dort gibt es eine große Markthalle sowie eine kleine, aber recht schöne Fußgängerzone mit sehr viel Ledergeschäften (Schuhe und Taschen). Zudem natürlich Cafés, Restaurants, mehrere Kirchen und ein paar Museen.
Wer danach noch nicht müde ist, kann mit einem Stadtbus auf den Berg Monte fahren und von dort in 4-6 Stunden zurück nach Caniςo de Baixo wandern (siehe oben).
Ansonsten kann man sich die Zeit natürlich auch in dem recht weitläufigen Hotelkomplex vertreiben. Außer dem Pool mit Sonnenterrasse steht beim schlechten Wetter auch noch das Fitnesscenter mit Sauna und beheizten Hallenbad zur Verfügung. Die Anlagen werden allerdings auch stark von Einheimischen frequentiert, so dass es gerade bei schlechtem Wetter recht voll werden kann.
Der Abend begann dann meistens mit dem gemeinsamen Essen im Speisesaal. Dort gibt es jeden Tag ein anderes Themenbuffet. Wer möchte kann seinen Voucher aber auch nutzen, um in dem Fischrestaurant oder der Pizzeria auf dem Hotelgelände für bis zu 16 Euro pro Person á la carte zu speisen. Getränke müssen allerdings immer extra bezahlt werden und sind auch recht teuer (€ 3,20 für 0,5 Bier). Deutlich preiswerter sind jedenfalls Bars und Restaurants in der Hotelumgebung. Allerdings ist zumindest im November abends nicht allzu viel los. Dies gilt auch für die beiden hoteleigenen Bars.
Insgesamt eignet sich der Urlaub auf Madeira somit eher nicht für Gäste, die den Trubel suchen, sondern mehr für Froschurlauber, die in schöner Umgebung einen ruhigen Wanderurlaub verbringen wollen.
